- 07.10.2015, 10:00:17
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USA: Der Eisenbahnmarkt boomt
Der wachsende amerikanische Eisenbahnsektor bietet Chancen für österreichische Bahntechnologien
Utl.: Der wachsende amerikanische Eisenbahnsektor bietet Chancen für
österreichische Bahntechnologien =
Wien (OTS) - Minneapolis/Minnesota ist diese Woche (4. bis 7.
Oktober) mit der Railway Interchange 2015 und 9.000 AREMA
Konferenzteilnehmern (American Railway Engineering and
Maintenance-of-way Association) der Treff der nordamerikanischen
Eisenbahnindustrie. "Die USA sind aufgrund der Marktgröße und starken
Nachfrage ein attraktiver Markt für österreichische Bahntechnologien.
40 Prozent des US-Frachtaufkommens wird über die Bahn abgewickelt, im
Vergleich zu 15 Prozent in der EU", so Rudolf Thaler,
österreichischer Wirtschaftsdelegierter in Los Angeles. Das
amerikanische Eisenbahnsystem umfasst 1,7 Mio. Wagons, 25.000
Lokomotiven und ein Schienennetz von etwa 260.000 km.
Die US-Eisenbahngesellschaften kämpfen mit steigender Zugfrequenz,
höherer Achslast und knapper Zeit für Instandhaltungsarbeiten.
Hersteller von Lokomotiven haben höhere Emissions- und
Sicherheitsstandards zu erfüllen. Das Damoklesschwert der "Positive
Train Control" (PTC) hängt über der US-Eisenbahnindustrie. Obwohl
bereits nahezu 6 Mrd. USD investiert wurden, wird zur Deadline bis
Ende des Jahres ein Großteil der Strecken und Lokomotiven nicht mit
dem vom Kongress 2008 geforderten Sicherheitssystem ausgerüstet sein.
Die Branche drängt auf eine Fristverlängerung, da sonst eine
Disruption des Bahnverkehrs befürchtet wird. Thaler: "Gefragt sind im
Eisenbahnsektor daher Innovationen, die den Lebenszyklus und die
operative Sicherheit erhöhen. Auffällig ist beim Messerundgang der
zunehmende Trend zur Digitalisierung im Eisenbahnsektor. Der Einsatz
von Sensoren nimmt stark zu. Die Herausforderung ist die Übersetzung
der enormen Datenmengen in überschaubare und nützliche Informationen
für den Eisenbahnbetreiber. Dies eröffnet beispielsweise Chancen für
spezialisierte Bahn IT-Unternehmen. Auch Drohnenanbieter sehen
Einsatzgebiete bei der Überwachung der Infrastruktur."
Wachstumsmarkt USA
Das US-Schienennetz ist das zweitgrößte der Welt und bietet durch
zunehmenden Bedarf an Reparaturen und Modernisierung Zulieferchancen.
Höhere Emissions- und Sicherheitsstandards bei Lokomotiven und Wagons
zum Transport gefährlicher Güter erfordern Milliardeninvestitionen.
Im ersten Halbjahr zeigt sich eine Abflachung des Frachtaufkommens
auf der Schiene durch Rückgänge bei Commodities wie Kohle und Erdöl.
Unabhängig davon planen 2015 die Eisenbahngesellschaften
Investitionen in Höhe von 29 Mrd. USD in den Ausbau und
Instandhaltung der Infrastruktur. Eine robuste Entwicklung wird dem
Intermodalverkehr prophezeit. Neue Projekte im
Hochgeschwindigkeitsbereich sind auf Schiene: Beispielsweise das
kalifornische Jahrhundert-Infrastrukturprojekt Los Angeles - San
Francisco. Kürzlich wurde ein chinesisches Konsortium zum Bau einer
Schnellverbindung zwischen Los Angeles und Las Vegas gegründet.
Geplant sind weiters die etwa 50 km lange Verbindung zwischen Dallas
und Fort Worth und die von privaten Investoren angepeilte Achse
Dallas - Houston. Ein dynamisches Segment ist der Bau von Metros und
Nahverkehrsverbindungen. WirtschaftsOskar Gewinner Siemens Österreich
erhielt vergangenes Jahr von der Verkehrsbehörde in San Francisco
einen Großauftrag.
Austro-Innovationen von Achszählung bis Weichensysteme
Unter den 690 Ausstellern auf der Messe in Minneapolis sind führende
Anbieter österreichischer Eisenbahntechnologien vertreten. Alle sehen
am amerikanischen Markt ein großes Potential für ihre Produkte und
teilen den Optimismus auf dem Messeparkett.
Frauscher Sensortechnik ist Technologieführer für Raddetektion und
Achszählung. Mit Sensoren werden beispielsweise heiß gelaufene Lager
identifiziert und eine Strecke wird nach Passieren des Zuges wieder
freigegeben. Zur intensiven Marktbetreuung wurde heuer eine
US-Niederlassung gegründet.
Der führende Spezialist für Erschütterungsschutz und Lösungen zur
Isolierung von Vibrationen, Firma Getzner, schloss kürzlich mit der
amerikanischen Firma LB Foster eine Partnerschaft.
Linsinger Maschinenbau ist Marktführer bei Schienenfrästechnik ohne
Funkenflug, was gerade bei Arbeiten in Tunnels und brandgefährdeten
Gebieten Chancen eröffnet.
Weltmarktführer Plasser und Theurer stellte als Messeneuheit ein
Gleisstopfaggregat vor, das unterschiedliche Schwellenabstände
berücksichtigt und Gleise wie Weichen in einem Arbeitsvorgang
bearbeitet.
Riegl präsentierte das laserbasierte hochpräzise Scanning System zur
Überwachung der Infrastruktur. Dieses kommt beispielsweise bei der
Neuplanung von Strecken und der Simulation von neuen Zuggarnituren
zum Einsatz.
voestalpine ist Weltmarktführer bei Bahnsystemen und hat mit seinem
US-Unternehmen voestalpine Nortrak einen Marktanteil von rund 45
Prozent bei Fahrwegskomponenten und Weichensystemen.
Palfinger stellte seinen neuen für den Eisenbahnsektor entwickelten
Kran vor.
Seisinger, der Spezialist für Interieur-Lösungen im Wagonbau, nützte
den Messebesuch zum Netzwerken und zur Marktsondierung.
Marktbearbeitung: Präsenz vor Ort
Entscheidende Faktoren für die erfolgreiche Bearbeitung des
US-Eisenbahnmarktes sind die Präsenz vor Ort, ein effizientes After
Sales Service, Innovationen sowie Preis und Lieferzeiten. Thaler:
"Der Markteinstieg ist zeit- und kostenaufwändig. Der ideale Start
ist die Einbindung in das komplementäre Angebot eines bereits bestens
etablierten befreundeten Unternehmens. Durch die starke Nachfrage im
Eisenbahnsektor ergeben sich vielfach Lieferengpässe und damit jetzt
die Chance, sich als alternativer Lieferant zu qualifizieren."
(PWK743/BS)
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