• 15.10.2015, 09:22:19
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16. Oktober ist Welternährungstag: Budget leider ohne zusätzliche EZA-Mittel

Caritas Präsident Michael Landau: „Noch immer hungern fast 800 Millionen Menschen auf der Welt. Das ist ein Skandal, den wir entschieden bekämpfen müssen!“

Utl.: Caritas Präsident Michael Landau: „Noch immer hungern fast 800
Millionen Menschen auf der Welt. Das ist ein Skandal, den wir
entschieden bekämpfen müssen!“ =

Wien (OTS) - "Es genügt nicht, immer wieder auf die Notwendigkeit
hinzuweisen, dass die Menschen in den Herkunftsländern und -regionen
Hilfe brauchen, damit sie nicht aus Hunger und Verfolgung nach Europa
fliehen müssen, wenn dann den Worten keine Taten folgen. Hier gab es
im Mai eine klare Ankündigung des Kanzlers, dass Außenminister und
Finanzminister einen Vorschlag für einen Entwicklungshilfe-Stufenplan
auf 0.7% des BNE vorlegen werden. Ich halte es für enttäuschend, dass
davon nun gar nichts zu bemerken ist", so Landau und weiter:
"Österreich scheint keinen Handlungsbedarf zu sehen. Das Budget 2016,
das Finanzminister Schelling gestern präsentiert hat, sieht leider
keine Erhöhungen der direkten bilateralen Entwicklungshilfe vor. Die
Mittel für die Austrian Development Agency bleiben auf dem Stand von
2014. Zur langfristigen Bekämpfung der Unterernährung sind aber
dringend mehr Mittel notwendig."

Weltweit leiden heute knapp 800 Millionen Menschen an Hunger. Das
sind über 160 Millionen Menschen weniger als noch vor 10 Jahren,
jedoch ist weltweit noch immer jeder neunte Mensch von Unterernährung
betroffen. Ende September haben die 193 Staaten der Vereinten
Nationen neue UN-Entwicklungsziele, die sogenannten Sustainable
Development Goals, beschlossen. Ein Ziel: bis 2030 den Hunger in der
Welt auszurotten.
Caritas Präsident Michael Landau: "Hunger ist die schlimmste
Konsequenz von Armut. Noch immer verhungert weltweit alle 10 Sekunden
ein Kind. Wer nicht genug zu essen hat, hat keine Chance auf ein
menschenwürdiges Leben. Das Ziel der Beendigung des Hungers muss
deshalb mit aller Kraft in Angriff genommen werden."

UN-Ziel ‚Beendigung des Hungers bis 2030‘ mit aller Kraft in
Angriff nehmen
Die Staatengemeinschaft will erreichen, dass es 2030 keine
Unterernährung mehr gibt. Das heißt, dass alle Menschen jederzeit
Zugang zu ausreichenden, sicheren und nährstoffreichen
Nahrungsmitteln haben müssen. Vor allem die akute Unter- und
Mangelernährung bei Kleinkindern unter fünf Jahren soll in den
kommenden 10 Jahren um mindestens 40 Prozent reduziert werden.

UN-Maßnahmen für eine Welt ohne Hunger
Die Erhöhung der landwirtschaftlichen Produktivität, die Stärkung der
Einkommen der kleinbäuerlichen Bevölkerung, die Sicherung von
nachhaltigen Nahrungsmittelsystemen sind wesentliche Maßnahmen im
Kampf gegen Hunger.
Caritas Präsident Landau: "Bereits heute werden weltweit genug
Lebensmittel produziert, um die gesamte Weltbevölkerung zu ernähren.
Die Erhöhung der landwirtschaftlichen Produktivität kann deshalb
nicht das Allheilmittel sein. Sie darf vor allem nicht einhergehen
mit einer Forcierung der industriellen Landwirtschaft mit
Monokulturen und dem Einsatz von chemischen Düngemitteln. Denn die
Folgen der industriellen Landwirtschaft sind entsetzlich:
Umweltverschmutzung, ausgelaugte Böden, Erosion weiter Landstriche
und Abhängigkeit der Kleinbauern. Der Weg zur Ernährung der
Weltbevölkerung muss über die Förderung ökologischer Landwirtschaft
und über die Unterstützung der kleinbäuerlichen Bevölkerung gehen.
Bereits heute dominieren Agrarkonzerne drei Viertel des kommerziellen
Saatgutmarktes, daher muss eine weitere Liberalisierung der
Agrarmärkte verhindert werden."

Was macht die Caritas?
Für die Caritas ist die Bekämpfung des Hungers ein Schwerpunkt in der
Auslandshilfe: Im Südsudan, in Senegal, Äthiopien, Burkina Faso,
Mali, Burundi und in der Demokratischen Republik Kongo unterstützt
die Caritas Ernährungszentren, den Anbau von Gemüse und Getreide,
Kleintierhaltung und Brunnenbau.
An die österreichische Entwicklungspolitik appelliert der Caritas
Präsident: "Erfreulicherweise ist Landwirtschaft ein wesentlicher
Schwerpunkt der österreichischen Entwicklungspolitik. Österreich kann
als Land, in dem ‚Bio‘ sehr hoch angesehen ist, Vorbildwirkung haben
und die Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft und den Zugang
der Kleinbauern zu lokalen und regionalen Märkten in den
EZA-Schwerpunktländern in Afrika südlich der Sahara zu seinem
Hauptanliegen machen. Mindestens 10 Prozent der österreichischen
EZA-Mittel sollten deshalb für dieses Ziel zweckgewidmet werden."

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