Neues Volksblatt: "Therapie" von Markus EBERT

Ausgabe vom 5. November 2015

Linz (OTS) - Der OECD-Befund über Österreichs Gesundheitssystem ist in Summe nicht erfreulich. Er dürfte aber auch nicht wirklich falsch sein, sonst hätte man aus dem Gesundheitsministerium wohl umgehenden Widerspruch vernommen. Aber vielleicht ist man dort schon dabei, aus der Diagnose die richtige Therapie abzuleiten — was man freilich schon früher hätte machen können. Denn tatsächlich liegt auch ohne OECD seit geraumer Zeit auf dem Tisch, wo der Hebel anzusetzen wäre, damit das funktionierende, aber verbesserungsfähige heimische Gesundheitssystem internationale Vergleiche nicht zu scheuen bräuchte. Hohe Spitalslastigkeit durch zu viele Betten, zu geringe Steuerung und Führung der Patienten durch das System, um es möglichst effizient zu nutzen, zu wenige gesunde Lebensjahre aufgrund eines zu wenig ausgeprägten Gesundheitsbewusstseins: Das sind nur ein paar Beispiele, wo eingegriffen werden sollte, könnte und müsste.
Doch es gibt kaum eine Operation, die Politiker so sehr scheuen wie jene am Gesundheitssystem. Dass er die Spitalsreform II angegangen hat (deren Ziel die Dämpfung des Kostenanstiegs war und nicht ein Einsparen bei den Ausgaben), muss man Landeshauptmann Josef Pühringer hoch anrechnen — auch wenn das ein vielfach unbedankter Mut war. Denn diese Operation ist zwar nachweislich gelungen, aber gejammert wird lieber über ein paar Narben.

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