- 21.10.2015, 12:00:01
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Das neue Archiv der Wiener Küche

Wien (TP/OTS) - Wien ist als einzige Stadt der Welt Namensgeberin
einer eigenständigen Esskultur - der Wiener Küche. Um deren
historische Aufarbeitung und Archivierung kümmert sich nun das
Kuratorium Kulinarisches Erbe Österreich
Ob Schnitzel mit Erdäpfelsalat, Tafelspitz oder Apfelstrudel - die
Wiener Küche ist berühmt und wohl die einzige weltweit, die den Namen
einer Stadt trägt. Wissenschaftliche Publikationen bzw. archivwürdige
Unterlagen dazu gab es bisher kaum. Mit der Einrichtung eines Archivs
leistet das Kuratorium Kulinarisches Erbe Österreich nun einen
wertvollen Beitrag zur Bewahrung der Tradition der Wiener Küche und
der österreichischen Regionalküchen.
In Kooperation mit der Historikerin Dr. Ingrid Haslinger ist es
gelungen, zahlreiche wichtige Nachlässe und Sammlungen zur Wiener
Küche als Depot für das Kulinarische Erbe Österreich
zusammenzutragen. Besonders bedeutend sind die Nachlässe von Franz
Ruhm, dem großen Mentor der Wiener Küche im 20. Jhdt., und Ernst
Faseth, der nicht nur als Fernsehkoch wichtig war, sondern auch als
Lehrer in den Tourismusschulen Modul viele spätere Wiener Köche
unterrichtete. Die Unterlagen bestehen großteils aus Kochbüchern,
Fachliteratur, Menükarten, Fachzeitschriften und Fotos. "Es ist
wichtig, dass wir der historischen und gesellschaftlichen Bedeutung
der Wiener Küche gerecht werden. Daher war uns die Aufarbeitung und
die Archivierung der vorliegenden Bestände ein großes Anliegen. Diese
unglaublich wertvollen Quellen sind nicht nur identitätsstiftende
Säulen unserer Kultur, sondern sollen zukünftig auch Grundlagen für
Publikationen und Forschung darstellen", so der Präsident des
Kulinarischen Erbe Österreich Dr. Ferry Maier.
Auch als der Verband der Köche Österreichs sein Verbandslokal aufgab,
konnte ein weiteres Archiv (Kochbücher, Küchenzeitschriften,
Menükarten, Fotos, Dias) für das Kulinarische Erbe Österreich
gerettet werden. "Wir archivieren zum Beispiel ein handschriftliches
Kochbuch von Alexander Spörk, dem Leibkoch Kaiser Franz-Josefs. Zudem
haben wir unter anderem zahlreiche Speisekarten aus den 1950er Jahren
gefunden, die alle auf die Wiener Küche zurückgegriffen haben, was
wiederum bestätigt, dass diese trotz des 2. Weltkriegs in den
Traditionshäusern nicht in Vergessenheit geraten ist", so Dr. Ingrid
Haslinger, Ausstellungs-Kuratorin, Buchautorin und wissenschaftliche
Mitarbeiterin der ehemaligen Hofsilber- und Tafelkammer.
Seit Sommer 2015 archiviert und inventarisiert Dr. Haslinger nun
gemeinsam mit Mitarbeitern des Kulinarischen Erbe Österreich diese
Bestände; besonders interessantes Material wird eingescannt. Ziel
ist, dieses Archiv der Wiener Küche zu erweitern und für Fachfragen
zugänglich zu machen. Weitere Sachspenden (Kochbücher, Geschirr,
Menü- und Speisekarten, Zeitschriften, Fotos, etc.), die Bezug zur
Wiener Küche haben, sind im Archiv sehr willkommen. Darüber hinaus
wird Dr. Haslinger im Amalthea-Verlag im Frühjahr 2016 ein Buch zur
Geschichte der Wiener Küche und zur Entwicklung traditioneller Wiener
Gerichte veröffentlichen.
Über das KKEÖ
Neben intensiven Bemühungen das Genuss-Festival Jahr für Jahr zu
einem der erfolgreichsten Gourmetevents des Landes werden zu lassen,
sammelt das Kulinarische Erbe Österreich seit mehr als einem
Jahrzehnt Wissen über traditionelle österreichische Spezialitäten,
alte Rezepturen und landwirtschaftliche Rohprodukte, die mindestens
seit drei Generationen «tradiert» d. h. weitergegeben wurden und
heute noch konsumiert und produziert werden. Seit einigen Jahren
setzt das Kuratorium auch in Gastronomie und Presse höchst
erfolgreiche Maßnahmen, die das kulinarische Erbe Österreichs und die
dazugehörenden gewachsenen Strukturen für zukünftige Generationen
erhalten sollen.
Weitere Informationen unter: www.kulinarisches-erbe.at
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at
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