- 22.09.2015, 13:09:18
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Wechselberger zu PHC: Kein Verständnis für realitätsferne Planspiele
Bestehende Gesetze endlich umsetzen – Pilotversuche für neue Gesundheitszentren abwarten – Versorgung wichtiger als unerprobte Konzepte
Utl.: Bestehende Gesetze endlich umsetzen – Pilotversuche für neue
Gesundheitszentren abwarten – Versorgung wichtiger als
unerprobte Konzepte =
Wien (OTS) - Der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK),
Artur Wechselberger, hat kein Verständnis für die Eile, mit der die
zentralisierte Primärversorgung gesetzlich neu geregelt werden soll.
Vordringlich sei es, Primärversorgungszentren als Pilotprojekte unter
der geltenden Gesetzeslage einzurichten und deren
Versorgungswirksamkeit zu überprüfen. Es sei kontraproduktiv und
überhastet, einseitig auf neue Versorgungseinrichtungen zu setzen,
deren Nachhaltigkeit nicht bewiesen sei, sagte der Ärztepräsident
Dienstag in einer Aussendung.
Von Gesundheitsministerin Oberhauser erwartet sich der ÖÄK-Chef eine
klare Prioritätensetzung durch rasche Beseitigung derzeitiger
Versorgungsmängel. Das größte Problem seien fehlende Kassenverträge
für Ärzte, besonders aber auch für nichtärztliche Gesundheitsberufe
wie zum Beispiel die Krankenpflege. Gleichzeitig fordert
Wechselberger die Sozialversicherungen auf, ihrer gesetzlichen
Verpflichtung nachzukommen und durch entsprechende Vergabe von
Verträgen für ein ausreichendes Leistungsangebot zu sorgen. Dies
bilde die Grundlage zu einer verbesserten Primärversorgung.
Die Koordination und Vernetzung, der Teamgedanke in der
Primärversorgung könnten sich nur dann gedeihlich entwickeln, wenn
die Gesundheitsberufe von organisatorischen Belastungen freigespielt
würden, reklamiert Wechselberger. Die Ärzte sollten ihrer Aufgabe
ohne bürokratische Behinderungen nachkommen können.
Ein weiteres großes Problem sieht der ÖÄK-Präsident in der mangelnden
Attraktivität, im Kassensystem ärztlich tätig zu werden.
Wechselberger: "Patienten und Ärzte laufen dem Kassensystem weg."
Kassenstellen könnten mangels Attraktivität immer öfter nicht mehr
besetzt werden, weshalb Wahlärzte Versorgungsaufgaben wahrnehmen
müssten. Die rasch zunehmende Zahl der Wahlärzte zeige, dass die
Patienten dieses privatärztliche Angebot auch gerne annehmen.
Wechselberger ortet darin ein Alarmsignal für die sozialen
Krankenversicherungen und für die Gesundheitspolitik. Der
Ärztepräsident: "Wir brauchen rasch zielgerichtete Maßnahmen. Man
darf sich nicht länger in gesundheitspolitischen Sandkastenspielen
zur Umsetzung nicht erprobter Modelle verzetteln." (MS)
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