• 14.09.2015, 12:10:56
  • /
  • OTS0109 OTW0109

KIV/UG: Das beste Gesundheitssystem Europas auf dem Rücken der Beschäftigten?

Grenze der Belastbarkeit im Gesundheitsbereich erreicht - KIV/UG fordert 30 % mehr Einkommen und 30 % mehr Personal

Utl.: Grenze der Belastbarkeit im Gesundheitsbereich erreicht -
KIV/UG fordert 30 % mehr Einkommen und 30 % mehr Personal =

Wien (OTS) - Eine umfassende Darstellung der Arbeits- und
Einkommenssituation der Wiener Gesundheitsberufe fand am Donnerstag,
10. September im Rahmen einer Podiumsdiskussion der KIV/UG
(Konsequente Interessensvertretung) in der Arbeiterkammer Wien statt.
Am Podium waren Biju Onatt (DGKP), Mag. Markus Koza
(UG-Vorsitzender), Silvia Tauchner (DKKS), Margot Ham-Rubisch (Wr.
Pflege- und PatientInnenanwaltschaft, Dr.in Schirin-Martina Missaghi
(Anästhesistin) und Mag.a Sonja Müllner (DGKS - FSW) vertreten.
Personalvertreter_innen, Betriebsrät_innen und Beschäftigte aus
unterschiedlichen Bereichen ermöglichten eine aktive und vor allem
unabhängige Bewertung der aktuellen Situation im Wiener
Gesundheitswesen.

Zwt.: Mangelnde Wertschätzung für Gesundheitsberufe

Kritikpunkte waren vor allem die unzureichende Wertschätzung des
Personals durch die Dienstgeberin - auch in monetärer Hinsicht. "In
öffentlichen Diskursen wird höhere Entlohnung - etwa im männlich
dominierten Managementbereich - immer wieder mit hoher Verantwortung
gerechtfertigt. Interessanterweise gilt diese Logik allerdings
ausgerechnet im frauendominierten Gesundheitsbereich, wo die
Beschäftigten besonders hohe Verantwortung für ihre Klientel tragen,
plötzlich nicht mehr. Die Pflege bekommt nun zwar zusätzliche
Aufgaben, eine höhere Entlohnung gibt es dafür allerdings nicht",
führte etwa Sonja Müllner, Zentralbetriebsrätin im FSW aus.

Zusätzlich sei der Arbeitsalltag im Gesundheitsbereich von
qualitativen Verschlechterungen in den Ausbildungsmodellen, vom immer
höheren Anforderungen bei gleichbleibendem Personalstand und
gleichzeitig steigender PatientInnenanzahl, nicht nachvollziehbaren
Zusammenlegungen/Umstrukturierungen einzelner Bereiche/Abteilungen
u.v.m. geprägt, was vielfach Demotivierend wirke, ergänzte Silvia
Tauchner, Personalvertreterin der KIV/UG im Bereich des KAV.

Besorgniserregend sowohl für Personal als auch PatientInnen ist
die Tatsache, dass der Mangel an ausreichendem Personal einerseits zu
massiven Qualitätseinbußen in der Pflege, bei Therapien und
Akutbehandlungen führt und andererseits die Bediensteten vermehrt in
Krankenstände wie Burn-out oder Dienstgeberwechsel bzw. zur Aufgabe
des Berufes treibt. In einzelnen Fachgebieten herrsche für
PatientInnen untragbare Wartezeiten, z.B. auch in der
Kinderheilkunde, hier besonders in der Kinderpsychiatrie, wurde
seitens der Podiumsdiskutant_innen kritisiert.

Zwt.: KIV/UG fordert deutlich Verbesserung der Arbeits-, Ausbildungs-
und Einkommensbedingungen

Die Forderungen der KIV/UG um die Situation der Beschäftigten im
Gesundheitsbereich zu verbessern und Gesundheits- und Pflegeberufe
wieder zu attraktivieren:

- eine Aufstockung des gesamten Personalstands um 30%,

- Anhebung des Gehalts um 30%,

- eine zusätzliche Urlaubswoche für die Bediensteten im KAV,

- eine Maximalarbeitszeit von 38 Stunden/Woche und fundierte und
praxisnahe Ausbildungsmodelle.

Biju Onatt, DGKP und Personalvertreter der KIV/UG im KAV: "Wir
rufen deshalb am Donnerstag, 17. September ab 16.30 Uhr zu einer
Kundgebung unter dem Motto 'Mit Herz und Verstand: Unser
Gesundheitssystem braucht mehr' am Josef-Meinrad-Platz, gleich neben
dem Burgtheater um 16:30 auf, um unseren berechtigten Forderungen
Nachdruck zu verleihen." U.a. ist eine Forderungs-Sprühaktion
geplant, die durch Gesundheitseinrichtungen in ganz Wien touren soll.
Der KIV/UG Personalvertreter abschließend: "Gesundheit muss dem Staat
etwas wert sein! Und wir lassen nicht locker!"

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AGG

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel