• 16.07.2015, 12:09:56
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Caritas zu Integrationsbericht: „Zelte kein Ausdruck gelebter Willkommenskultur“

Caritas fordert Sprachkurse und Integrationsmaßnahmen von Anfang an.

Utl.: Caritas fordert Sprachkurse und Integrationsmaßnahmen von
Anfang an. =

Wien (OTS) - "Der neue Integrationsbericht macht deutlich, dass für
Flüchtlinge in Österreich mehr getan werden muss. Zelte ersetzen
keine Asylpolitik und sie sind in weiterer Folge auch kein geeignetes
Signal für gelungene Integration. Wir müssen heute schon an morgen
denken und Menschen, die nach ihrer Flucht nach Österreich gelangt
sind, Perspektiven eröffnen. Gerade wenn ich an syrische Flüchtlinge
denke, benötigen wir eine gelebte Willkommenskultur: mehr Sprachkurse
und weiter reichende Integrationsmaßnahmen - und zwar von Anfang an",
so Caritas Präsident Michael Landau anlässlich der heutigen
Präsentation des Berichts durch Außen- und Integrationsminister
Sebastian Kurz.

Sprachkurse für gesellschaftliche Teilhabe
"Deutschkenntnisse sind ein wichtiger Schlüssel für die
gesellschaftliche und wirtschaftliche Teilhabe in Österreich. Wir
brauchen ausreichend Deutschkurse in den benötigten Sprachniveaus. Es
ist in unser aller Interesse, schutzsuchende Menschen durch
flächendeckende Integrationsangebote in die Mitte der Gesellschaft zu
holen", unterstützt Landau die Forderung des Expertenrates für
Integration nach Deutschkursen auch für ältere AsylwerberInnen.

"Sofern ein Kind die geplanten separaten Deutschklassen maximal ein
Jahr besuchen soll und eine flexible Handhabung mit der Möglichkeit
eines früheren Wechsels in das Regelschulsystem besteht, ist dieser
Zugang sinnvoll", so Landau. "Denn jedes Kind hat das Recht auf
Bildung und jedes Kind muss auf die Bildungsreise mitgenommen werden.
Die deutsche Sprache ist eine wichtige Voraussetzung, um dem
Regelunterricht folgen zu können. Wichtig ist, dass die Kinder
bereits mit ihrer Ankunft in Österreich unterrichtet werden. In den
Sommermonaten soll dieser Unterricht mit einem Freizeitprogramm bis
zum Schulstart stattfinden. Jeder Tag, der hier ungenützt
verstreicht, ist ein verlorener Tag."

Die Caritas begrüßt auch die Forderungen nach einem zweiten,
kostenlosen, und bei Bedarf verpflichtenden Kindergartenjahres für
Kinder mit und ohne Migrationshintergrund. "Hier gibt es seit
geraumer Zeit Konsens innerhalb der Regierungsparteien. Umgesetzt
wurde das Projekt jedoch noch immer nicht. Kindergärten müssen als
Bildungseinrichtungen verstanden werden - als Orte, an denen die
deutsche Sprache früh und spielerisch vermittelt werden kann", so
Michael Landau. "Das Ziel muss es sein, auf qualitativ hohem Niveau
nicht nur die sprachlichen, sondern auch die motorischen, sozialen
sowie emotionalen Kompetenzen der Kinder zu fördern. Dazu braucht es
einerseits mehr Personalressourcen und anderseits ein österreichweit
einheitliches Qualitätsrahmengesetz. Die Schnittstelle zwischen
Kindergarten und Volksschule muss verbessert und auch die Erstsprache
von Kindern mit Migrationshintergrund gefördert werden, denn gerade
Mehrsprachigkeit ist eine wichtige Kompetenz am Arbeitsmarkt im
späteren Leben."

Bessere Chancen für Flüchtlinge am Arbeitsmarkt
"Den Zugang zum Arbeitsmarkt durch Kompetenzchecks beim
Arbeitsmarktservice zu erleichtern, wird von der Caritas begrüßt.
Landau: "Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe sind die beste Form
der Integration. Flüchtlinge brauchen insbesondere bei der
Anerkennung von Bildungsabschlüssen und informellen Kompetenzen
Hilfe, um ihrem Bildungsgrad entsprechende Arbeit zu finden. Als
Caritas sind wir weiterhin überzeugt: Wer legal in diesem Land lebt,
soll auch legal hier arbeiten dürfen."

"Integration ist mehr, als ZuwanderInnen einen Katalog von Pflichten
zu übergeben. Integration bedeutet das Eröffnen einer neuen Heimat.
Nur, wenn zugewanderte Menschen gleiche Teilhabechancen haben, werden
sie sich der neuen Heimat verbunden fühlen. Zu einer solchen
Willkommenskultur, die ich für ein wichtiges Ziel halte, ist aber
noch viel zu tun", so der Caritas Präsident.

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