- 22.09.2015, 12:59:48
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Bundeskriminalamt (.BK) präsentiert den Cybercrime-Report 2014
Rückgang der Anzeigen um mehr als 10 Prozent aber Tätergruppen erschweren zunehmend die Ermittlungen aufgrund höherer Professionalisierung und Vernetzung.
Utl.: Rückgang der Anzeigen um mehr als 10 Prozent aber Tätergruppen
erschweren zunehmend die Ermittlungen aufgrund höherer
Professionalisierung und Vernetzung. =
Wien (OTS) - Cybercrime ist und bleibt ein äußerst dynamisches und
hochinnovatives Kriminalitätsphänomen, das Ermittlungsbehörden
ständig vor neue Herausforderungen stellt. Das war auch 2014 so.
Trotzdem konnten die Anzeigen im Bereich der Cyber-Kriminalität
gegenüber dem Vorjahr um 10,8 Prozent auf 8.966 Anzeigen gesenkt
werden (2013:10.051). Die Anzahl der reinen IT-Delikte (sog.
Cybercrime im engeren Sinn) stieg 2014 leicht an. Darunter versteht
man Straftaten, die mit Hilfe der Technologien des Internets begangen
werden, wie zum Beispiel der widerrechtliche Zugriff auf ein
Computersystem. Die Aufklärungsquote lag 2014 bei 40,8 Prozent und
war damit 4,4 Prozente unter jener von 2013.
Die Professionalisierung der international vernetzten Tätergruppen
und der verstärkte Einsatz von Verschlüsselungs- und
Anonymisierungstechniken erschweren die Aufklärung zunehmend.
Kriminelle können praktisch rund um die Uhr gleichzeitig in den
verschiedensten Regionen der Erde aktiv werden, während sich ihre
Serverinfrastruktur in anderen Ländern befindet und sie sich an einem
ganz anderen Ort aufhalten. Die Internationalität dieser
Kriminalitätsform verbunden mit den Möglichkeiten von Verschlüsselung
und Anonymisierung erklären die ständig steigende Zahl von
Cyber-Angriffen.
Weltweit findet eine digitale Revolution statt, die sich rasant
vollzieht. Die enorm hohe Geschwindigkeit bei der Weiterentwicklung
digitaler Technologien erfordert eine ständige Anpassung der
Sicherheitsmaßnahmen, um sich vor kriminellen Angriffen wirksam
schützen zu können. "Cyber-Kriminalität muss heutzutage schnell,
strukturiert und auf dem Stand der Technik bekämpft werden. Wir
hatten von 2011 auf 2012 noch eine Steigerung der Anzeigen von über
110 Prozent. Das heißt wir sind auf einem guten Weg. Nur die enge
Zusammenarbeit von Institutionen wie Europol und Interpol sowie aller
nationalen Ermittlungs- und Strafverfolgungsbehörden hilft
Steigerungen gering zu halten oder sogar zu senken" erklärt
Innenministerin Mag. Johanna Mikl-Leitner.
Trends
Auch wenn aktuell die Cyber-Kriminalität zurückgeht, ist im
Zehn-Jahresvergleich doch ein deutlicher Trend nach oben ablesbar.
Dies ist durch die zunehmende Verbreitung von Smartphones und Tablets
und dem Ausbau von Breitbandverbindungen zu erklären. Da die
Informations- und Kommunikationstechnologie dadurch zu einem
ständigen Begleiter im Alltag geworden ist, entstehen laufend neue
Kriminalitätsphänomene, wobei weiterhin von einem großen Dunkelfeld
im Bereich Cybercrime auszugehen ist. Nach wie vor sind eine Unmenge
an Phishing- und Spam-Mails im Umlauf. Eine deutliche Steigerung gab
es auch bei Meldungen über versuchte Betrugsfälle auf
Online-Plattformen, bei Ein- und Verkäufen im Internet - zumeist bei
Kfz- oder Immobilienangeboten. Der gängige Modus Operandi des
Bestellens und Nichtbezahlens geht hier in Richtung der Vortäuschung
von gefälschten Bezahlbestätigungen durch PayPal- und Amazon-Konten.
Der Direktor des Bundeskriminalamtes General Franz Lang betont: "Die
österreichische Bevölkerung schützt sich mehr vor Cybercrime als der
EU-Durchschnitt. Trotzdem müssen wir versuchen noch mehr Menschen
klarzumachen, dass dieTäter nicht virtuell, sondern real sind und
beispielsweise das Wohnzimmer, wo das Opfer die Phishing-mail
beantwortet, zum Tatort wird".
Polizeiliche Maßnahmen
Das im Bundeskriminalamt angesiedelte Cybercrime-Competence-Center C4
ist die nationale und internationale Zentralstelle zur Bekämpfung von
Cyber-Kriminalität in Österreich. Neben dem C4 auf Bundesebene
bestehen in allen Landeskriminalämtern vergleichbare Dienststellen.
In diesen Organisationseinheiten sind kriminalpolizeilich und
technisch ausgebildete Experten mit der Bekämpfung von Cybercrime und
der IT-Forensik in den jeweiligen Bundesländern befasst. Für die
Bekämpfung von Cybercrime auf lokaler Ebene und zur Unterstützung der
Kollegen in den Polizeiinspektionen wurden in den letzten Jahren rund
280 Bezirks-IT-Ermittler ausgebildet. "Bei der Bekämpfung von
Cybercrime spielt auch Prävention eine wesentliche Rolle.
Insbesondere der direkte Kontakt mit der Bevölkerung mit allen
Einheiten, sei es nun von der Polizeiinspektion bis zu den
Bezirks-IT- Ermittlern, den Präventionsbeamten bis zu den Experten
der Landeskriminalämter und des C4 "konkretisiert Lang.
Ausblick
Das Gefährdungs- und Schädigungspotenzial durch Cybercrime bleibt
auch in Zukunft unverändert hoch. Neben den Zugangsdaten im
Online-Banking werden alle Formen der digitalen Identität ausgespäht,
vermarktet und in weiterer Folge missbräuchlich eingesetzt.
Technologische Neuerungen werden von Kriminellen auf Schwachstellen
und Eignung für kriminelle Aktivitäten untersucht und in der Folge
auch entsprechend eingesetzt. Neue technische Sicherheitsmaßnahmen -
auch in Form von Software-Updates, die bereits bekannte Fehler
beheben sollen - werden schnell durch neue Schadsoftware überwunden
oder es erfolgt gleich eine Anpassung des Modus Operandi.
Der 51-seitige Cybercrime-Report 2014 des Bundeskriminalamtes ist mit
vielen weiteren interessanten Informationen und Zahlen unter
www.bundeskriminal.at downloadbar.
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