- 04.11.2015, 22:00:01
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Neues Volksblatt: "Therapie" von Markus EBERT
Ausgabe vom 5. November 2015
Utl.: Ausgabe vom 5. November 2015 =
Linz (OTS) - Der OECD-Befund über Österreichs Gesundheitssystem ist
in Summe nicht erfreulich. Er dürfte aber auch nicht wirklich falsch
sein, sonst hätte man aus dem Gesundheitsministerium wohl umgehenden
Widerspruch vernommen. Aber vielleicht ist man dort schon dabei, aus
der Diagnose die richtige Therapie abzuleiten — was man freilich
schon früher hätte machen können. Denn tatsächlich liegt auch ohne
OECD seit geraumer Zeit auf dem Tisch, wo der Hebel anzusetzen wäre,
damit das funktionierende, aber verbesserungsfähige heimische
Gesundheitssystem internationale Vergleiche nicht zu scheuen
bräuchte. Hohe Spitalslastigkeit durch zu viele Betten, zu geringe
Steuerung und Führung der Patienten durch das System, um es möglichst
effizient zu nutzen, zu wenige gesunde Lebensjahre aufgrund eines zu
wenig ausgeprägten Gesundheitsbewusstseins: Das sind nur ein paar
Beispiele, wo eingegriffen werden sollte, könnte und müsste.
Doch es gibt kaum eine Operation, die Politiker so sehr scheuen wie
jene am Gesundheitssystem. Dass er die Spitalsreform II angegangen
hat (deren Ziel die Dämpfung des Kostenanstiegs war und nicht ein
Einsparen bei den Ausgaben), muss man Landeshauptmann Josef Pühringer
hoch anrechnen — auch wenn das ein vielfach unbedankter Mut war. Denn
diese Operation ist zwar nachweislich gelungen, aber gejammert wird
lieber über ein paar Narben.
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