Caritas: „Brauchen rasch menschliche Lösung für Traiskirchen“

Schwertner: „Vorgehen des Ministeriums beschämend: Hier werden Menschen in Obdachlosigkeit entlassen.“ Caritas hat in Wien und NÖ 180 Quartiers- und 1800 Notquartiersplätze geschaffen.

Wien (OTS) - Klaus Schwertner, Generalsekretär der Caritas der Erzdiözese Wien, zeigt sich besorgt angesichts rasch sinkender Temperaturen und angesichts der jüngsten Entwicklungen rund um das Erstaufnahmezentrum Traiskirchen. Schwertner beschreibt das Vorgehen der Behörden vor Ort als "beschämend und rechtswidrig": "Hier wird Obdachlosigkeit im Erstaufnahmezentrum zwar wirksam entgegengetreten - aber zu dem Preis, dass es nun täglich obdachlose Menschen vor der Erstaufnahmestelle gibt. Das kann nicht sein. Erst gestern sind wir vor Ort auf einen 17-jährigen Syrer aufmerksam geworden, der seit fünf Tagen keinen Zutritt ins Erstaufnahmezentrum erhält. Pro Tag sind wir beim Caritas Omni.Bus mit bis zu 50 Männern, Frauen und Kindern konfrontiert, die einfach aufgefordert werden, sich selbst eine Bleibe zu suchen. Der Bund ist von Gesetzes wegen für die Betreuung dieser Menschen zuständig. Hier wird nicht nur gegen die Grundversorgungsvereinbarung verstoßen, sondern auch gegen geltendes EU-Recht und die UN-Kinderrechtskonvention." Schwertner bedankte sich an dieser Stelle ausdrücklich bei der katholischen und der evangelischen Pfarre und auch beim türkisch-islamischen Kulturverein in Traiskirchen, die den Flüchtlingen rasch und unbürokratisch ein sicheres Dach über dem Kopf und zu essen geben.

500 Plätze bis Jahresende in Wien und Niederösterreich

"Auch als Caritas sind wir bemüht, hier unseren Beitrag zu leisten." Alleine auf dem Gebiet der Caritas der Erzdiözese Wien wurden in Orten und Gemeinden wie Wien, Guntramsdorf, Horn oder Eggenburg seit Juli 300 langfristige Grundversorgungsplätze und bis zu 1.800 Notquartiersbetten geschaffen. Bis Ende des Jahres sollen mindestens 500 weitere Grundversorgungsbetten geschaffen werden. Wir sind hier mit vielen Gemeinden im guten Gespräch. Für diese Unterstützung bedanken wir uns bei allen verantwortlichen BürgermeisterInnen in den Gemeinden. Ihre Hilfsbereitschaft macht deutlich: Gemeinsam schaffen wird das."

Österreichweit betreut die Caritas derzeit im Rahmen der Grundversorgung etwa 40 Prozent der AsylwerberInnen - 19.500 Personen, davon mehr als 5.400 in Quartieren, die anderen werden mobil betreut. 320 der in Quartieren untergebrachten Flüchtlinge sind minderjährig und ohne Begleitung. Die Caritas betreut derzeit etwa jeden dritten Asylwerber in Österreich und ist damit die größte Trägerorganisation im Bereich der Grundversorgung.

Caritas Spendenkonto
BIC: GIBAATWWXXX / IBAN: AT47 2011 1890 8900 0000
Kennwort Flüchtlingsfonds
Infos: www.caritas-wien.at

Rückfragen & Kontakt:

Mag. (FH) Martin Gantner Bakk.
Pressesprecher der Caritas der Erzdiözese Wien
Mail: martin.gantner@caritas-wien.at
Tel: (0043) 0664/889 52 760 o. 01/878 12 221

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | CAR0032