• 26.08.2015, 13:27:56
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Wahlkampfzuckerl „Mietfreie Mietwohnung“

Will man ein bewährtes System, das leistbares Wohnen in gut sanierten GBV-Altbauten sichert, zerstören?

Utl.: Will man ein bewährtes System, das leistbares Wohnen in gut
sanierten GBV-Altbauten sichert, zerstören? =

Wien (OTS) - "Ein Vergleich, der klar zu unseren Gunsten spricht",
hebt Mag. Karl Wurm, Obmann des Dachverbandes der gemeinnützigen
Bauvereinigungen (GBV), hervor und nimmt Bezug auf die Mieten im
immer größer und wichtiger werdenden Segment der Wohnungen, für die
die zur Errichtung aufgenommenen Darlehen abbezahlt sind. Hier falle
der Kostenvorteil von Wohnungen der GBV gegenüber von privaten und
gewerblichen Vermietern angebotenen Wohnungen sehr deutlich aus.

Während bei den GBV die Mieten dieser nach Ausfinanzierung ca. 35
Jahre alten Wohnungen auf - so Wurm - zwei Drittel des
burgenländischen Richtwertes zurückpendeln, gäbe es bei privaten und
gewerblichen Vermietern für ihre ebenfalls unter Co-Finanzierung der
Wohnbauförderung errichten Wohnungen nach Ablauf der
Darlehensrückzahlung keine Preisbindungen mehr. Für Wohnungen der GBV
fallen damit - präzisiert der GBV-Obmann - monatlich 3,44 Euro /m2
(exkl. Betriebskosten) an Miete an. Sie wären damit um 30% günstiger
als Altbauwohnungen bei privaten Vermietern und um mehr als 40%
günstiger als Wohnungen von privaten und gewerblichen Vermietern,
wenn diese die Förderungsdarlehen abbezahlt haben.

Mit den 3,44 Euro/m2 zahlen - so Wurm - die Bewohner nicht getilgte
Darlehen weiter, sondern eine Miete für eine Mietwohnung, mit der die
steigenden Sanierungskosten und vor allem die Brauchbarmachung einer
zur Wiedervermietung anstehenden Wohnung abzudecken wären. Während es
von privaten Vermietern immer wieder Klagen gäbe, man käme mit den
bestehenden Mieten von 8 bis 10 Euro/m2 vor allem wegen der hohen
Sanierungsnotwendigkeiten nicht aus, müssen die GBV mit weitaus
geringeren Beträgen über die Runden kommen. Und selbst die scheinen
manchen "entbehrlich", gäbe es doch Kommentare, die für eine
Abschaffung der Mieten für GBV-Wohnungen nach Abzahlung der Darlehen
plädieren: "Wenn man dann bei einer Miete von 3,44 Euro/m2 von - so
FPÖ-Obmann H.C. Strache - Miethaien spricht, dann sitzt man
garantiert auf dem falschen Dampfer und beweist wenig Kenntnis von
wirtschaftlichen Zusammenhängen", betont der GBV-Obmann: "Oder will
man die mietfreie Mietwohnung, ein wirtschaftliches Kuriosum, bei dem
völlig offen bleibt, wie, weil offensichtlich nur mehr die
Betriebskosten gezahlt werden sollen, die Instandhaltung und
Verbesserungen zu bedecken wären".

Eine Konsequenz davon wäre überdies, dass man damit der nächsten
Wohngeneration eine zusätzliche Kostenbelastung aufhalst, weil die
GBV weniger Eigenkapital bilden könnten, welches sie für die
Grundstücksbeschaffung einsetzen. "Wir sollten den bewährten
Generationenvertrag im gemeinnützigen Wohnbau nicht auf´s Spiel
setzen und nicht die Kluft zwischen Alt- und Neubaumieten weiter
erhöhen", gibt Karl Wurm abschließend zu bedenken.

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