• 02.10.2015, 09:00:01
  • /
  • OTS0014 OTW0014

Einmalerläge sichern der Privatversicherungswirtschaft 2014 stabiles Prämienaufkommen

Wien (OTS) - Eine starke Zunahme der Einmalerläge beendete die drei
Jahre dauernde Schrumpfungsphase der Lebensversicherung, das
Prämienvolumen nahm deutlich zu (+4,5%). Während die private
Krankenversicherung auf ihrem Wachstumspfad blieb (+3,3%), wirkte
sich in der Schaden-Unfallversicherung (-3,2%) das schwierige
gesamtwirtschaftliche Umfeld des Jahres 2014 merklich negativ aus.
Diese gegenläufigen Bewegungen brachten der österreichischen
Privatversicherungswirtschaft im Jahr 2014 insgesamt stabile
Prämieneinnahmen.

Das gesamtwirtschaftliche Umfeld war für die Lebensversicherung
auch im Jahr 2014 schwierig. Das verfügbare Realeinkommen der
privaten Haushalte stagnierte ebenso wie deren Sparquote.
Gleichzeitig erreichten die Renditen für sichere Veranlagungsformen
neue Tiefstwerte. Trotz ungünstiger Rahmenbedingungen expandierten
Kapital- (+33,6%) und Kreditrestschuldversicherungen (+43,6%)
deutlich. Diese Entwicklung kam nicht ganz unerwartet, weil die
gesetzliche Mindestlaufzeit für Einmalerläge in der
Lebensversicherung mit 1. März 2014 von 15 auf 10 Jahre verkürzt
wurde (sofern die Begünstigten beim Vertragsabschluss das 50.
Lebensjahr vollendet haben). Abreifende Polizzen wurden 2014 von
Privathaushalten vorwiegend in risikoarme Lebensversicherungsprodukte
reinvestiert. Dieser Effekt verstärkte den erhöhten Anreiz aus der
verkürzten Mindestlaufzeit von Einmalerlägen und führte dort zu einem
sprunghaften Anstieg der Prämien (+41,7%; Abbildung 1).

Die dynamische Entwicklung des Neugeschäftes in der
Kreditrestschuldversicherung ist eine weitere Konsequenz der
aktuellen Niedrigzinsphase. Niedrige Veranlagungsrenditen und
Finanzierungskosten schlugen sich in Österreich in einer stürmischen
Nachfrage nach Immobilien nieder. Zwischen dem Beginn der
Finanzmarktkrise im Februar 2007 und dem I. Quartal 2015 stiegen die
Immobilienpreise österreichweit um 47,1% (Wien +75,3%), während sich
die Verbraucherpreise um nur 17,4% erhöhten. Getrieben durch günstige
Finanzierungsbedingungen wurden Immobilien im Jahr 2014 vermehrt
kreditfinanziert. Die Neuvergabe von Krediten für die
Wohnraumbeschaffung belebte sich 2014 spürbar (+13,7%), und die
ausstehenden Verpflichtungen wurden mit einer
Kreditrestschuldversicherung abgesichert. Eine merkliche Ausweitung
der Lieferforderungen nichtfinanzieller Unternehmen (+33,4%) verlieh
der Kreditrestschuldversicherung einen zusätzlichen kräftigen Impuls.

Abbildung 1: Prämieneinnahmen in der Lebensversicherung nach Art der
Einzahlung und Risikoträger - auf der WIFO-Website
(http://www.wifo.ac.at/publikationen/pressenotizen)

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem WIFO-Monatsbericht
9/2015 (http://monatsberichte.wifo.ac.at/58387).

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WFO

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel