- 22.10.2015, 12:00:01
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Raus aus der Box – Inklusion Schritt für Schritt

Wien (OTS) - Die meisten Menschen mit intellektueller
Beeinträchtigung sind in ihrer Wahlfreiheit beschnitten. Es gibt
fertige Boxen, die ihnen bestimmte Lebensweisen vorgegeben. Wollen
wir Selbstbestimmung leben, gilt es diese Boxen aufzubrechen. Nichts
eignet sich dazu besser als die aktuellen Transformationsprozesse der
Gegenwartsgesellschaft: "Neue Standards können dort gesetzt werden,
wo sich alte Strukturen lösen. Etwas Neues auf eine NEUE Art
auszuprobieren lautet das Geheimnis", so John O´Brien, Experte für
personenzentrierte Organisationsentwicklung und Gemeinwesenarbeit.
Nehmen wir zum Beispiel Ken aus den USA. Er ist taub und blind, hat
eine komplexe Beeinträchtigung. Aus Autoaggression verletzte er sich
immer wieder selbst. Eine selbstbestimmte Zukunft war nicht
vorstellbar. Bis ein Unterstützungskreis aus Angehörigen, Bekannten
und Vereinen versuchte mit Persönlicher Zukunftsplanung Kens Stärken
herauszufinden. Fazit: Das Umfeld auf einem Bauernhof ist ideal für
ihn. Die Hühner wirken beruhigend, seine Selbstaggressionen ließen
nach. Seither hat Ken einen 35-Stunden Job.
"Kreative Lösungen abseits konventioneller Wege eröffnen Menschen mit
schweren Beeinträchtigungen neue Türen, dadurch können sie
selbstbestimmt ihren Beitrag zum Gemeinwesen leisten. Erst durch das
Aussteigen aus Alltagsroutinen können neue Zukunftsmöglichkeiten
gegenwärtig werden. Derartige Veränderungsprozesse gelingen Schritt
für Schritt, mit dem großen Ziel Inklusion vor Augen und den
individuellen Bedürfnissen von Menschen mit intellektueller
Beeinträchtigung im Blick", ist Albert Brandstätter, Generalsekretär
der Lebenshilfe Österreich, überzeugt.
Zur Frage wie die Lebensweisen von Menschen mit intellektueller
Beeinträchtigung verändert werden können, damit sie ein
selbstbestimmtes und erfülltes Leben führen können, veranstaltet die
Lebenshilfe vom 6. bis zum 7. November 2015 einen zweitägigen
Workshop mit den internationalen ExpertInnen Beth Mount und John
O’Brien in Wien. Die Veranstaltung ist Teil des EU-Projekts "New
Paths to InclUsion Network", das sich mit neuen Wegen zur Inklusion
und der Frage beschäftigt, wie Unterstützung für Menschen mit
Beeinträchtigungen zu Gunsten von Wahlfreiheit und Selbstbestimmung
verändert werden kann. Die 'Theorie U' von Claus Otto Scharmer,
Forscher am Massachusetts Institute for Technology (MIT), hilft
dabei. Sie handelt von möglichen Bruchstellen bestehender Systeme um
sie als Anknüpfungspunkte für gesellschaftliche Veränderung zu
nutzen. Das EU-Projekt beschäftigt sich damit wie Organisationen
personenzentrierter ausgerichtet werden und wie
Sozialraumorientierung und inklusives Lernen in jeder Hinsicht
gelingen können.
"Wir müssen genau zuhören, was Menschen mit Beeinträchtigungen mit
ihrem Leben anfangen wollen, welche Ziele sie haben und wie sie diese
gemeinsam mit ihrem Umfeld umsetzen können." Das kann uns nur
gelingen, wenn wir als Gemeinschaft auftreten und uns gegenseitig
unterstützen" erklärt auch Expertin Beth Mount.
** Weitere Informationen zum EU-Projekt "Neue Wege zur InklUsion
Network" und zum Workshop der Lebenshilfe unter:
http://www.lebenshilfe.at/index.php?/de/Themen/New-Paths-to-InclUsion
-Neue-Wege-zur-InklUsion-die-Veranstaltungsreihe
** Beth Mount
lebt und arbeitet in New York. Sie leitet eine Vielzahl an Lern- und
Führungsprogrammen zur Förderung von gesellschaftlicher Veränderung
und Innovation. Methoden und Haltungen aus der Theorie U integriert
sie in die Praxis der Persönlichen Zukunftsplanung mit Menschen mit
Beeinträchtigungen, Familien, Regionalen Netzwerken und
Regierungsbehörden. Beth Mount arbeitet an einem Wandel hin zu
sozialer Inklusion und hat hierfür eigene Sozial-Programme
entwickelt: "Everyday Heroes" (Helden des Alltags) und "Make A
Difference" (Mach einen Unterschied).
** John O`Brien
arbeitet zusammen mit Connie Lyle O`Brien und dem Centre for Welfare
Reform (Zentrum für die Reform der Wohlfahrt) in Großbritannien, mit
dem Center on Human Policy, Law & Disability (Zentrum für soziale
Gesetzgebung & Behinderung) an der Syracuse Universität in den USA,
mit der InControl (In Kontrolle sein) Partnerschaft in Großbritannien
sowie dem Marsha Forrest Zentrum in Kanada. Er begleitet und
unterstützt das EU-Projekt "Neue Wege zur InklUsion".
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