- 21.08.2015, 14:28:19
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Scharfe Kritik des VÖP an Medienarbeit der Bundesregierung sowie am Verständnis von Pressefreiheit
Privatsender waren im Gegensatz zum staatsnahen ORF vom Traiskirchen-Besuch von Regierungsvertretern ausgeschlossen
Utl.: Privatsender waren im Gegensatz zum staatsnahen ORF vom
Traiskirchen-Besuch von Regierungsvertretern ausgeschlossen =
Wien (OTS) - Die News-Redaktion des Privat-TV Senders PULS 4 hat mit
ihrem offenen Brief anlässlich des Besuchs der Erstaufnahmestelle
Traiskirchen durch die Spitze der österreichischen Bundesregierung
heftige Kritik an den betreffenden Regierungsvertretern geübt.*
Hintergrund dieser Kritik ist, dass lediglich ein Rundfunksender -
der staatsnahe ORF - sowie die zentrale Nachrichtenagentur APA
eingeladen wurden, diesen Besuch zu begleiten. Privaten Radio- und
Fernsehsendern hingegen wurde der Zutritt verweigert.
Diese Auffassung des demokratischen Grundprinzips der Pressefreiheit
ist aus Sicht des Verbands Österreichischer Privatsender völlig
unannehmbar. Der VÖP teilt daher uneingeschränkt und ausdrücklich die
Kritik der PULS 4 Redaktion.
Klaus Schweighofer, Vorstandsvorsitzender des VÖP und Vorstand der
Styria Media Group: "Es ging bei diesem Besuch, von dem Privatsender
ausgeschlossen waren, um das derzeit mit Abstand wichtigste und auch
heikelste Thema der österreichischen Innen- und Außenpolitik. Gerade
bei einem derart wichtigen Thema ist ein Informationsungleichgewicht
zwischen privaten Medien und dem staatsnahen ORF absolut
inakzeptabel. Dies umso mehr, als die österreichischen Privatsender
täglich über 2 Millionen Hörer und mehr als 3,5 Millionen Seher
erreichen. Diese 'Zwei-Klassen-Medienarbeit' ignoriert die
existierende pluralistische Verfassung der österreichischen
Medienlandschaft. Demokratie funktioniert nur unter der Voraussetzung
von unabhängigem und meinungsvielfältigem Journalismus. Das
Verständnis von Meinungs- und Pressefreiheit, das angesichts dieses
Amtsbesuchs offenbarte wurde, ist untragbar."
Im Namen aller österreichischen Privat-TV und Privatradio-Sender
fordert der Verband Österreichischer Privatsender daher die
Bundesregierung auf, grundsätzlich den gleichen Zugang zu
Informationen sowie Ton- und Bildmaterial für sämtliche Medien zu
gewährleisten und die unabhängige Berichterstattung der privaten
Radio- und TV-Sender nicht durch asymmetrische Medieninformation zu
behindern.
* http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150820_OTS0147
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