- 21.10.2015, 11:00:01
- /
- OTS0082 OTW0082
Ludwig Boltzmann Gesellschaft gründet zwei neue Forschungsinstitute und fordert kürzere Ausschreibungsintervalle
Eröffnung 2016: LBI für Seltene und Undiagnostizierte Erkrankungen / LBI für Angewandte Diagnostik

Utl.: Eröffnung 2016: LBI für Seltene und Undiagnostizierte
Erkrankungen / LBI für Angewandte Diagnostik =
Wien (OTS) - Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) freut sich, das
Resultat der vierten Ausschreibung zur Gründung neuer Ludwig
Boltzmann Institute (LBI) bekanntzugeben: 2016 werden das LBI für
Seltene und Undiagnostizierte Erkrankungen (LBI for Rare and
Undiagnosed Diseases), Leiter Dr. Kaan Boztug, und das LBI für
Angewandte Diagnostik (LBI for Applied Diagnostics), Leiter Dr.
Markus Mitterhauser, gegründet.
Josef Pröll, Präsident der LBG: "Die LBG betreibt Spitzenforschung
mit dem Anspruch, Innovationen für die Gesellschaft hervorzubringen.
Dafür verfolgen wir eine Strategie der stark interdisziplinären und
translationalen Forschung. Bei den zwei neuen Ludwig Boltzmann
Instituten ist eine entsprechend Ausrichtung klar ersichtlich und es
freut mich besonders, dass wir nach sechs Jahren Ausschreibungspause
endlich wieder weitere qualitativ hochwertige Forschungsinstitute in
die Boltzmann-Familie aufnehmen können."
Beide Leiter sind exzellente Wissenschaftler, die bereits am CeMM
Forschungszentrum für Molekulare Medizin respektive an der
Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin der
Medizinischen Universität Wien Forschungsexpertise und
Führungserfahrung erworben haben. Boztug und Mitterhauser werden ihre
Forschungsprogramme nun für die nächsten sieben Jahre im Rahmen der
LBG gemeinsam mit ihren Partnerkonsortien durchführen. Diese setzen
sich aus wissenschaftlichen und anwendenden Organisationen zusammen.
Die jeweiligen Forschungsvorhaben, welche in einem internationalen
zweistufigen Peer-Review-Verfahren Expert/innen und Jury überzeugen
konnten, werden von der LBG als Trägerorganisation zu 60% finanziert.
Die Partnerorganisationen tragen die restlichen 40% zur Finanzierung
bei. Pro Institut stehen mehr als eine Million Euro pro Jahr zur
Verfügung.
Mahrer: LBG trägt dazu bei, Österreich nachhaltig zum
Positiven zu verändern
Wissenschafts-Staatssekretär Harald Mahrer ergänzt: "Die aktuelle
Ausschreibung der Ludwig Boltzmann Gesellschaft trägt einen
wesentlichen Teil dazu bei, Österreich nachhaltig zum Positiven zu
verändern. Österreich ist besonders im Life-Science-Bereich enorm
erfolgreich. Eine Rekordbeschäftigung von rund 51.000 Personen in
diesem Sektor zeigt, dass die LBG ein wichtiger Partner in dieser
Zukunftssparte ist."
Kürzere Ausschreibungsintervalle gefordert
Ein gut aufgestelltes Partnerkonsortium und ein entsprechend
fokussiertes Forschungsprogramm bilden die Grundlage, um hochwertige
Forschung zu betreiben. Die LBG fordert daher bedeutend kürzere
Intervalle zwischen den einzelnen Ausschreibungen zur Gründung von
neuen Ludwig Boltzmann Instituten, um den Antragsteller/innen sowohl
eine bessere Planbarkeit, als auch Erhöhung der Qualität in der
Entwicklung ihrer Anträge zu ermöglichen.
LBI für Seltene und Undiagnostizierte Erkrankungen (LBI RUD)
Seltene Krankheiten sind alles andere als selten, jedenfalls wenn man
die mehr als 7.000 Typen in ihrer Gesamtheit betrachtet. In
Österreich sind etwa 400.000 Menschen betroffen, bei einem Teil davon
ist die Krankheitsursache noch nicht einmal bekannt
(undiagnostizierte Erkrankungen). Der Forschungsschwerpunkt des LBI
RUD wird auf der Entschlüsselung von seltenen Erkrankungen der
Blutbildung, des Immunsystems und des Nervensystems liegen - diese
Arbeiten werden nicht nur die Basis für die Entwicklung von
personalisierten Therapieansätzen für die unmittelbar Betroffenen
bilden, sondern darüber hinaus einzigartige und neuartige Einblicke
in die Humanbiologie liefern. Das Ziel des LBI RUD ist es, unter
Einbeziehung der Expertise seiner Partnerorganisationen ein
koordiniertes Forschungsprogramm zu etablieren, das neben den
wissenschaftlichen auch gesellschaftliche, ethische und ökonomische
Gesichtspunkte mit einbezieht und berücksichtigt.
Kaan Boztug, Leiter des LBI RUD: "Am Konzept der LBG gefällt mir
besonders die Möglichkeit der langfristigen und fokussierten
Zusammenarbeit mehrerer Institutionen. Wir wollen maßgeschneiderte
Diagnose- und Therapiestrategien für seltene und undiagnostizierte
Krankheiten entwickeln. Mittelfristig soll Wien ein Hotspot für
Präzisionsmedizin werden."
Zu den Partnerorganisationen des LBI RUD zählen das CeMM
Forschungszentrums für Molekulare Medizin der Österreichischen
Akademie der Wissenschaften, an welchem das LBI RUD zu Beginn auch
angesiedelt sein wird, die Medizinische Universität Wien und die St.
Anna Kinderkrebsforschung.
LBI für Angewandte Diagnostik (LBI AD)
Der wissenschaftliche Fokus des Ludwig Boltzmann Instituts für
Angewandte Diagnostik (LBI AD) liegt im Bereich einer innovativen und
verbesserten Krebsdiagnostik, die es ermöglicht, optimale Therapien
anzuwenden und den Erfolg der Therapie möglichst früh abzuschätzen.
Mittels transdisziplinären Forschungsansätzen sollen gemeinsame
Konzepte aus den Bereichen der Nuklearmedizin und Molekularpathologie
in klinischen Studien direkt umgesetzt werden. Das LBI AD plant die
Entwicklung von neuen Biomarkern, welche auf bildgebenden Verfahren
und blutbasierten Analysen eine nicht-invasive in-vivo Pathologie
erlauben. Die enge Einbindung von Expert/innen aus dem Gebiet der
klinischen Pharmakologie, Onkologie, Urologie sowie
Gesundheitsökonomie wird es letztendlich ermöglichen, diese
neuartigen Diagnosemethoden für das Gesundheitssystem optimal
abzustimmen und zugänglich zu machen.
LBI AD Leiter Markus Mitterhauser: "Bereits seit etwa zwei Jahren
haben wir intensiv an der Umsetzung einer Kombination der molekularen
Bildgebung der Nuklearmedizin und der molekularen Diagnostik der
Pathologie gearbeitet. Mit der Ludwig Boltzmann Gesellschaft haben
wir das Förderwerkzeug gefunden, das die Realisierung unserer Idee -
ein Institut für Angewandte Diagnostik - ermöglicht. Wir erhoffen uns
durch unsere Arbeit eine raschere und effiziente Umsetzung von
personalisierten Krebstherapien in Österreich."
Das LBI AD ist in ein starkes Partnerkonsortium eingebettet. Dazu
zählen Biotype Diagnostics GmbH (DEU), GE Healthcare (GBR), Hermes
Medical Solutions (SWE), Oncotest GmbH (DEU) und IASON GmbH (AUT).
Ein weiterer Partner ist die Medizinische Universität Wien, an der
das LBI AD seinen Hauptstandort einrichten wird.
Über die Ludwig Boltzmann Gesellschaft:
Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) ist Österreichs unabhängiger
Forschungsinkubator mit Schwerpunkt Health Sciences und betreibt 18
Forschungsinstitute und -cluster mit rund 600 Mitarbeiter/innen. Die
LBG steht mit ihrem Motto "Forschung für Menschen" für die Behandlung
gesellschaftsrelevanter Forschungsfragen.
Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/7216
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | LBG






