- 03.08.2015, 10:55:23
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Leere Klöster haben keinen Platz für Flüchtlinge
Initiative gegen Kirchenprivilegien fordert: Kirchlichen Immobilien-Leerstand sinnvoll nutzen. Schönborns Wunsch, nur christlichen Asylanten Unterkünften zu geben, ist zynisch
Utl.: Initiative gegen Kirchenprivilegien fordert: Kirchlichen
Immobilien-Leerstand sinnvoll nutzen. Schönborns Wunsch, nur
christlichen Asylanten Unterkünften zu geben, ist zynisch =
Wien (OTS) - Kirchliche Immobilien sind durch die vielfache
Befreiung von Grund- und Grunderwerbssteuer und durch
Denkmalpflegezuschüsse subventioniert. Trotzdem sind - durch den
steigenden Bedeutungsverlust der Kirche - immer mehr Leerstände zu
verzeichnen. So verlassen etwa die Kapuziner ihr Kloster in Imst,
http://tirol.orf.at/news/stories/2690390, im riesigen Hauskomplex
leben derzeit nur noch zwei Mönche. Und erst letztes Jahr haben die
Franziskaner in Reutte ein Kloster geschlossen:
http://tirol.orf.at/news/stories/2665985/. "Wir dürfen davon
ausgehen, dass dies nur die Spitze des Eisberges ist und die
allermeisten Klöster große Flächen an Leerstand haben", sagt
Christian Fiala von der Initiative gegen Kirchenprivilegien. Und
Christoph Baumgarten, Autor des Buches "Gottes Werk und unser
Beitrag" - eine kritische Aufarbeitung der Kirchenfinanzen - fordert
mehr kirchliches Engagement bei der Unterbringung von Flüchtlingen:
"Die Österreicherinnen und Österreicher subventionieren das System
Kirche jährlich mit 3,5 Milliarden Euro. Das ist ein Vielfaches
dessen, was die Unterbringung aller Asylwerber in Österreich kostet."
Leere Pfarrhäuser für Flüchtlinge?
"Wenn wir mit unserem Steuergeld kirchliche Infrastruktur fördern,
dürfen wir auch einen gesellschaftlichen Beitrag der Kirchen
angesichts des Betreuungsnotstands für Flüchtlinge erwarten",
bekräftigt auch Fiala. Er erinnert an die millionenschweren
Mensalgüter - kirchliche Immobilen, die ausschließlich dem feudalen
Leben des Kardinals und der Bischöfe dienen. Und dann wären da noch
die insgesamt 3051 österreichischen Pfarren, zu denen ebenso viele,
meist leerstehende Pfarrhäuser zählen, die vielfach nur mehr vom
Pfarrer selbst bewohnt werden.
Nur christliche Flüchtlinge erwünscht?
Einerseits höre man ständig Lippenbekenntnisse der Kirche für einen
menschlicheren Umgang mit Flüchtlingen. Andererseits ist der Beitrag,
den die Kirche selbst dafür leistet, verwunderlich gering, denn
Flüchtlinge will sie dort nicht unterbringen. Trotz massiver Kritik
im Nachrichtenmagazin profil
http://www.profil.at/oesterreich/stifte-kloester-platz-fluechtlinge-5773577
bleiben die Klöster verschlossen. Ein Grund: Kardinal Schönborn
möchte nur christliche Flüchtlinge in den Klöstern aufgenommen
wissen. "Das ist angesichts des aktuellen Betreuungsnotstands einfach
nur zynisch", moniert Christian Fiala. Und selbst das kirchliche
Flaggschaff der Nächstliebe, die Caritas, wird nur zu 2 % von der
Kirche selbst finanziert.
Österreichs verwaiste Klöster
Eine Recherche offenbart: Österreichs Klöster verwaisen: "Unserem
Augustiner-Vikariat gehören derzeit 12 Mitglieder an", schreibt etwa
der Augustiner-Orden in einer Selbstbeschreibung: 12 Leute in drei
Klöstern also. Die Benediktiner geben an, dass sie 360 Mitglieder
haben. Das macht sie zum größten Orden Österreichs. Dafür haben sie
aber auch sehr viel Platz: Ihre Wohnsitze verteilen sich über
insgesamt 14 Klöster. Die Kreuzherren hingegen zählen ganze fünf
Mitglieder, die Mechitaristen wiederum zählen 17 Mitglieder in der
Wiener Abtei. Die Dominikaner - das ist Schönborns Orden - zählen in
Österreich 31 Mitglieder. Die Minoriten verfügen über 27 Brüder,
verteilt in sechs Gemeinschaften. Der schrumpfende Franziskaner-Orden
verfügt über 135 Mitglieder, verteilt auf 23 Standorte. "Die wenigen
in Österreich verbleibenden Klosterbrüder und -schwestern leben also
in weiträumigen Immobilien, deren Erhalt teilweise von uns
Steuerzahlern finanziert wird", fasst Buchautor Baumgarten zusammen.
www.kirchen-privilegien.at
www.kirchenfinanzierung.at
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