• 10.09.2015, 12:39:36
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Gewerkschaft vida: Ja zu rascher Arbeitserlaubnis für Asylsuchende

Flüchtlinge dürfen aber nicht als Billigarbeitskräfte ausgebeutet werden!

Utl.: Flüchtlinge dürfen aber nicht als Billigarbeitskräfte
ausgebeutet werden! =

Wien (OTS) - Unterstützung für den Vorstoß, dass AsylwerberInnen in
Zukunft leichteren Zugang zum Arbeitsmarkt in Österreich haben, kommt
vom Vorsitzenden des Fachbereichs Tourismus in der Gewerkschaft vida,
Berend Tusch. "Der Tourismus und die Landwirtschaft haben im Moment
Kontingente für Saisonniers aus Drittstaaten. Wir machen uns für ein
Aus dieser Kontingente stark, sie sind überholt und gehören
abgeschafft. Gefragt sind in Zukunft flexible Quoten, die sich an der
Zahl der Asylsuchenden orientieren und die für alle Branchen gelten.
Hier ist die Politik aufgefordert, endlich zu handeln", so Tusch.

Flüchtlinge sind keine Billigarbeitskräfte

"Es kann nicht sein, dass AsylwerberInnen nur auf zwei Branchen
aufgeteilt werden können. Zudem haben Saisonkontingente einen großen
Nachteil - sie sind zeitlich befristet. Das ist der falsche Ansatz,
um diese Menschen langfristig in unsere Gesellschaft einzugliedern",
ist Tusch überzeugt. Auch am heimischen Arbeitsmarkt muss es Schutz
für die Asylsuchenden geben: "Wir werden ganz genau darauf achten,
dass ein möglicher verstärkter Einsatz von AsylwerberInnen nicht zu
Lohndumping führt. Es müssen die gleichen Bedingungen wie für
heimische ArbeitnehmerInnen gelten. Bezahlt werden muss nach
Kollektivvertrag, diese Menschen dürfen nicht mit einem Taschengeld
abgespeist werden. Außerdem muss es für die AsylwerberInnen genügend
Zeit für Sprachkurse und eine gute Ausbildung geben."

Rasche Arbeitserlaubnis JA, unkontrollierter Zugang NEIN

Ein unkontrollierter Zugang zum Arbeitsmarkt ab dem ersten Tag ist
für vida-Gewerkschafter Tusch aber keine Lösung. "Ich kann mir ein
Ersatzkräfteverfahren vorstellen. Konkret bedeutet das: Ein
Asylwerber bekommt einen Job nur dann, wenn das AMS für eine konkrete
Stelle keinen vorgemerkten Arbeitslosen findet." Eine rasche
Arbeitserlaubnis würde den Asylsuchenden viele Vorteile bringen,
ergänzt Andreas Gollner, vida-Fachsekretär für den Bereich Tourismus:
"Die Menschen hätten schnell eine Beschäftigung und müssten nicht
untätig ihr Asylverfahren abwarten." Mit einem Job in Österreich
hätten sie nach einem positiven Asylbescheid viel höhere Chancen,
später einen guten Arbeitsplatz zu finden.

"Lernen wir aus den vergangenen Ereignissen, gehen wir mit
Herausforderungen proaktiv um. Denn die Menschen würden von den
vielen sozialen Kontakten in ihrer Arbeitswelt profitieren und ihre
mögliche neue Heimat besser kennenlernen und verstehen. So
funktioniert Integration", so Berend Tusch abschließend. (Schluss)

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