- 25.09.2015, 09:57:05
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Analyse der Blutwerte ermöglicht verbesserte Prognoseabschätzung bei Hirnmetastasen
Wien (OTS) - Eine neue Studie der MedUni Wien im Comprehensive Cancer
Center (CCC) Vienna belegt, dass bestimmte Laborwerte, die bisher
nicht konkret zu diesem Zweck herangezogen wurden, bei PatientInnen
mit neu diagnostizierten Hirnmetastasen helfen können, die
Überlebensprognose besser abzuschätzen und die richtige
Behandlungsstrategie zu wählen.
Die Studie wird im Rahmen des europäischen Krebskongress ECC2015, der
von 25. bis 29. September 2015 in Wien stattfindet, präsentiert.
Hirnmetastasen sind Absiedlungen von Tumoren, die sich zuvor an
anderen Stellen im Körper (zum Beispiel in der Lunge, in der Brust
oder der Haut) gebildet haben. Etwa 40 Prozent aller PatientInnen mit
einer metastasierten Krebserkrankung entwickeln Metastasen im Gehirn.
Diese stellen die häufigsten bösartigen Hirntumoren dar, sind schwer
zu behandeln, verursachen oft ernste Beschwerden wie zum Beispiel
starke Kopfschmerzen, neurologische Ausfälle oder Epilepsie und sind
meist mit einer eingeschränkten Lebenserwartung verbunden. Dennoch
gibt es PatientInnen, die trotz ihrer Hirnmetastasen lange überleben.
Anna Sophie Berghoff, Universitätsklinik für Innere Medizin I der
MedUni Wien und des AKH Wien, Mitglied des Comprehensive Cancer
Center (CCC) Vienna und Erstautorin der Studie: "Für uns hat sich die
Frage gestellt, ob es objektive Parameter gibt, die uns eine
stabilere Grundlage für die richtige Abschätzung der Prognose der
Betroffenen liefern. Das ist nicht nur in Bezug auf ihre
Lebenserwartung oder die Aufnahme in klinische Studien wichtig,
sondern auch für die Therapieentscheidung."
1.201 PatientInnen untersucht
In ihrer Studie, in die 1.201 PatientInnen mit unterschiedlichen
primären Krebserkrankungen eingebunden waren, untersuchten die
ForscherInnen rund um Berghoff daher Blutwerte, die bisher nicht in
onkologische Prognose Scores einbezogen wurden. Die Ergebnisse
zeigen, dass unter dem Normalwert liegende Werte für den roten
Blutfarbstoff (Hämoglobin), Blutplättchen (Thrombozyten), weiße
Blutkörperchen (Leukozyten) und Albumin (das wichtigste Plasmaeiweiß)
sowie erhöhte Serumkreatinin-, Lactatdehydrogenase- und
Entzündungswerte (C-reaktives Protein; CRP) mit einem schlechteren
Überleben bei Hirnmetastasen verbunden waren.
Berghoff: " Mit der vorliegenden Studie haben wir aber den Beleg,
dass die untersuchten Werte einzeln eine starke, unabhängige
prognostische Aussage haben und somit objektive Parameter darstellen.
Das gilt vor allem für die Hämoglobinwerte und die Konzentration von
CRP und Lactatdehydrogenase."
Die ForscherInnen empfehlen nun, vor allem die drei letztgenannten
Parameter im Rahmen von Folgestudien für die Aufnahme in Prognose
Scores zu testen.
PatientInnentag am ECC2015
Der European Cancer Congress (ECC) zählt weltweit zu den größten
Fortbildungsveranstaltungen im Bereich der Onkologie. Auch 2015
richtet er sich nicht nur an medizinisches Fachpersonal und an
onkologische ForscherInnen, sondern auch an PatientInnen. Am 29.
September um 15.45 Uhr fassen die ExpertInnen des Comprehensive
Cancer Center (CCC) die Ergebnisse des Kongresses in leicht
verständlicher Sprache für Laien zusammen und präsentieren auch
andere Neuigkeiten, die für PatientInnen relevant sind. Der
PatientInnentag findet in der Messe Wien statt und wird vom CCC
gemeinsam mit dem Verein "Leben mit Krebs" organisiert. Weitere
Informationen: www.pan-austria.org/news
Aktiv für die Krebsforschung: "Go the extra mile"
Am ECC2015 werden aber nicht nur wissenschaftliche Ergebnisse
präsentiert und diskutiert: Am (morgigen) Samstag, 26. September
2015, findet von 10.00 bis 14.00 Uhr in den Höfen im Alten AKH auch
der Krebsforschungslauf des Instituts für Krebsforschung statt.
Mitmachen kann jeder/jede, der Erlös geht direkt an die Initiative
Krebsforschung der MedUni Wien, die damit neue und aussichtsreiche
Forschungsprojekte finanziert.
http://www.initiative-krebsforschung.at/krebsforschungslauf
Service:
"Laboratory parameters have independent prognostic impact in patients
with newly diagnosed brain metastases: analysis of 1201 cases". A.S.
Berghoff, R. Koller, G. Widhalm, K. Dieckmann, C.C. Zielinski, P.
Birner, R. Bartsch, M. Preusser.
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