- 22.09.2015, 12:20:11
- /
- OTS0144 OTW0144
UNICEF: Die Welt braucht eine Agenda für Kinder - 570 Millionen Kinder auf der Welt wachsen in extremer Armut auf
Nachhaltigkeitsgipfel der Staats- und Regierungschefs in New York
Utl.: Nachhaltigkeitsgipfel der Staats- und Regierungschefs in New
York =
Wien (OTS) - UNICEF ruft Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft
dazu auf, sich im Interesse der Kinder hinter die neue Agenda für
nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen zu stellen. Am
kommenden Wochenende werden die Regierungen in New York erstmals
gemeinsame Entwicklungsziele verabschieden, die für Entwicklungs- und
Industrieländer gleichermaßen gelten. Sie versprechen, bis zum Jahr
2030 Armut und Hunger zu besiegen, alle Kinder in die Schule zu
bringen, Erde und Umwelt zu schützen und Ungleichheit zu bekämpfen.
"Nachhaltige Entwicklung beginnt mit der heranwachsenden Generation.
Es ist unsere Aufgabe Kinder in den Fokus der neuen
Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen zu setzen", erklärt
Geschäftsführerin von UNICEF Österreich Dr. Gudrun Berger. "Millionen
Kinder sind auf der Flucht, schützen wir sie nicht, können globale
Zukunftsperspektiven für eine friedliche Entwicklung nicht geschaffen
werden."
Anlässlich des UN-Gipfels weist UNICEF auf die enormen weltweiten
Herausforderungen für Kinder hin:
• Fast die Hälfte aller Menschen in Armut sind Kinder und Jugendliche
- rund 570 Millionen Kinder müssen sogar von weniger als 1,25 Dollar
am Tag leben. Arme Kinder sind häufiger krank und haben geringere
Überlebenschancen. Sie sind vielfach von Bildung ausgeschlossen oder
in der Schule benachteiligt. Das Risiko, dass sie ausgebeutet oder
nicht richtig am Leben ihrer Gesellschaft teilhaben, ist hoch.
• Weltweit wachsen 230 Millionen Kinder und Jugendliche in Ländern
auf, in denen Krieg herrscht oder bewaffnete Konflikte an der
Tagesordnung sind. Auf diese Länder entfallen weltweit fast die
Hälfte aller Todesfälle bei Kindern und die Hälfte aller Kinder, die
keine Schule besuchen.
• Immer mehr Kinder sind auch durch Naturkatastrophen bedroht -
vielfach in Folge des Klimawandels. Zwischen 1990 und 2000 waren
jedes Jahr 66,5 Millionen Kinder von Naturkatastrophen betroffen - im
kommenden Jahrzehnt werden es 175 Millionen Kinder sein.
• Diese Krisen und Katastrophen drohen, wichtige
Entwicklungsfortschritte zu zerstören. Sie treiben Millionen dazu,
ihre Heimat zu verlassen und als Flüchtling oder Migrant eine bessere
Zukunft zu suchen. Die Hälfte der weltweit fast 60 Millionen
Flüchtlinge und Vertriebenen sind Kinder und Jugendliche. Es besteht
die Gefahr, dass viele von ihnen dauerhaft ausgeschlossen bleiben -
zum Beispiel, weil ihnen Bildung und medizinische Hilfe vorenthalten
werden.
Erneuerte internationale Zusammenarbeit
Die so genannten "Nachhaltigen Entwicklungsziele" ("Sustainable
Development Goals") tragen der Tatsache Rechnung, dass globale
Probleme nur gemeinsam zu lösen sind. Sie sind Ausdruck des Willens
der Regierungen, trotz aller unterschiedlichen Interessen die
internationale Zusammenarbeit zu stärken.
Nach mehrjährigen weltweiten Beratungen und unter intensiver
Beteiligung der Zivilgesellschaft wurden 17 Ziele und 169 Unterziele
vereinbart. Der Aktionsplan hat das Ziel die "Tyrannei der Armut zu
überwinden" und " die Zukunft unseres Planeten zu sichern". Um dies
zu erreichen, verbindet er wirtschaftliche und soziale Ziele mit der
Notwendigkeit, die Umwelt zu schützen. Die neuen Entwicklungsziele
gelten sowohl für Entwicklungs- und Schwellenländer als auch für
Industrieländer, die ihre eigene Wirtschafts-, Konsum- und
Lebensweise nachhaltiger gestalten müssen.
Sie lösen die so genannten Millenniums-Entwicklungsziele ab. Diese
haben in den vergangenen fünfzehn Jahren den Rahmen für den Kampf
gegen Armut und Unterentwicklung gestellt. Auch wenn nicht alle
Millenniumsziele erreicht wurden, haben sie doch maßgebliche
Fortschritte für Millionen Menschen gebracht. So wurde die weltweite
Kindersterblichkeit halbiert, die Ernährung und der Zugang zu
sauberem Wasser und zu Bildung verbessert. Allerdings sind diese
Fortschritte sehr ungleich verteilt - sowohl in den verschiedenen
Weltregionen als auch innerhalb der einzelnen Länder.
Die neue Agenda der Vereinten Nationen eröffnet die Chance, globale
Herausforderungen gemeinsam anzugehen - und das Leben der zukünftigen
Generationen nachhaltig zu verbessern. UNICEF fordert dazu:
• Die Regierungen müssen gezielt und verlässlich in Bildung,
Gesundheit und Schutz der Kinder aus den ärmsten Familien
investieren. Insbesondere bessere Bildung und Ausbildung bringen den
größten Ertrag im Kampf gegen die Armut - für die Kinder und für die
ganze Gesellschaft.
• Österreich muss Nachhaltigkeit fördern. Als Industrieland tragen
wir eine doppelte Verantwortung: Wir müssen die ärmsten Länder
stärker dabei unterstützen, die Umweltzerstörung zu stoppen und die
Folgen des Klimawandels zu bewältigen. Gleichzeitig müssen wir
glaubwürdig sein und unsere eigene Wirtschafts- und Konsumweise
nachhaltiger gestalten.
• Wir müssen allen Kindern einen fairen Start ins Leben ermöglichen
und den Kampf gegen Kinderarmut verstärken - auch in Österreich.
Denn das Wohlergehen der Kinder ist Maßstab für die Zukunftsfähigkeit
einer jeden Gesellschaft.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | UCE






