• 19.10.2015, 09:11:27
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Greenpeace-Report verdeutlicht Ausmaß illegaler Abholzung in Rumänien

„Waldraub“: Über eine Million illegal gefällter Festmeter Holz registriert

Utl.: „Waldraub“: Über eine Million illegal gefällter Festmeter Holz
registriert =

Wien/Bukarest (OTS) - Stündlich werden rund drei Hektar rumänischer
Wald ökologisch stark entwertet oder sogar ganz zerstört. Der
Verbleib des Holzes ist oft unklar, denn vielfach wird illegal
gefällt. Eine heute veröffentlichte Greenpeace-Erhebung fasst die
Ausmaße der illegalen Abholzung in Rumänien zusammen: 45.509 Fälle
und über eine Million Festmeter Holz wurden in den Jahren 2013 und
2014 behördlich registriert. Auch das österreichische Holzunternehmen
Schweighofer wird mit illegaler Abholzung in Verbindung gebracht.

"Waldraub trägt maßgeblich zur Zerstörung rumänischer Wälder und
damit Teilen der letzten Urwälder Europas bei. Sieht man sich alleine
die Anzahl der registrierten Fälle der vergangenen beiden Jahre an,
kommt man auf einen Schnitt von 62 Fällen illegaler Abholzung
täglich. Und das sind lediglich jene, die behördlich registriert
wurden", erklärt Lukas Meus, Kampagnensprecher bei Greenpeace CEE in
Österreich.

Die Greenpeace-Erhebung zeigt einen signifikanten Anstieg der illegal
abgeholzten Menge an Holz: 120.836 Festmeter haben die rumänischen
Behörden im Jahr 2012 registriert, in den folgenden beiden Jahren
2013 und 2014 waren es insgesamt über eine Million Festmeter.
Betrachtet man nur den Verkaufswert des Holzes, entspricht diese
Menge einem Wert von etwa 52,1 Millionen Euro. "Doch noch schwerer
als der finanzielle Schaden wiegt die weitgreifende Zerstörung eines
für Mensch und Tier wertvollen Ökosystems. Teile der rumänischen
Waldlandschaft gehören zu den letzten Urwäldern Europas. Die Wälder
produzieren Sauerstoff, binden CO2 und sind Lebensraum von mehr als
33.000 Tierarten, darunter bedrohte Tierarten wie Luchs, Wolf und
Bär", so Meus.

Doch nur ein kleiner Teil der Vergehen wird tatsächlich geahndet: Nur
rund 15 Prozent jener Fälle, deren Untersuchung im Jahr 2013
abgeschlossen wurde, landeten vor Gericht. Im Jahr 2014 waren es
sogar nur rund 9 Prozent. "Die Behörden tun derzeit zu wenig, um
Rumäniens Wälder zu schützen. Nicht nur die Ahndung der gemeldeten
Fälle ist unzureichend, auch die verhängten Strafen reichen nicht
aus, um vor illegalem Holzeinschlag wirklich effektiv abzuschrecken",
so Meus.

Greenpeace fordert verstärkte Maßnahmen zum Erhalt der rumänischen
Waldgebiete, insbesondere der noch verbliebenen Urwälder und der
Wälder in Schutzgebieten wie Nationalparks und Natura 2000-Gebieten.
Das Problem macht jedoch nicht an der rumänischen Grenze halt. Auch
Europa steht in der Verantwortung: Seit 2013 ist der Handel mit
illegalem Holz durch die europäische Holzhandelsverordnung EU-weit
verboten. Dabei geht es nicht nur um den Import von Hölzern aus
tropischen Regionen, die vielfach aus illegalem Einschlag stammen. Es
muss auch sichergestellt werden, dass innerhalb der EU geschlagenes
Holz aus legalen Quellen stammt. "Aber vor allem müssen auch
Holzunternehmen wie Schweighofer selbst Verantwortung übernehmen und
sicherstellen, dass sie ihre Geschäfte nicht illegal und auf Kosten
der letzten rumänischen Urwälder machen", appelliert Meus
abschließend.

Den gesamten Greenpeace-Report ("Illegal logging in Romania
2013-2014", pdf, englisch) sowie eine aktuelle Karte ("Ökologische
Entwertung der Wälder in Rumänien 2000-2014", pdf, deutsch) finden
Sie unter
https://greenpeace.box.com/s/m5spcgnb6lejw1c8reyms2sc31l0uimq

Bildmaterial finden Sie ebenfalls unter
https://greenpeace.box.com/s/m5spcgnb6lejw1c8reyms2sc31l0uimq
Dieses steht unter Angabe der Photo Credits zur einmaligen Nutzung
kostenlos zur Verfügung.

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