- 06.08.2015, 11:48:17
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Caritas: Situation in Traiskirchen bis heute humanitäre Tragödie
„Der Aufnahmestopp ist ein erster guter Schritt, aber es braucht rasch eine Gesamtstrategie Asyl“, so Generalsekretär Schwertner. Caritas schafft weitere Quartiere für Flüchtlinge
Utl.: „Der Aufnahmestopp ist ein erster guter Schritt, aber es
braucht rasch eine Gesamtstrategie Asyl“, so Generalsekretär
Schwertner. Caritas schafft weitere Quartiere für Flüchtlinge =
Wien (OTS) - Der Aufnahmestopp in Traiskirchen ist ein erster guter
Schritt, aber die Situation vor Ort gleicht einer humanitären
Katastrophe. "Hunderte schutzsuchende Männer, Frauen und Kinder sind
nach wie vor zur Obdachlosigkeit gezwungen. Sie schlafen auf dünnen
Decken, bei Hitze und Starkregen unter freiem Himmel", betont Klaus
Schwertner, Generalsekretär der Caritas der Erzdiözese Wien. Aufgrund
der nicht tragbaren Situation unterstützt die Caritas den Vorschlag
eines Hilfseinsatzes des Bundesheeres, ähnlich wie nach
Hochwasserkatastrophen. "Wir sind über jede Maßnahme froh, die dabei
hilft, die Not der Menschen zu lindern. Dennoch müssen Bund, Länder
und Gemeinden endlich einen gemeinsamen Schulterschluss wagen und
noch mehr Verantwortung für schutzsuchende Menschen übernehmen." Und
solange Flüchtlinge unter freiem Himmel schlafen, ist es laut Caritas
höchst an der Zeit, die Türen der Kasernen zu öffnen und, bis es
ausreichend feste Quartiere gibt, befristet für die obdachlosen
Menschen Zelte im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen aufzustellen.
"Was es braucht ist eine Gesamtstrategie in der Asylpolitik - besser
heute als morgen. Nur ein Schulterschluss von Bund, Ländern,
Gemeinden und der Zivilgesellschaft kann dazu führen, dass kein Kind,
das vor Verfolgung, Folter und Tod fliehen musste, in Österreich zur
Obdachlosigkeit verurteilt wird", fordert Schwertner. Neben einer
notwendigen europäischen Lösung wird es in Zukunft auch weiterhin
darum gehen, geflüchteten Menschen ein Ankommen in Österreich zu
ermöglichen.
Wir helfen.
Die Erstaufnahmestelle Traiskirchen ist nach wie vor ein Ort der
Schande, rund um Gelände des Erstaufnahmezentrums ist aber so etwas
wie ein Ort der Menschlichkeit und Solidarität entstanden. "Viele
wollen ihre Augen vor der Not dieser Menschen nicht verschließen und
packen mit an. Dank der Unterstützung und des großartigen Engagements
vieler Freiwilliger und der überwältigenden Spendenbereitschaft ist
es der Caritas möglich, hier rasch Hilfe zu leisten.
Hilfe in Traiskirchen
Die Caritas der Erzdiözese Wien ist mit dem Omni.bus in Traiskirchen
vor Ort. Freiwillige haben allein gestern 250 Hygienepakete,
Schlafsäcke, T-Shirts sowie Spielsachen für Kleinkinder verteilt.
Zu den Öffnungszeiten des Omni.Bus - Mo bis Sa von 14.00 - 19.00 Uhr
Wo: Otto-Glöckel-Straße 29, 2514 Traiskirchen
Weitere Plätze für Flüchtlinge
In den kommenden Tagen wird die Caritas ein Quartier für 45
unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Wien eröffnen und eine
Reihe von zusätzlichen Quartieren und Plätzen werden in den kommenden
Wochen folgen.
Flüchtlingshilfe der Caritas
Österreichweit betreut die Caritas bereits 30 Prozent der
AsylwerberInnen in der Grundversorgung. Mehr als 4.400
AsylwerberInnen im Rahmen der Grundversorgung - knapp die Hälfte
davon in Klöstern und pfarrlichen Einrichtungen. Zusätzlich werden
10.500 Menschen mobil betreut. Die Caritas konnte so in den
vergangenen zwölf Monaten 1.700 zusätzliche Plätze für schutzsuchende
Menschen schaffen. In der mobilen Betreuung werden heute, verglichen
mit Juli 2014, doppelt so viele Menschen versorgt.
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