• 10.10.2015, 09:00:01
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WKÖ-Gleitsmann zum Equal Pay Day: Rahmenbedingungen schaffen, die noch bestehende Schieflagen beseitigen

Einkommensberichte: Immer mehr Verpflichtungen für Unternehmen schießen am Ziel vorbei

Utl.: Einkommensberichte: Immer mehr Verpflichtungen für Unternehmen
schießen am Ziel vorbei =

Wien (OTS) - "Wenn morgen, Sonntag, der Equal Pay Day 2015 begangen
und dabei schon traditionell mehr Fairness für Frauen gefordert
wird, sollte man die Dinge beim Namen nennen, die nach wie vor für
Schieflage bei den Einkommen sorgen können", hält Martin Gleitsmann,
Leiter der Abteilung für Sozialpolitik in der WKÖ, fest.

"Der Ball liegt bei der Politik, faire Rahmenbedingungen zu
schaffen. Dazu gehört etwa, endlich das Frauenpensionsalter
anzugleichen - denn das wäre ein ganz wichtiger Schritt in Richtung
mehr Einkommensfairness für Frauen", so Gleitsmann.

Auch an einem konsequenten Ausbau qualitativ hochwertiger
Kinderbetreuung - flächendeckend und auch für Unter-Dreijährige -
führe kein Weg vorbei, wenn Vereinbarkeit von Beruf und Familie für
alle realisierbar sein sollen. Zudem gehen die Öffnungs- und
Schlusszeiten vielfach an den Realitäten und Notwendigkeiten der
modernen Arbeitswelt vorbei und müssten flexibler gestaltet werden.

Ein weiterer wichtiger Ansatzpunkt liegt schon in der Kindheit:
"Je früher man jungen Mädchen verstärkt auch technische Berufsfelder
näher bringt, desto höher ist die Chance, dass sich der Frauenanteil
in diesen gut entlohnten Bereichen erhöht", so der WKÖ-Experte.

Einkommensberichte: Gesetzesvorgaben von den Betrieben
eingehalten
Was die Einkommensberichte betrifft, so hat der erst vor kurzem
vorgelegte Evaluierungsbericht von Frauenministerin Gabriele
Heinisch-Hosek gezeigt, dass die Gesetzesvorgaben von den Betrieben
eingehalten werden.
Gleitsmann: "Eine weitere gesetzliche Verschärfung ist daher weder
notwendig noch zielführend und geht damit in die komplett falsche
Richtung. Wir können nicht auf der einen Seite von
Entbürokratisierung reden und auf der anderen Seite immer neue
Vorgaben für Betriebe einführen, die mit hohem bürokratischen Aufwand
und noch dazu hohen Kosten verbunden sind".

Grundsätzlich habe sich die viel zitierte Einkommensschere in den
vergangenen Jahren zusehends geschlossen und sei kleiner als oft
behauptet, stellt Gleitsmann klar. Noch bestehende
Einkommens-Unterschiede zwischen Frauen und Männern lassen sich bei
objektiver Betrachtung zu einem Gutteil auf Unterschiede bei der
Arbeitszeit, beim Alter, der Berufserfahrung, der Ausbildung,
unterschiedliche Tätigkeit oder Branche, Erwerbsunterbrechungen oder
das schon genannte frühere Pensionsantrittsalter zurückführen.

"Um mit der dann noch verbleibenden Einkommensdifferenz, die
übrigens mit rund 5 Prozent weit niedriger ist als die öfter
behaupteten 20 Prozent oder mehr, umzugehen, kann es sicher
verschiedene Ansätze geben. Immer neue Belastungen und Vorschriften
für Betriebe schießen aber am Ziel vorbei und sind sicher nicht der
richtige Weg", so Gleitsmann. (PWK754/PM)

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