• 23.09.2015, 09:00:28
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Bundesminister Ostermayer: "Allround-Genie Kiesler gehörte zur Speerspitze der Avantgarde"

"Fest für Friedrich Kiesler" anlässlich des heurigen Gedenkjahres zum 125. Geburtstag

Utl.: "Fest für Friedrich Kiesler" anlässlich des heurigen
Gedenkjahres zum 125. Geburtstag =

Wien (OTS) - "Friedrich Kiesler war einer jener Künstler, die Grenzen
stets überwanden und immer wieder neu ausloteten. Er löste die
althergebrachten Formen und Strukturen auf und strebte eine
Demokratisierung und Öffnung der Kunst auf allen Ebenen an. Kaum ein
Genre, kaum eine künstlerische Disziplin ließ er unerprobt", so
Kulturminister Josef Ostermayer gestern, Dienstagabend, beim "Fest
für Friedrich Kiesler" anlässlich des heurigen Gedenkjahres zum 125.
Geburtstag. "Mit seinen innovativen Ansätzen - sei dies nun in der
Architektur, dem Theater oder im Design - sollte Friedrich Kiesler
bald zu jener Speerspitze der Avantgarde gehören, die gegen den
bürgerlichen Kunstbegriff Sturm lief. Damit hat Kiesler nicht die
Gegenwart, sondern die Zukunft mitgestaltet. Dass wir hier in
Österreich die Möglichkeit haben, das umfassende Werk des
Allround-Genies Friedrich Kiesler in all seinen Facetten erleben zu
können, ist weltweit einzigartig. Dafür möchte ich mich auch ganz
herzlich beim Team der Friedrich Kiesler-Stiftung bedanken", sagte
Ostermayer.

"Als einer der kreativsten und innovativsten Architekten und Künstler
hat Friedrich Kiesler die Entwicklungsgeschichte der Kunst und
Architektur im 20. Jahrhundert entscheidend mitgeprägt. Mit der
Friedrich Kiesler-Stiftung ist die Bedeutung dieses Universalisten
fest in der Kulturlandschaft der Stadt Wien verankert", betonte Wiens
Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny. Peter Bogner, Direktor der
Österreichischen Friedrich und Lillian Kiesler-Privatstiftung, hob in
seiner Rede die Besonderheit des Künstlers hervor: "Friedrich Kiesler
ist der österreichische Künstler, der das 20. Jahrhundert mit dem 21.
Jahrhundert, der die Avantgarde mit der zeitgenössischen Kunst
verbindet. Kein anderer spannt den Bogen in seinem Schaffen von den
kulturellen Leistungen Wiens um 1900 über die internationale Moderne
bis in die Gegenwart. Friedrich Kiesler schuf mit seinem Werk eine
der essentiellen Grundlagen für den aktuellen interdisziplinären
Diskurs in Architektur, Kunst und Gesellschaft."

Im heurigen Gedenkjahr (125. Geburtstag, 50. Todestag sowie 50 Jahre
Vollendung des "Shrine of the Book" in Jerusalem) konnten gemeinsam
mit der Friedrich Kiesler-Stiftung zahlreiche Veranstaltungen und
Ausstellungen von Bratislava, Budapest, Jerusalem, Stockholm bis New
York realisiert werden. Sieben Publikationen wurden 2015 publiziert,
die sich mit Friedrich Kiesler und seinem Werk auseinandersetzen. In
seinem Geburtsort Czernowitz wird eine Gedenktafel enthüllt.

Der Architekt, Künstler und Theoretiker Friedrich Kiesler wurde am
22. September 1890 in Czernowitz, ehemals Teil der
Österreichisch-Ungarischen Monarchie, heute in der Ukraine, geboren.
Nach seinem Studium in Wien und Aufenthalten in Berlin und Paris
lebte er bis zu seinem Todesjahr 1965 in New York. Sein
künstlerisches Werk begleitete Kiesler stets mit theoretischen Texten
und Manifesten, unter anderem entwickelte er seine wegweisende
Theorie des "Correalismus", der die Aufhebung der Grenzen zwischen
den künstlerischen Disziplinen forderte.

Im Jahr 1996 wurde die "Österreichische Friedrich und Lillian
Kiesler-Privatstiftung" mit tatkräftiger Unterstützung seiner Witwe
Lillian Kiesler gegründet und der Nachlass von New York nach Wien
gebracht, um das umfassende Werk entsprechend seiner Bedeutung
aufzuarbeiten und zu präsentieren. In den Räumlichkeiten in der
Mariahilfer Straße finden laufend Ausstellungen und Veranstaltungen
statt, derzeit etwa zur Baugeschichte des "Shrine of the Book" in
Jerusalem, seinem einzigen vollendeten Architekturprojekt.

Bilder von diesem Termin können Sie aus dem Fotoservice des
Bundeskanzleramtes http://fotoservice.bundeskanzleramt.at/ kostenfrei
abrufen.

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