- 09.09.2015, 13:57:07
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Blockadehaltung der Wiener Gebietskrankenkasse muss ein Ende haben
Wien benötigt mehr Kassenstellen und den Ausbau von Gruppenpraxen – Ärztekammer fordert Entbürokratisierung in den Ordinationen
Utl.: Wien benötigt mehr Kassenstellen und den Ausbau von
Gruppenpraxen – Ärztekammer fordert Entbürokratisierung in den
Ordinationen =
Wien (OTS) - Scharfe Kritik kommt von der Ärztekammer an der "bereits
seit Jahren bestehenden Blockadehaltung und Inaktivität seitens der
Wiener Gebietskrankenkasse" hinsichtlich der Aufwertung des
niedergelassenen Versorgungsbereichs. Wien benötige mehr
Kassenstellen, mehr Gruppenpraxen, die Abschaffung von
Leistungsdeckelungen sowie eine Entbürokratisierung in den
Ordinationen - "was aber alles am ständigen Njet der Krankenkasse
scheitert", lautet die Kritik von Ärztekammerpräsident Thomas
Szekeres. ****
Wolle man das bestehende und von den Patienten bevorzugte
Hausarztsystem fördern, brauche es keine neu zu erfindenden und von
politischer Willkür abhängigen Strukturen, sondern schlicht den
längst notwendigen Ausbau der bestehenden Einheiten. Szekeres:
"Unsere langjährige Forderung nach 300 zusätzlichen Kassenstellen in
Wien leitet sich von der sehr einfachen Berechnung ab, dass in den
letzten 15 Jahren die Wiener Bevölkerung um eine Viertelmillion
Menschen gewachsen ist, währenddessen im Gegenzug die Kassenstellen
von 1670 auf derzeit nur mehr 1540 reduziert wurden." Allein bei der
Allgemeinmedizin betrage der Rückgang wienweit 70 Kassenstellen.
Eine ähnlich erschreckende Inaktivität legt die
Gebietskrankenkasse bei der Genehmigung von Gruppenpraxen an den Tag:
"Insgesamt 100 Gruppenpraxenanträge stehen in der Warteschleife.
Allein die Krankenkasse steht auf der Bremse und verhindert so, dass
Ärztezentren ihren Patienten eine wortortnahe medizinische Versorgung
anbieten können." Stattdessen forciere die Krankenkasse einen
Bürokratieschub in Form von Chefarztpflicht, elektronischer
Gesundheitsakte oder Mystery Shopping.
Mit dem von der Politik geplanten Primary Health Care (PHC)-Gesetz
werde eine zentralistische, vom Staat gelenkte und damit
patientenferne Gesundheitsversorgung angestrebt. Patienten hingegen
wünschten sich eine wohnortnahe, kontinuierliche und vor allem
vertrauensvolle persönliche ärztliche Versorgung. Genau das biete der
Haus- und Vertrauensarzt.
In diesem Sinne müssten Hausärzte "ums Eck zu Fuß erreichbar sein,
und nicht drei U-Bahn-Stationen weiter". Dies treffe insbesondere auf
die Bundeshauptstadt zu, wo es keine so engen familiären Strukturen
wie auf dem Land gebe und ältere Menschen daher auch oft auf sich
alleine gestellt sind. "Nur deren Hausarzt kennt die
Krankengeschichte, hat ein sehr intimes Vertrauensverhältnis zu
seinen Patienten und kann auch schwierigere Probleme mit ihnen
besprechen." In zentralistischen und überdimensionalen
Versorgungseinheiten werde das nicht mehr möglich sein, warnt
Szekeres. (hpp)
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