- 13.08.2015, 10:00:01
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Wehsely / Schwertner: Neues Quartier für 45 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge
In den kommenden Wochen werden zusätzliche Quartiere folgen.
Utl.: In den kommenden Wochen werden zusätzliche Quartiere folgen. =
Wien (OTS) - Die Situation in Traiskirchen ist besonders für
unbegleitete minderjährige Flüchtlinge dramatisch. Nach wie vor leben
hunderte Kinder und Jugendliche vor Ort unter schwierigsten
Bedingungen. Viele von ihnen haben nach wie vor kein Bett zur
Verfügung und müssen die Nächte obdachlos im Freien auf Pappkartons
und mit dünnen Decken bedeckt verbringen. Vor diesem Hintergrund
eröffnet die Caritas der Erzdiözese Wien nun im Auftrag der Stadt
Wien ein weiteres Quartier für unbegleitete minderjährige
Flüchtlinge. 45 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren werden dort ein
neues Zuhause und professionelle Unterstützung für einen Neuanfang
finden. "In Wien haben Politik und Hilfsorganisationen von Anfang an
bei der Flüchtlingsbetreuung ihren Teil der Verantwortung übernommen.
Wir werden daher auch in den kommenden Wochen gemeinsam weitere
Quartiere in Wien schaffen", betonten Sozialstadträtin Sonja Wehsely
und Caritas Generalsekretär Klaus Schwertner bei der Eröffnung.
"Mit der kurzfristigen Eröffnung der ‚WG Yunus‘ wollen wir zur
Entlastung des Erstaufnahmezentrums beitragen. Es geht hier in erster
Linie um eine adäquate Versorgung schutzsuchender Menschen. Zu
allererst wollen wir den jungen Flüchtlingen zeigen, dass sie in
Wien und Österreich willkommen sind.", betont Klaus Schwertner,
Generalsekretär der Caritas der Erzdiözese Wien bei der Eröffnung
des Quartiers in der Grangasse im 15. Bezirk.
"Wien betreut derzeit rund 3.000 Flüchtlinge, die jünger als 18 Jahre
sind. Davon sind über 500 nach einer traumatischen Flucht ohne Eltern
oder Bezugspersonen. Für sie haben wir eine besondere Verantwortung.
Dafür braucht es sozialpädagogische Betreuung, Freizeitgestaltung und
Bildungsarbeit. So wollen wir den Jugendlichen eine gute Zukunft
ermöglichen. In Wien ziehen Politik, Verwaltung und
Hilfsorganisationen wie die Caritas an einem Strang, daher
funktioniert die Flüchtlingsbetreuung auch gut", so Sozialstadträtin
Wehsely bei der Eröffnung.
"Es sind teils unglaubliche Geschichten, die jugendliche Flüchtlinge
erzählen, die ohne Eltern oder erwachsene Bezugspersonen über halbe
Kontinente zu uns gekommen sind", so Peter Hacker, Geschäftsführer
des Fonds Soziales Wien und Flüchtlingskoordinator der Stadt Wien.
"Es sind Geschichten von persönlichen Erniedrigungen, Angst und
Vernichtung - Geschichten, die mich an die Schilderungen meiner
Eltern und Großeltern aus dem selbst Erlebten erinnern. Es ist ein
Privileg, dass wir in Frieden leben können, und es ist eine Frage der
Solidarität, gerade den jungen Menschen unsere Hilfe in einem
sicheren Hafen anzubieten."
"Selbstverständlich kommt auch der 15. Bezirk seiner humanitären
Verpflichtung nach und hat seine Unterstützung für die Unterbringung
von 45 unbegleiteten Jugendlichen zugesagt. Die Betreuung wird in
gutbewährter Art von der Caritas übernommen. Es wurden bereits erste
Gespräche mit den vor Ort verantwortlichen Personen der Caritas
geführt, und ich bin überzeugt, dass es eine enge und positive
Zusammenarbeit geben wird", betont Gerhard Zatlokal, Bezirksvorsteher
von Rudolfsheim-Fünfhaus.
Gemeinsam mit seinen 16 Partnerorganisationen in der Grundversorgung
hat der Fonds Soziales Wien seit Jahresanfang rund 2.000 zusätzliche
Plätze geschaffen und sichert die Betreuung von 10.000 Flüchtlingen.
Der FSW arbeitet ausschließlich mit erfahrenen NGOs zusammen, die
neben den ausreichenden Kapazitäten auch das notwendige Know-how zur
Verfügung stellen. Rund 80 Prozent der Flüchtlinge leben in
Privatquartieren. Der Wiener Flüchtlingskoordinator koordiniert alle
Angebote zur Betreuung und Integration der Flüchtlinge, vom Wohnraum
bis zu Sprachkursen. Außerdem zählt auch die Vernetzung mit
Hilfsorganisationen, NGOs und privaten Initiativen zu seinen
Aufgaben.
Österreichweit betreut die Caritas bereits 30 Prozent der
AsylwerberInnen in der Grundversorgung. Mehr als 4.400
AsylwerberInnen im Rahmen der Grundversorgung - knapp die Hälfte
davon in Klöstern und pfarrlichen Einrichtungen. Zusätzlich werden
10.500 Menschen mobil betreut. Die Caritas konnte so in den
vergangenen zwölf Monaten 1.700 zusätzliche Plätze für schutzsuchende
Menschen schaffen. In der mobilen Betreuung werden heute, verglichen
mit Juli 2014, doppelt so viele Menschen versorgt.
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