• 28.10.2015, 08:20:01
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FMA - sind Abschreibübungen Aufgabe einer Finanzmarktaufsicht?

Lautet der Prüfungsauftrag vielleicht: "Unkritische Übernahme der Aussagen der Pensionskassen"?

Utl.: Lautet der Prüfungsauftrag vielleicht: "Unkritische Übernahme
der Aussagen der Pensionskassen"? =

Wien (OTS) - Während der Fachverband der Pensionskassen(PK) die
jeweiligen Quartals- / YTD-Ergebnisse immer sehr zeitnah zur
Berichtsperiode öffentlich kommentiert, benötigt die FMA für ihre
Quartalsberichte fast immer 4 Monate.

So befasst sich der nun erschienene FMA-Bericht zum 2. Quartal 2015
mit längst überholten Ergebnissen, die sich zwischenzeitlich zum
Schaden der PK-Berechtigten schon in Luft aufgelöst haben. Hier
werden vollkommen irrelevante unterjährige Ergebnisse von der
ÖKB-Statistik bzw. aus Presseaussendungen des Fachverbandes der
Pensionskassen abgeschrieben und wertlose Quartalsvergleiche gezogen.
Dass eine staatliche Aufsichtsbehörde Aussagen der beaufsichtigten
Unternehmen unkritisch und ungefiltert an die Öffentlichkeit
weitergibt, ist wohl einmalig und stellt die Effizienz der FMA
ernsthaft infrage. Und warum dauert eigentlich die Veröffentlichung
des Quartalsberichts so lange, wenn die Daten ohnehin nur übernommen
werden?

Es wäre allen knapp 900.000 PK-Betroffenen mehr geholfen, wenn die
FMA ihrer gesetzlich vorgesehenen Prüfungstätigkeit wirklich
nachkäme. Dann müsste sie eigentlich kritisieren, dass den PK das
Kunststück gelungen ist, binnen weniger Monate eine Performance von
6% bzw. über 4% auf 0,04% an die Wand zu fahren. Zuschauen, wie
langfristige Veranlagungen den Bach hinuntergehen, können sich also
offenbar die PK leisten, weil es für sie keine Ergebniskontrolle
gibt. Erfolgreiches Fondsmanagement schaut aber anders aus.

PEKABE sieht es daher auch als seine Aufgabe, die kosmetisch
aufbereiteten Aussagen des Fachverbands der PK wieder einmal ins
rechte Licht zu rücken:

Wie dem bereits überholten FMA-Bericht zum 2. Quartal zu entnehmen
ist, lag damals das Ergebnis immerhin noch bei über 4%, dessen
ungeachtet bejubeln die Pensionskassen im dritten Quartal mit 0,04%
immer noch "ein knappes Plus". Das gibt ein falsches Bild:

0,04% per 3.Quartal 2015 bedeutet nämlich
Pensions(anspruchs)kürzungen zwischen 4 und 7% per 1.1.2016. Im
tatsächlichen Plus wären die Pensionskassen nur, wenn sie mindestens
den Rechnungszins der einzelnen Veranlagungsgemeinschaft netto
erwirtschaften würden, also 3,5% bis 6,5%, was sie in den Verträgen
mit den Dienstgebern seinerzeit zugesagt hatten.

Dass die Finanzbehörde offenbar nicht weiß, was sie aus welchem Grund
bewilligt bzw. als Obergrenzen festgelegt hat, war in der
Vergangenheit aus diversen parlamentarischen Anfragebeantwortungen zu
schließen, wo es hieß "mangels vorhandener Unterlagen" sei es nicht
mehr möglich, das nachzuvollziehen.

Wenn eine Prüfbehörde so ihren interessewahrenden Auftrag
"wahrnimmt", stellt sich die logische Frage nach ihrer
Existenzberechtigung für den Bereich der Pensionskassen. Es darf wohl
hinterfragt werden, warum alle ohnehin dauergeschädigten
PK-Berechtigten auch noch die Spesen für eine minimalistische
"FMA-Prüfung" berappen müssen, wo doch dieser Zielgruppe ohnehin
schon die Steuerreform zum Nullsummenspiel zu werden droht!

PEKABE ( www.pekabe.at) wurde 2005 gegründet, um die Interessen der
derzeit knapp 900.000 österreichischen Pensionskassenberechtigten in
der Öffentlichkeit zu vertreten. Schließlich hat es für einen
Großteil der Betroffenen in den letzten 10 Jahren bereits
Pensionskürzungen bis zu 50 % gegeben, Verluste, die absolut
unaufholbar sind. Die Pensionskassengesetznovelle 2012, die zwar
maßgeblich auf Betreiben des PEKABE zustande gekommen ist, wurde
jedoch leider in der politischen Diskussion verwässert und hat daher
keine wesentliche Besserung gebracht. Das System ist noch lange nicht
als saniert und somit brauchbare Ergänzung zur staatlichen Pension
anzusehen.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PKB

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