- 14.10.2015, 08:10:01
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Misere der Pensionskassen setzt sich 2015 fort
Pensionskassenpensionisten müssen wieder mit Pensionskürzungen rechnen
Utl.: Pensionskassenpensionisten müssen wieder mit Pensionskürzungen
rechnen =
Wien (OTS) - Die Schwäche an den internationalen Kapitalmärkten
trifft die österreichischen Pensionskassenpensionisten mit voller
Wucht. Vergessen sind die Jubelmeldungen aus der ersten Jahreshälfte,
als die Gunst der Stunde Erträge von bis zu 10 % ermöglichte, die auf
Grund der Unbeweglichkeit der Veranlagung in den Pensionskassen nicht
festgeschrieben wurden, sondern die man mit hilflosen Kommentaren
davonschwimmen ließ.
Die Meldung des Pensionskassenfachverbands vom 12.10.d.M., aus der
Vermögensveranlagung "sei bis Ende September ein Vermögensverlust
vermieden" worden, ist eine Bankrotterklärung des Anlagemanagements
und kündet im Klartext bei Ausbleiben einer eher unwahrscheinlichen
guten Börsenentwicklung im vierten Quartal Kürzungen der
Pensionskassenpensionen von drei Prozent bis zu einem Mehrfachen
dieses Prozentsatzes im nächsten Jahr an. Der Schutzverband der
Pensionskassenberechtigten (Pekabe) sieht es als seine Aufgabe, das
Schönreden des Versagens in der Zweiten Säule der Altersvorsorge
richtigzustellen und auf eine Sanierung des Systems zu drängen.
Dazu gehört immer wieder die korrekte Information der
Öffentlichkeit. In der letzten Aussendung wird auf die ausschließlich
langfristige Orientierung der Veranlagungsstrategie der
Pensionskassen verwiesen. Für den Werterhalt des Pensionskapitals sei
ein alljährlicher Veranlagungsertrag von
3 % Voraussetzung. Diese Information ist irreführend und unrichtig.
Die Güte des Pensionskassensystems misst sich nicht an "einem
Werterhalt des Pensionskapitals" sondern ausschließlich an seiner
Befähigung, alljährlich die zugesagten Pensionsleistungen zu
erbringen, wozu nicht nur ungekürzte Pensionen sondern auch eine
maßvolle Valorisierung derselben zählen. Und um diese vertraglichen
Verpflichtungen einzuhalten, setzt ein großer Teil der
Pensionskassenverträge gegenwärtiger Pensionsbezieher jährliche
Erträge von 5 bis 8 % voraus. Nur dann können die Pensionen in der
vereinbarten Höhe mit einer kleinen Valorisierung ausgezahlt werden.
Der Fachverband hat offenbar Begriffe wie vertraglicher
Rechnungszins, rechnungsmäßiger Überschuss, Längerlebigkeit und
Inflationsrate aus seinem Zielkatalog gestrichen, sonst könnte er
nicht selbstzufrieden von einem Performance-Ziel von 3 % aus der
Veranlagung sprechen. Und selbst dieser unzureichende Ertrag ist ein
Ziel, das nun 2015 wieder verfehlt werden dürfte. Dementsprechend
muss heute eine große Zahl von Pensionsempfängern mit Kürzungen von
bereits bis zur Hälfte der vereinbarten Leistung leben und mit der
Gewissheit, dass die Kaufkraft ihrer Pensionskassenpensionen nur eine
Richtung kennt: Jene nach unten.
PEKABE (www.pekabe.at) wurde 2005 gegründet, um die Interessen der
rund 840.000 österreichischen Pensionskassenberechtigten in der
Öffentlichkeit zu vertreten. Schließlich hat es für viele Betroffene
in den letzten 10 Jahren bereits Pensionskürzungen bis zu 50 %
gegeben, Verluste, die absolut unaufholbar sind. Die
Pensionskassengesetznovelle 2012, nicht einmal sie wäre ohne
Betreiben des Pekabe zustande gekommen, hat hier keine wesentliche
Besserung gebracht, das System ist noch lange nicht als saniert und
somit brauchbare Ergänzung zur staatlichen Pension anzusehen.
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