• 15.09.2015, 11:42:51
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Caritas: Neue Flüchtlingsquartiere in Guntramsdorf und Eggenburg

Schwertner: „Es gibt immer mehr Gemeinden der Mitmenschlichkeit in Österreich: Ab sofort gehören auch Guntramsdorf und Eggenburg dazu“

Utl.: Schwertner: „Es gibt immer mehr Gemeinden der
Mitmenschlichkeit in Österreich: Ab sofort gehören auch
Guntramsdorf und Eggenburg dazu“ =

Wien (OTS) - Insgesamt finden an beiden Orten zusammen 69 Kinder und
Jugendliche eine neue Bleibe.

Heute, Dienstag, eröffnet die Caritas in Zusammenarbeit mit der
Marktgemeinde Guntramsdorf und Unternehmern aus dem Ort ein Quartier
für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Ein zweites Quartier wird
am 21. September in Eggenburg bewohnt werden. "Wir sind sehr froh,
dass immer mehr Gemeinden in Niederösterreich und darüber hinaus in
ganz Österreich Menschen bei sich aufnehmen, die vor Krieg, vor
Folter und Tod geflohen sind. Immer mehr österreichische Gemeinden
setzen damit ein konkretes Zeichen der Solidarität und
Mitmenschlichkeit", betont Klaus Schwertner, Generalsekretär der
Caritas der Erzdiözese Wien.

In Guntramsdorf werden 24 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren in
der Wohngemeinschaft "Veli" ein neues Zuhause und professionelle
Unterstützung für einen Neuanfang finden. "Veli heißt auf Finnisch
Bruder und auf Türkisch Beschützer", sagt Schwertner. "Wir glauben,
dass diese schutzsuchenden Menschen in Guntramsdorf beides finden
können: Einen Ort der Sicherheit und einen Ort der Solidarität und
Mitmenschlichkeit. Für diese Unterstützung sind wir als Caritas sehr
dankbar." Die Situation in Traiskirchen ist besonders für
unbegleitete minderjährige Flüchtlinge dramatisch. Nach wie vor leben
hunderte Kinder und Jugendliche vor Ort unter schwierigsten
Bedingungen. Viele von ihnen haben nach wie vor kein Bett zur
Verfügung und müssen die Nächte obdachlos im Freien auf Pappkartons
und mit dünnen Decken bedeckt verbringen. Bürgermeister Robert Weber
(SPÖ): "Ohne Schulterschluss und gemeinsame, solidarische
Kraftanstrengung kann die aktuelle Situation nicht gelöst werden.
Einem Wegschauen oder gar politische Hetze wird mit diesem Projekt
eine klare Absage erteilt! Ich sehe es als Aufgabe der Politik, hier
einen humanitären Beitrag zu leisten. Rasch, unbürokratisch und ohne
unseren Ort damit zu überfordern. Aber gerade die Schwächsten, die
Kinder und Jugendlichen, brauchen jetzt unser aller Hilfe! Dazu
gehört auch, dass ich mich persönlich bemühen werde, unsere
Bürgerinnen und Bürger zu informieren, damit eine Integration im
täglichen Leben rasch funktioniert und Vorurteile abgebaut werden!"
In Guntramsdorf gelang es, ein ehemaliges Hotelgebäude als vorläufige
Unterkunft zur Verfügung zu stellen. Eben dieses Hotel steht ab
sofort 24 Kindern und Jugendlichen zur Verfügung. Die Betreuung
übernimmt die Caritas. Parallel wird in Guntramsdorf an einer
langfristigen Unterbringungsmöglichkeit (ab Frühjahr 2016) geplant
und festgehalten.

Ähnlich auch die Situation in Eggenburg, wo 45 Kinder und Jugendliche
im Lindenhof, einem ehemaligen Kinderwohnheim der Gemeinde Wien,
Quartier beziehen. Die ersten Flüchtlinge werden in der "WG Said" am
21. September erwartet. Bürgermeister Georg Gilli (ÖVP): "Wir als
Gemeinde Eggenburg wollen uns unserer Verantwortung nicht entziehen.
Was gerade in der Welt passiert ist eine menschliche Katastrophe. Wir
sehen es als unsere Aufgabe, den Menschen, die zu uns kommen ein
menschenwürdiges Leben zu ermöglichen und ihnen ihre Würde zu lassen.
Die Bereitschaft der Bevölkerung von Eggenburg den Asylwerbern zu
helfen, ist sehr groß. Und es gibt sehr viele Freiwillige, die im
Bereich Sprache helfen wollen. Vor vierzehn Tagen haben wir eine
Syrische Familie aufgenommen - die Eltern sprechen sehr gut Deutsch.
Auch sie werden uns bei den 45 Jugendlichen, die unsere Sprache
lernen, unterstützen."

UnterstützerInnen dringend gesucht

"Neben einem Dach über dem Kopf, Essen und Kleidung, begleiten wir
die Kinder und Jugendlichen hier wie dort in ihrem Alltag", so
Schwertner. "Ziel ist es, den Jugendlichen. durch einen geregelten
Tagesablauf und verlässliche Beziehungsangebote, Sicherheit und
Selbstvertrauen zu geben. Wir wollen Ihnen die Neuorientierung in
einer unbekannten Umgebung erleichtern und ihnen in der Folge
Ausbildung, Arbeit und somit ein selbständiges Leben ermöglichen.
Schon jetzt bin ich den GuntramsdorferInnen und den EggenburgerInnen
für ihre Unterstützung dankbar."

In beiden Gemeinden werden noch freiwillige UnterstützerInnen
und HelferInnen gesucht.

- In Guntramsdorf: Unter der von der Gemeinde geschaffenen Plattform
"Guntramsdorf hilft" organisiert die Gemeindeverwaltung die
Zusammenarbeit zwischen freiwilligen Helfern aus dem Ort, unseren
Pfarren und der Caritas, damit die benötigte Unterstützung auch dort
ankommt wo sie gebraucht wird. www.guntramsdorf.at/guntramsdorfhilft
- In Eggenburg können Interessierte, die den Flüchtlingen helfen
möchten - sei es mit Sachspenden oder bei der Mitgestaltung der
Tagesprogramme - einfach ein E-Mail an
[email protected] schicken.

In der Flüchtlingsarbeit reichen die Mittel der Grundversorgung meist
nicht für eine umfassende Betreuung aus, deshalb ist die Caritas für
viele Projekte auf Spenden angewiesen. Sei es die Finanzierung von
Deutschkursen oder Freizeitaktivitäten.

Caritas Spendenkonto
BIC: GIBAATWWXXX / IBAN: AT47 2011 1890 8900 0000
Kennwort Flüchtlingsfonds
Infos: www.caritas-wien.at

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