• 20.09.2015, 11:15:02
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Seniorenbund fordert zum Welt-Alzheimertag: Österreich braucht endlich einen effektiven Plan!

„Nationaler Aktionsplan gegen Demenz“ muss umfassend alle Lebensbereiche einschließen!

Utl.: „Nationaler Aktionsplan gegen Demenz“ muss umfassend alle
Lebensbereiche einschließen! =

Wien (OTS) - Zum morgigen Welt-Alzheimertag betonen die
Führungskräfte des Österreichischen Seniorenbundes: "Österreich
braucht endlich einen effektiven Aktionsplan gegen Demenz! Eine der
größten Herausforderungen für die gesamte Gesellschaft verlangt nach
entschlossenem Handeln! Daher muss der in Verhandlung stehende
"Nationale Aktionsplan gegen Demenz" alle Lebensbereiche
einschließen!"

Ingrid Korosec: Brauchen umfassende Angebote von Tagespflege
und Tageszentren! Demenz-Fachwissen muss in allen Ausbildungen Einzug
halten!

Ingrid Korosec, Bundesobmann-Stellvertreterin des Österreichischen
Seniorenbundes und Landesvorsitzende des Wiener Seniorenbundes, hält
dazu fest:

"Dementielle Erkrankungen sind für pflegende Angehörige eine große
zusätzliche Belastung zur ohnehin bestehenden Betreuungs- oder
Pflegezeit. Der "Nationale Aktionsplan gegen Demenz" muss daher
vorsehen: Umfassender, flächendeckender Ausbau der mobilen Pflege
(durch speziell geschulte Personen) und vor allem Schaffung eines
flächendeckenden Angebotes an Tagespflegeplätzen, geeigneten
Tageszentren und Ähnlichem. Die Finanzierung ist durch den
Pflegefonds sicher zu stellen, der ins Dauerrecht zu übernehmen ist!
Zugleich sind bundesweit einheitliche Rahmenbedingungen zur Nutzung
dieser Pflegefondsgelder, zur Kosten- und Qualitätsstruktur dieser
Angebote zu vereinbaren."

"Nicht funktionieren kann die Versorgung von dementiell Erkrankten,
wenn Betreuerinnnen, Pflege(fach)kräfte, Ärzte etc. nicht über
aktuelles und umfassendes Fachwissen verfügen. Der Aktionsplan muss
daher die Strategie "Demenz in allen Ausbildungen" enthalten. Damit
sind übrigens nicht nur die Pflege- und Gesundheitsberufe gemeint,
sondern insgesamt alle Berufsgruppen! Auch den gestaltenden und
bauenden Berufsgruppen schadet es nicht zu wissen, wie eine
demenzfreundliche Umgebung zu gestalten ist. Auch Rechtsberufe,
Polizei und Justiz, Mitarbeiter von Banken oder Versicherungen, etc.
können mit den künftig häufiger auftretenden Fällen von dementiell
Erkrankten erfolgreicher umgehen, wenn sie zumindest über Basiswissen
dazu verfügen. Auch in Handel oder Produktion kann es nicht schaden,
die Grundregeln zu kennen", fordert Korosec eine Vorbereitung aller
Bevölkerungsgruppen auf die prognostizierten Veränderungen in
Österreichs Gesellschaft.

Heinz K. Becker: Vorliegende Entwürfe setzen erst in viel zu
später Demenz-Phase an! Medikamentenversorgung der dementiell
Erkrankten sicherstellen!

Heinz K. Becker, Generalsekretär des Österreichischen Seniorenbundes,
Mitglied des Europäischen Parlamentes und Mitglied der Europäische
Alzheimer Allianz, betont:

"Das amerikanische "National Institute on Aging" publizierte im Jahre
2011 drei Phasen der Demenz: die vor-klinische Phase "asymptomatic,
preclincal phase"; die vor-dementielle Phase "sympthomatic,
pre-dementia phase" und die volle Demenz-Phase "dementai phase". Der
aktuell in Diskussion stehende Entwurf des "Nationalen Aktionsplan
gegen Demenz" setzt erst in der 3. Phase an, auf dem Stand der
Handlungskriterien von 1984! Ein gesamthafter "Nationaler
Aktionsplan" anno 2015 muss aber vielmehr schon ab der ersten Phase
ansetzen und besonderen Wert auf Prävention legen!"

"Auch die Medikation dementiell Erkrankter gestaltet sich zunehmend
problematisch. Innovationen sind für die Patienten nicht in Sicht,
die Versorgung erfolgt durch Generika, die zum Teil nicht mehr
beworben werden. Daher gehen die Verschreibungen dieser Medikamente
zurück. In Deutschland geht DIE Zahl der verschriebenen Medikamente
SOGAR INSGESAMT zurück, obwohl die Zahl der Demenzerkrankungen
steigt. Der "Nationale Aktionsplan gegen Demenz" muss solchen
Entwicklungen in Österreich und international gegensteuern - die
aktuelle Entwicklung ist kontraproduktiv. Die Verantwortlichen
unserer Sozial- und Gesundheitspolitik sind jetzt gefordert, zu
handeln!"

Gertrude Aubauer: Rechtssicherheit für alle Betroffenen
schaffen! Reform des Sachwalterschaftsrechts, Vereinfachung und
Stärkung von Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung!

Mag. Gertrude Aubauer, Bundesobmann-Stellvertreterin des
Österreichischen Seniorenbundes und ÖVP-Seniorensprecherin im
Nationalrat, betont:

"Mit dem Fortschreiten der dementiellen Erkrankung nehmen Einsichts-
und Geschäftsfähigkeit im rechtlichen Sinne ab. Dies führt sowohl für
die erkrankte Person, als auch für ihre Angehörigen und die gesamte
Umgebung zu rechtlicher Unsicherheit. Oft - und manchmal viel zu früh
- wird dann zu eine Sachwalterschaft angeregt. Der "Nationale
Aktionsplan gegen Demenz" muss daher auch ganz klare Ziele für die
rechtlichen Angelegenheiten rund um dementiell Erkrankte festlegen:
Reform des Sachwalterschaftsrechts, an der bereits gearbeitet wird,
möglichst rasch erfolgreich abschließen. Vereinfachung und Stärkung
von Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. Aber auch rechtliche
Änderungen zum Umgang mit (leicht) eingeschränkter Rechtsfähigkeit
müssen vorgesehen und terminlich geplant werden."

Aubauer weiter: "Festgelegen soll man dabei auch Regeln zum Umgang
von Behörden, Pflegeheimbetreibern, etc. in der Situation von
Antragsstellungen (z.b. Pflegegeld) oder Vertragsabschlüssen (z.B.
Heimvertrag) mit den Betroffenen. Beides sind nämlich heute
Situationen, in denen häufig Sachwalterschaften angeregt werden. Dass
kann, soll und muss künftig deutlich reduziert werden!"

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