- 26.08.2015, 11:28:30
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Umweltschutzorganisationen erheben Einspruch gegen steirisches Chemie-Werk
Kritik von Greenpeace und WWF an mangelhafter Umweltverträglichkeitserklärung
Utl.: Kritik von Greenpeace und WWF an mangelhafter
Umweltverträglichkeitserklärung =
Wien (OTS) - Im Rahmen des laufenden UVP-Verfahrens zur geplanten
Erzverhüttungsanlage der Firma Minex im obersteirischen Zeltweg
übermittelten Greenpeace und WWF heute ihre Einsprüche an die
steirische Landesregierung. Sie kritisieren die dürftige Qualität der
vorgelegten Umweltstudien, welche für die
Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) herangezogen werden sollen.
Sowohl Daten zu Abwasser, Abluft und Abfall, als auch die Überprüfung
der Naturschutzauswirkungen für den in einem
Natura-2000-Europaschutzgebiet geplanten Standort werden von den
Organisationen als unzureichend eingestuft.
"Auf Basis der vorhandenen Umweltstudien ist es unmöglich eine
seriöse Beurteilung der Umweltverträglichkeit durchzuführen. Das
bisherige Verfahren erweckt den Eindruck, als würde man bewusst
versuchen, kritische Punkte auszusparen", so WWF-Naturschutzexperte
Gebhard Tschavoll und Greenpeace-Umweltchemiker Herwig Schuster und
fordern eine umfassende Erhebung aller möglichen Umweltauswirkungen.
Die Firma Minex plant in Zeltweg die Errichtung einer neuen
Industrieanlage, die jährlich rund 110.000 Tonnen Gestein zu
verschiedenen mineralogischen und chemischen Produkten verarbeiten
soll. Die wichtigsten Produkte sind Magnesium- und Siliziumoxide
sowie Eisen- und Aluminiumchemikalien. Als Hilfsmittel werden große
Mengen an Salzsäure und Natronlauge benötigt, ebenso verschiedene
andere Chemikalien zur Erzaufbereitung. Ein auf bis zu 30 Grad
Celsius erwärmtes Wasser zur Kühlung der Anlage soll in die Mur
eingeleitet werden, und das ausgerechnet im
Natura-2000-Europaschutzgebiet "Ober- und Mittellauf der Mur mit
Puxer Auwald, Puxer Wand und Gulsen".
"In den für die Umweltverträglichkeitserklärung erstellten Studien
werden sowohl beim Abwasser als auch bei der Abluft viele mögliche
Schadstoffe überhaupt nicht berücksichtigt. So gibt es etwa keine
Informationen über mögliche Verunreinigungen des Abwassers mit
Aluminium, Nickel und Chrom", bemängelt Schuster und ergänzt, dass
außerdem Daten über die Kohlenmonoxid-Emissionen durch das
inkludierte Gas-Kraftwerk sowie mögliche Abfälle und deren Entsorgung
ausgespart wurden. Dies sind nur einige der von Greenpeace und
ÖKOBÜRO im gemeinsamen Einspruch beanstandeten Mängel - eine
Auflistung der Einwendungen von Greenpeace und ÖKOBÜRO-Allianz der
Umweltbewegung finden Sie unter http://bit.ly/1K0s0gT
Darüber hinaus wurden im bisherigen Prozess Naturschutzauswirkungen
stark vernachlässigt. Der betroffene Mur-Abschnitt beherbergt
natürliche Vorkommen bedrohter Fischarten wie den international
geschützten Huchen und die Äsche. Anfang 2015 wurde in diesem Bereich
der Mur außerdem der so genannte Smaragdgressling nachgewiesen - eine
bis jetzt noch nirgendwo anders auf der Welt bekannte Fischart aus
der Gattung der Gründlinge. "Bevor nicht geklärt ist, wie sich die
Einleitung von aufgewärmtem Wasser und Verhüttungsabwässern auf die
seltenen und einzigartigen Fischbestände der Mur auswirkt, darf diese
Anlage keinesfalls genehmigt werden", fordert Gebhard Tschavoll. Der
WWF-Naturschutzexperte befürchtet massive Schäden für die steirische
Fischfauna. Eine Auflistung der Einwendungen des WWF finden Sie unter
http://bit.ly/1EjnqrH
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