- 22.07.2015, 16:11:56
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Sinn aus der Informationsflut ziehen
Neue Technologien für den Datenjournalismus

Utl.: Neue Technologien für den Datenjournalismus =
St. Pölten (OTS/FHSTP) - Datenjournalismus extrahiert komplexe
Informationen aus einer Unmenge an Daten und präsentiert sie
anschaulich. Doch oft fehlen geeignete Analysemethoden und die
passende Technik für diese schwierige Aufgabe. Das Forschungsprojekt
"VALiD - Visual Analytics in Data-Driven Journalism" entwickelt neue
Techniken, die JournalistInnen dabei unterstützen sollen. Angewandt
werden können diese Techniken beispielsweise zur Analyse von
Parlamentsprotokollen oder der Medientransparenzdatenbank.
Gesellschaft und Natur durch Daten verstehen
So wie viele andere Organisationen stehen Verlage und die
Nachrichtenindustrie vor der Herausforderung, Sinn aus der ständig
anwachsenden Informationsmenge zu ziehen. Das Ziel des Projekts VALiD
ist es, jene Visual-Analytics-Technologien wesentlich zu verbessern,
die die Untersuchung von komplexen und heterogenen Daten im
Datenjournalismus unterstützen.
"Wir leben in einer Welt, in der es immer wichtiger wird, komplexe
sozio-ökonomische und ökologische Phänomene zu verstehen, um
Entscheidungen zu treffen. Traditionell spielen Journalistinnen und
Journalisten eine wichtige Rolle in diesem Bestreben, indem sie
verborgene Muster aufdecken, über Zusammenhänge informieren,
aufklären und unterhalten", sagt Projektleiter Wolfgang Aigner vom
Institut für Creative\Media/Technologies der FH St. Pölten.
Steine am Weg zum Datenberg
Mit der ständig wachsenden Menge und Verfügbarkeit von Daten mussten
JournalistInnen zunehmend Elemente der Datenanalyse und
-visualisierung in ihre Arbeit integrieren. Entstanden ist dadurch
das Gebiet des Datenjournalismus, der auf computergestützter,
datenbasierter Analyse sowie interaktiver Visualisierung beruht.
"Obwohl sich verschiedene Communities mit Datenjournalismus befassen
und ihn eine Reihe bekannter Nachrichtenorganisationen wie die New
York Times oder der Guardian aufgegriffen haben, steht die Mehrheit
der Journalistinnen und Journalisten nach wie vor erheblichen
Hindernissen bei der Nutzung von Daten in ihrer Arbeit gegenüber", so
Aigner.
Drei Haupthürden existieren: Meist fehlen brauchbare Systeme, die
passende Technologie und der Workflow in der Arbeitsroutine. "Viele
Journalistinnen und Journalisten verfügen nicht über das technische
Know-How, das für das Bedienen derzeit verfügbarer Werkzeuge
notwendig ist, gängige Analysetechniken können die komplexen,
heterogenen Daten nicht verarbeiten und es fehlt meist eine
IT-Infrastruktur, die Datenjournalismus unterstützen könnte", erklärt
Aigner.
Hilfe für den Umgang mit der Datenflut: Parlamentsprotokolle
und Medientransparenz
Genau hier setzt das Projekt VALiD an: Mit dem Blick auf NutzerInnen
und deren Probleme entwickelt es in den nächsten drei Jahren
Techniken, die DatenjournalistInnen bei der Handhabung von komplexen
heterogenen Daten unterstützen, sowie eine Reihe von Richtlinien und
Best-Practices für Abläufe im Datenjournalismus.
Da das Feld der heterogenen Daten groß ist, fokussiert das Projekt
auf zwei Typen: Zum einen werden zeitbezogene Textdaten in Form von
Parlamentsprotokollen des Nationalrats unter die Lupe genommen. Diese
sind zwar elektronisch verfügbar, liegen aber als unstrukturierte
Textmenge vor. Die zweite Art von untersuchten Daten sind dynamische
Netzwerke in Form der Medientransparenzdatenbank. Sie enthält große
Mengen an Daten dazu, in welchen Medien und in welcher Höhe
staatliche Organisationen ihre Inserate schalten.
Die SpezialistInnen für Visualisierung und interaktive Technologien
kommen im Projekt von der FH St. Pölten und der Universität Wien,
jene für Datenjournalismus von der FH JOANNEUM und für die Umsetzung
prototypischer Techniken ist das Unternehmen drahtwahrenhandlung mit
an Board.
Projekt VALiD - Visual Analytics in Data-Driven Journalism
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und
Technologie (BMVIT) über das Förderprogramm "IKT der Zukunft" der
Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG finanziert
(Projekt 845598).
Partner im Projekt sind die Universtität Wien (Department of Computer
Science, Visualization and Data Analysis research group), die
Landsiedl, Popper OG - drahtwarenhandlung film & animation und die FH
JOANNEUM (Institut für Journalismus und Public Relations).
Links:
http://www.validproject.at
https://www.fhstp.ac.at/de/forschung/projekte/valid-visual-analytics-
in-data-driven-journalism
https://www.facebook.com/VALIDproject
https://twitter.com/valid_at
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