• 23.07.2015, 09:19:04
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  • OTS0017 OTW0017

Greenpeace begrüßt EU-Importverbot schädlicher Chemikalie NPE

Mitgliedsstaaten entscheiden gesundheits- und umweltschädliches Schlupfloch zu schließen

Utl.: Mitgliedsstaaten entscheiden gesundheits- und
umweltschädliches Schlupfloch zu schließen =

Brüssel/Wien (OTS) - In einer Grundsatzentscheidung haben die
EU-Mitgliedsstaaten kürzlich einstimmig beschlossen, die giftige
Chemikalie Nonylphenolethoxylat (NPE) in Bekleidungsimporten zu
verbieten. Der positive Entscheid der Europäischen Kommission wird in
den nächsten Wochen erwartet. Innerhalb eines für die Umstellung der
Textilindustrie realistischen Zeitraums von fünf Jahren soll das
Verbot dann voll in Kraft treten. Damit wird ein Schlupfloch für eine
in der europäischen Produktion eigentlich verbotenen und für
Gesundheit und Umwelt äußerst schädlichen Chemikalie geschlossen.

"Die Entscheidung der EU-Mitgliedsstaaten spiegelt die Forderung der
Greenpeace Detox-Kampagne und einer Vielzahl von Konsumentinnen und
Konsumenten, die diese unterstützen, wider", sagt Nunu Kaller,
KonsumentInnensprecherin von Greenpeace CEE in Österreich und weist
auf die weitreichenden Auswirkungen hin: "Die Textilproduktion in
China beispielsweise ist stark abhängig von Exporten in die EU. Will
sich China den Schlüsselmarkt erhalten, muss die dortige
Textilindustrie nun progressiver vorgehen und gefährliche Chemikalien
aus ihren Produkten verbannen."

NPE wird in der Textilproduktion als Tensid eingesetzt und gelangt
nach den ersten Waschgängen in heimische Gewässer, wo es sich in
Nonylphenol (NP) umwandelt. Nonylphenol ist eine persistente und
hormonell wirksame Chemikalie, die in die Nahrungskette gelangt und
bereits in kleinen Dosen gefährlich für die Gewässerfauna ist.

Das Verbot von NPE in importierter Kleidung ist ein Ergebnis vieler
Kampagnen in ganz Europa und ein Eingehen auf die
Greenpeace-Forderungen den Einsatz von NPE zu regeln. Der massive
Einsatz von NPE in der asiatischen Textilindustrie wurde im Jahr 2011
von Greenpeace aufgedeckt. In dem Report "Schmutzige Wäsche 2 - Zum
Trocknen aufgehängt" zeigt die Umweltschutzorganisation auf, dass der
Import von NPE-belasteten Textilien ein Schlupfloch in der
EU-Gesetzgebung ist: Während der Einsatz von NPE in der Produktion
innerhalb der EU verboten wurde, gelangten durch Textilimporte immer
noch Tausende Tonnen der gesundheits- und umweltschädlichen
Chemikalie in europäische Gewässer.

"Der EU-Beschluss ist ein großer Schritt in Richtung einer sauberen,
giftfreien Textil-Zukunft. Greenpeace fordert die großen Modemarken
und ihre Lieferanten dazu auf, diesen Weg nachhaltig einzuschlagen,
indem sie die Freisetzung von giftigen Chemikalien in ihrer
Lieferkette und ihren Produkten eliminieren", so Kaller abschließend.

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