• 08.10.2015, 14:27:13
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WIENWOCHE 2015: Geister der Vergangenheit und Held_innen der Zukunft auf die Bühnen gebracht

Erfolgreich vom "goldenen Mittelweg" abgebogen, Wiener Kulturinstitutionen müssten folgen!

Utl.: Erfolgreich vom "goldenen Mittelweg" abgebogen, Wiener
Kulturinstitutionen müssten folgen! =

Wien (OTS) - Mit der außergewöhnlichen Revue des "KleynKunst
Theaters" im Kabarett Vindobona und der Installation der
Rettungsplattform "Aylan 1" im Mittelmeer ist am vergangenen
Wochenende die vierte Ausgabe des Kulturfestivals WIENWOCHE zu Ende
gegangen. Künstler_innen wie Slava Farber, der moldawische Sänger
jiddischer Schlager, oder die Kreuzberger Kabarettistin Jilet Ayşe
brachten am Samstag Abend ihr Publikum zum Lachen, Tanzen und
Nachdenken. Danach betrat mit Khebez Dawle eine Band die Bühne, die
ihre Flucht aus Syrien als "Europa-Tour" gestaltet. Am Sonntagmorgen
hat dann das Berliner Künstler_innen-Kollektiv Zentrum für Politische
Schönheit "Aylan 1" in internationalen Gewässern vor Sizilien fest
verankert. Die Insel schwimmt als Teil des Projekts "Die
Jean-Monnet-Brücke" unter österreichischer Flagge und soll im Namen
der Republik Österreich Leben von über das Mittelmeer Flüchtenden
retten.

Unter dem Motto "Harmonija, na ja …" legten sich im Rahmen von
WIENWOCHE 2015 insgesamt 17 Projekte mit dem "goldenen Mittelweg" an
und würdigten Dissens und Konflikt als Triebkräfte sozialer und
kultureller Entwicklung. Dabei entschieden sich die
Projektverantwortlichen für eine breite Palette an Formaten und
Spielorten. Vom Musiktheater "Lampedusa" und der
Dokumentarfilmpremiere "Auf nach Europa" im Wiener Odeon Theater auf
der Mazzesinsel, über das erste queer-feministische Schwarze
Filmfestival Österreichs im Mariahilfer Top Kino, einen an jüdische
Sporttraditionen anknüpfenden Boxclub im Fünfhauser Brick-5, eine
geschichtspolitische Geisterbahnfahrt im Wurstelprater, dekoloniale
künstlerische Interventionen im Weltmuseum bis hin zu Kurzfilm- und
geführten Audiospaziergängen durch den ersten Bezirk bzw. die
Universität Wien oder einem Vernetzungstreffen "zivil Gehorsamer" in
der Ottakringer Volkshochschule.

Ebenso vielschichtig war das Publikum und nahm die von den Projekten
gesetzten Impulse begeistert wie kritisch, neugierig wie
hinterfragend auf. Was die Leiter_innen zahlreicher
Kulturinstitutionen der Stadt als Vorhaben für die Zukunft
bezeichnen, wurde im Rahmen von WIENWOCHE 2015 einmal mehr umgesetzt:
nämlich möglichst unterschiedliche in Wien lebende Menschen als
Publikum für Kunst und Kultur zu gewinnen. Der Ansturm der
Besucher_innen brachte die Spielorte der 40 bei freiem Eintritt zu
besuchenden Veranstaltungen nahezu jedes Mal an den Rand ihrer
Kapazitätsgrenzen, sei es im Park oder im Museum, in der Schule oder
im Theater.

"WIENWOCHE 2015 hat Geschichten erzählt, in denen sich Bürger_innen
dieser Stadt wiedererkennen; hat Bilder geschaffen, die
Lebensrealitäten und Zukunftsvisionen wiederspiegeln; hat berührende
Klänge gespielt und anregende Ideen geschmiedet", so die scheidenden
Leiter_innen Radostina Patulova und Can Gülcü. "Wir verstehen das
Festival als einen miteinander geteilten Raum, in dem Menschen aus
unterschiedlichen Zusammenhängen ihre eigenen Anliegen, nicht jene
anderer, durch künstlerische, kulturelle oder aktionistische Mittel
präsentieren können", ergänzen die WIENWOCHE-Macher_innen.
Kulturinstitutionen, die tatsächlich alle Wiener_innen erreichen
wollten, müssten ihre künstlerischen Formate, ihre
Produktionsprozesse, ihre Kommunikationsgewohnheiten wie ihre
Personalstruktur ebenso an die gegebenen gesellschaftlichen
Verhältnisse anpassen, so Gülcü und Patulova abschließend.

WIENWOCHE setzt diese Arbeit bereits in den kommenden Monaten fort,
wenn die designierten Leiterinnen Nataša Mackuljak und Ivana
Marjanović ihre Pläne für die Zukunft des Kulturprojekts der
Öffentlichkeit präsentieren. Bis dahin heißt es vom "alten"
Leitungsteam: "Danke an das ganze Team, an alle Projektbeteiligten
sowie die Besucher_innen von WIENWOCHE 2015 für spannende 17 Tage!"

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