Misere der Pensionskassen setzt sich 2015 fort

Pensionskassenpensionisten müssen wieder mit Pensionskürzungen rechnen

Wien (OTS) - Die Schwäche an den internationalen Kapitalmärkten trifft die österreichischen Pensionskassenpensionisten mit voller Wucht. Vergessen sind die Jubelmeldungen aus der ersten Jahreshälfte, als die Gunst der Stunde Erträge von bis zu 10 % ermöglichte, die auf Grund der Unbeweglichkeit der Veranlagung in den Pensionskassen nicht festgeschrieben wurden, sondern die man mit hilflosen Kommentaren davonschwimmen ließ.
Die Meldung des Pensionskassenfachverbands vom 12.10.d.M., aus der Vermögensveranlagung "sei bis Ende September ein Vermögensverlust vermieden" worden, ist eine Bankrotterklärung des Anlagemanagements und kündet im Klartext bei Ausbleiben einer eher unwahrscheinlichen guten Börsenentwicklung im vierten Quartal Kürzungen der Pensionskassenpensionen von drei Prozent bis zu einem Mehrfachen dieses Prozentsatzes im nächsten Jahr an. Der Schutzverband der Pensionskassenberechtigten (Pekabe) sieht es als seine Aufgabe, das Schönreden des Versagens in der Zweiten Säule der Altersvorsorge richtigzustellen und auf eine Sanierung des Systems zu drängen. Dazu gehört immer wieder die korrekte Information der Öffentlichkeit. In der letzten Aussendung wird auf die ausschließlich langfristige Orientierung der Veranlagungsstrategie der Pensionskassen verwiesen. Für den Werterhalt des Pensionskapitals sei ein alljährlicher Veranlagungsertrag von
3 % Voraussetzung. Diese Information ist irreführend und unrichtig. Die Güte des Pensionskassensystems misst sich nicht an "einem Werterhalt des Pensionskapitals" sondern ausschließlich an seiner Befähigung, alljährlich die zugesagten Pensionsleistungen zu erbringen, wozu nicht nur ungekürzte Pensionen sondern auch eine maßvolle Valorisierung derselben zählen. Und um diese vertraglichen Verpflichtungen einzuhalten, setzt ein großer Teil der Pensionskassenverträge gegenwärtiger Pensionsbezieher jährliche Erträge von 5 bis 8 % voraus. Nur dann können die Pensionen in der vereinbarten Höhe mit einer kleinen Valorisierung ausgezahlt werden. Der Fachverband hat offenbar Begriffe wie vertraglicher Rechnungszins, rechnungsmäßiger Überschuss, Längerlebigkeit und Inflationsrate aus seinem Zielkatalog gestrichen, sonst könnte er nicht selbstzufrieden von einem Performance-Ziel von 3 % aus der Veranlagung sprechen. Und selbst dieser unzureichende Ertrag ist ein Ziel, das nun 2015 wieder verfehlt werden dürfte. Dementsprechend muss heute eine große Zahl von Pensionsempfängern mit Kürzungen von bereits bis zur Hälfte der vereinbarten Leistung leben und mit der Gewissheit, dass die Kaufkraft ihrer Pensionskassenpensionen nur eine Richtung kennt: Jene nach unten.
PEKABE (www.pekabe.at) wurde 2005 gegründet, um die Interessen der rund 840.000 österreichischen Pensionskassenberechtigten in der Öffentlichkeit zu vertreten. Schließlich hat es für viele Betroffene in den letzten 10 Jahren bereits Pensionskürzungen bis zu 50 % gegeben, Verluste, die absolut unaufholbar sind. Die Pensionskassengesetznovelle 2012, nicht einmal sie wäre ohne Betreiben des Pekabe zustande gekommen, hat hier keine wesentliche Besserung gebracht, das System ist noch lange nicht als saniert und somit brauchbare Ergänzung zur staatlichen Pension anzusehen.

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Günter Braun, Pressesprecher des PEKABE - Schutzverband der Pensionskassenberechtigten
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Tel. 0699 - 111 58 699

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