- 23.09.2015, 18:00:28
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70 Jahre ÖGB-Frauen: Kampf für Gerechtigkeit
Anderl: „Wir werden auch in Zukunft die Stimme der Arbeitnehmerinnen sein.“
Utl.: Anderl: „Wir werden auch in Zukunft die Stimme der
Arbeitnehmerinnen sein.“ =
Wien (OTS) - "Von Anfang an war die Gleichstellung zwischen Frauen
und Männern in der Arbeitswelt unser zentrales Anliegen und daran hat
sich bis heute nichts verändert. Etwa die Schaffung von Gesetzen zum
Schutz der erwerbstätigen Frauen, insbesondere der Mütter, aber auch
Maßnahmen zur Verringerung der Doppelbelastung der Frauen", lautet
eine Kernaussage von ÖGB-Vizepräsidentin und Bundesfrauenvorsitzende
Renate Anderl heute, am 23. September, anlässlich des 70-jährigen
Jubiläums der ÖGB-Frauen.
Anderl verweist in ihrer Rede auf zahlreiche positive
Errungenschaften, die in den vergangenen Jahren umgesetzt wurden, wie
etwa die Streichung der Frauenlohngruppen in Kollektivverträgen, die
Besserstellung der HaushaltsgehilfInnen und das
Gleichbehandlungsgesetz. "Vieles haben wir erreicht, aber es gibt
noch genug zu tun. Auch in Zukunft werden wir die Stimme der
Arbeitnehmerinnen sein, und wir werden laut sein. Nicht nur, um das
Schließen der Einkommensschere, die Umsetzung des Papamonats oder ein
Einkommen, von dem ein selbstständiges Leben möglich ist, zu fordern.
Wir werden auch weiterhin dafür kämpfen, dass mehr Frauen in
Führungs- und Schlüsselpositionen kommen, und daran mitwirken, dass
Gleichberechtigung auf allen Ebenen durchgesetzt wird."
Festveranstaltung im Catamaran
Zu Beginn des Festakts bedankt sich ÖGB-Vizepräsident Norbert Schnedl
nicht nur für den Einsatz seiner Kolleginnen gegen die geplante
Kürzung der Elternteilzeit, sondern auch für das Engagement aller
Beschäftigten und Ehrenamtlichen bei der Betreuung von Flüchtlingen:
"Wir werden jene, die Schutz vor Verfolgung und Krieg suchen, nicht
im Stich lassen - darauf bin ich stolz."
Prominente Gratulantinnen
Sozialminister Rudolf Hundstorfer ortet in seiner Rede
Fehleinschätzungen und Verunsicherung im Pensionsbereich und räumt
auch einige Problemfälle ein. "Ja wir werden älter, alle, die wir
hier sitzen, werden in zwei Monaten acht Wochen älter geworden sein.
Unsere Lebenserwartung steigt - natürlich ist das eine
Herausforderung für die Sozialsysteme, aber eine hohe Lebenserwartung
ist auch eine großartige soziale Errungenschaft." Hundstorfer weist
auch darauf hin, dass das oft bemühte Vorbild Schweden ein
Pensionsmodell hat, das mit unserem nicht vergleichbar wäre und er
fordert auf, das Pensionssystem weiterhin "solidarisch mitzutragen
und zwar ohne Erhöhungen".
Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek betont bei ihrer Eröffnung
die wichtige Rolle der Gewerkschafterinnen: "Die Frauen in der
Gewerkschaftsbewegung haben sich immer dafür eingesetzt das Leben der
Frauen zu verbessern und haben in den vergangenen Jahrzehnten viel
erreicht. Heute bedanke ich mich bei all den vielen
Leistungsträgerinnen nicht nur für ihre verdiente, entlohnte
Tätigkeit, sondern auch für die viele unbezahlte Arbeit etwa als
Pflegende zu Hause oder auch für die viele Zeit, die sie für die
politische Auseinandersetzung aufwenden. Ich bin davon überzeugt,
dass wir gemeinsam auf dem richtigen Weg sind und unsere Ziele wie
etwa das zweite gratis Kindergartenjahr, das Schließen der
Gehaltsschere oder faire Mindestlöhne erreichen werden." Beim Thema
Frauenpensionen schlägt die Frauenministerin in die gleiche Kerbe wie
der Sozialminister: "Wir werden nicht zulassen, dass das gesetzliche
Frauenpensionsantrittsalter vorzeitig erhöht wird."
In seinen Grußworten erinnert AK-Präsident Rudi Kaske an wichtige
Persönlichkeiten und Weggefährtinnen wie Franziska Fast, Irmgard
Schmidleithner, Lore Hostasch und Roswitha Bachner. "In den sieben
Jahrzehnten haben die ÖGB-Frauen viel erreicht, auch wenn noch viel
zu tun ist. Die Zeiten, als die ‚Frau Doktor‘ eher die Gattin des
Hausarztes war, anstatt selbst eine Akademikerin, sind zum Glück
vorbei. Mittlerweile haben mehr Frauen einen akademischen Abschluss
als Männer. Trotzdem gibt es noch immer eine gläserne Decke, die
Frauen am beruflichen Aufstieg hindert." Kaske fordert, dass Arbeit
in Zukunft für Frauen auch Vollzeit heißen muss und er würde es
begrüßen "wenn jene Männer, die lautstark eine Erhöhung des
Frauenpensionsantrittsalters fordern, sich mit dem gleichen Elan für
Chancengleichheit einsetzen würden."
Ein Blick zurück
Unter dem Slogan "Wir waren dabei" fand eine Talk-Runde mit der
ehemaligen Bundesministerin Lore Hostasch, der ehemaligen
ÖGB-Frauenvorsitzenden Renate Csörgits und der Gesundheitsministerin
Sabine Oberhauser statt. Unisono betonten alle drei
Gewerkschafterinnen, dass es für die Sache der Frauen wichtig wäre,
Seilschaften zu bilden, einander den Rücken zu stärken und
Hartnäckigkeit an den Tag zu legen.
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