- 22.09.2015, 15:35:00
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FPÖ: Karlsböck: UG-Novelle bedeutet Rückkehr in alten Paternalismus
„Statt die finanzielle Dotierung zu erhöhen, wird die Uni-Autonomie geschwächt“
Utl.: „Statt die finanzielle Dotierung zu erhöhen, wird die
Uni-Autonomie geschwächt“ =
Wien (OTS) - Die heute im Ministerrat beschlossene Novelle zum
Universitätsgesetz sei keine "Stärkung der Rolle der universitären
Gremien", sondern eine Schwächung der Autonomie und ein Rückfall in
einen längst überwunden geglaubten Paternalismus, kritisiert der
Vorsitzende des Wissenschaftsausschusses und freiheitliche
Wissenschaftssprecher, NAbg. Dr. Andreas F. Karlsböck.
Um mehr Entfaltungsmöglichkeiten "für hochqualifiziertes
Wissenschaftspersonal" zu schaffen und "die Studienqualität zu
verbessern", wie es heute Wissenschaftsminister Mitterlehner im
Ministerrat formuliert habe, hätte es keiner neuen "modernen"
rechtlichen Rahmenbedingungen bedurft, so Karlsböck. "Es liegt schon
jetzt im selbständigen Wirkungsbereich der Universitäten, ihrem
wissenschaftlichen Nachwuchs eine adäquate und attraktive
Karriereplanung zu ermöglichen." Freilich sei dies nur dann möglich,
wenn man Forschung und Lehre angemessen dotiere, räumt der
freiheitliche Wissenschaftssprecher ein, was beschämender Weise
bisher nicht der Fall sei. "Wenn aber einige Universitäten versuchen,
hier den Ball an das Ministerium weiterzuspielen, um sich vor der
eigenen Verantwortung zu drücken, dann sollte man auch überdenken, ob
die Festlegung der Gehälter so mancher akademischer
Spitzenfunktionäre nicht auch dem selbständigen Wirkungsbereich der
Unis entzogen und dem weit bescheidenerem Gehaltsschema für
öffentlich Bedienstete angeglichen werden sollten", fordert
Karlsböck. Wer glaube, neue Entfaltungsmöglichkeiten, welcher Art
auch immer, durch Eingriffe von oben erreichen zu können, leiste
nicht nur einer ohnehin lähmenden Forschungsbürokratie Vorschub,
sondern auch einer Rückkehr zu längst überwunden geglaubten
paternalistischen Strukturen im Hochschulbereich.
Ähnliches gelte auch für die von oben herab verordnete Verlängerung
der Zugangsregelungen für stark nachgefragte Studienrichtungen sowie
der Studieneingangs- und Orientierungsphase, deren negative
Evaluierungsergebnisse eher für ein sofortiges Aussetzen sprächen.
Auch hier werde unzulässigerweise in die Autonomie der Universitäten
eingegriffen, denen schon jetzt frei stehe, passende
Einführungsvorlesungen und/oder Orientierungsveranstaltungen
anzubieten, so Karlsböck.
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