Blecha: Pensionisten-Ja zu Reformen

Wirtschaft unwillig dringend notwendige Reformen mitzutragen

Wien (OTS) - "Ja, wir brauchen laufend Reformen! Ja, wir Pensionisten sind sehr für Reformen!", erklärte Pensionistenverbands-Präsident Karl Blecha heute und kritisierte gleichzeitig das unverantwortliche Krankjammern des Pensionssystems durch Vertreter der Wirtschaft:
"Dabei sind sie es, die Reformen blockieren, verhindern und bremsen!" Für den Präsidenten der größten und mitgliederstärksten Pensionistenvereinigung Österreichs ist es untragbar, dass Vertreter der Wirtschaft und die von ihnen bezahlten Pensionsexperten andauernd das Pensionssystem als großes Übel darstellen! "Das ist unverantwortlich und entspricht nicht den Tatsachen. Denn: in den letzten Jahren wurden die weitreichendsten Pensionsreformen seit Einführung des ASVG beschlossen und umgesetzt! Diese Maßnahmen zeigen bereits Wirkung! Alle Daten zeigen: Das System ist stabil! Das Pensionsalter steigt, die Finanzierung ist gesichert! Und auch die nächsten großen Reformschritte sind fix und fertig - aber die Wirtschaft blockiert sie!", kritisiert Präsident Blecha. ****

"Jetzt muss endlich die Wirtschaft ihrer Verantwortung nachkommen, altersgerechte Jobs bieten, den Jugendwahn in den Personalbüros beenden, mehr betriebliche Gesundheitsmaßnahmen setzen und ihre Blockade beim Bonus-Malus-System, dem Pensionsmonitoring und der Wertschöpfungsabgabe beenden!", so Blecha, der die zentralen Forderungen des Pensionistenverbandes an die Wirtschaft auf den Punkt bringt:

+ Bonus-Malus-System: Bonus zur Unterstützung von Betrieben, die älteren Menschen einen Arbeitsplatz bieten, Malus für jene Firmen, die gemessen an ihrer Branche keine oder zu wenige MitarbeiterInnen ab 50 Jahre beschäftigen. Die Wirtschaft muss ihre Blockade dieser aufkommensneutralen Maßnahme, die im Regierungs-Programm verankert ist, beenden.

+ Pensions-Monitoring für alle, auch für Beamte: Es geht darum zu wissen, wer, wann, wo und warum im Pension geht. Sämtliche Vorarbeiten sind erledigt, die Gesetzestexte liegen vor. Die Wirtschaftsvertreter blockieren!

Blecha kritisiert, dass die Wirtschaft "offenbar unwillig ist, dringend notwendige Reformen mitzutragen. Das ist unverantwortlich!", so der PVÖ-Präsident.

Weitere überfällige Forderungen des Pensionistenverbandes im Bereich Pensionen, die einer dringenden Lösung bedürfen:

+ Eine finanzielle Entlastung von Ausgleichszulagenbeziehern! Dass ausgerechnet die rund 224.200 Bezieherinnen und Bezieher eine Ausgleichszulage bei der Steuerreform leer ausgehen, empfinden die Betroffenen als Skandal! Ihnen wird die Rückvergütung bezahlter Krankenversicherungsbeiträge (bis zu 110 Euro im Jahr) von ihrer Ausgleichszulage verweigert. Verantwortlich für diese soziale Ungerechtigkeit sind ÖVP-Finanzminister Schelling und ÖVP-Chefverhandler "Sozialsprecher" Wöginger. Blecha dazu:
"Unsozial!"

+ Neupensionisten müssen derzeit bis zu 24 Monate auf die erste Pensionsanpassung warten. Beispiel: ist jemand im Februar 2015 in Pension gegangen gibt’s erst im Jänner 2017 eine Pensionsanpassung. Dieser "aus der schwarz-blauen Regierung stammenden Mist" soll durch eine Aliquotierung ersetzt werden, analog dem Weihnachts- oder Urlaubsgeld.

+ Der "Erhöhte Pensionisten-Absetzbetrag" (früher:
Alleinverdiener-Absetzbetrag) muss wieder uneingeschränkt gelten (derzeit mit Einschleifregelung)

+ Der Pensionssicherung-Beitrag in Höhe von bis zu über 5 Prozent für Beamten-Pensionisten, pensionierte Eisenbahner und Postpensionisten gehört abgeschafft (bei Pensionen bis zur ASVG-Höchstpension)

+ Änderungen beim Wartungserlass des Finanzministeriums, um Pensions-Nettokürzungen bei den Pensionen zu verhindern. (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

GS Andreas Wohlmuth, Pensionistenverband
Österreichs, Telefon: 0664-48 36 138

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