• 15.07.2015, 10:30:50
  • /
  • OTS0050 OTW0050

Greenpeace befürchtet Giftmüll-Verbrennungsanlage bei Donau Chemie in Brückl

HCB-Entsorgung: Opportunismus auf Kosten der Bevölkerung muss verhindert werden

Utl.: HCB-Entsorgung: Opportunismus auf Kosten der Bevölkerung muss
verhindert werden =

Brückl/Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace reagiert
mit Unverständnis auf die überraschende Bekanntgabe der Donau Chemie
AG gestern Nachmittag, die HCB-Blaukalkverwertung neu auszuschreiben.
"Eine derartige Entscheidung so knapp nach dem konstruktiv
verlaufenen Deponiegipfel vom vergangenen Mittwoch zu treffen, ist
ein Affront", sagt Greenpeace-Chemiker Herwig Schuster. Er befürchtet
andere Beweggründe als die Lösung des Blaukalkproblems hinter den
jüngsten Unternehmensentscheidungen: "Es sieht so aus, als würde sich
die Donau Chemie AG den Weg für die Errichtung einer eigenen
Giftmüll-Verbrennungsanlage in Brückl ebnen, um damit längerfristig
Geschäfte zu machen." Greenpeace fordert von der Donau Chemie AG, dem
Umweltministerium sowie dem Land Kärnten ein klares Nein zu dieser
Variante.

Das Umweltbundesamt (UBA) hat vergangenen Mittwoch beim Deponiegipfel
insgesamt acht verschiedene Szenarien zur Entsorgung des Blaukalks
präsentiert, darunter auch die Errichtung einer eigenen
Giftmüll-Verbrennungsanlage in Brückl. Diese Variante landete in der
vorläufigen Kosten-Nutzen-Bewertung des UBAs auf Platz 3. Schuster
ist skeptisch: "Die für dieses Szenario von der Donau Chemie
bekanntgegebenen und für die Bewertung angesetzten Kosten erscheinen
viel zu niedrig. Außer, es wurde bereits einkalkuliert, dass die
Donau Chemie AG nach Fertigstellung der Deponiesanierung anderen
Giftmüll verbrennen wird." Eine neue Giftmüll-Verbrennungsanlage hält
der Greenpeace-Sprecher für untragbar und unnötig: "Eine
längerfristig geplante Giftmüllverbrennung in Brückl ist den
Anrainerinnen und Anrainern nicht zumutbar. Zudem besteht in
Österreich keinerlei Bedarf an einer zusätzlichen
Abfall-Verbrennungsanlage, es sei denn, die Donau Chemie AG hat vor,
ins Geschäft mit italienischem Müll einzusteigen."

Greenpeace fordert alle Beteiligten auf, sich an das Ergebnis des
Gipfels zu halten, nämlich die besten Varianten auf
umweltmedizinische Tauglichkeit zu überprüfen und dann bis Ende
August eine endgültige Entscheidung zu treffen. "Wenn die Donau
Chemie AG ihre gestrige Entscheidung nicht widerruft, ist das
Gipfel-Ergebnis obsolet, weil einige Varianten dann bereits jetzt
ausgeschlossen werden", erklärt Schuster. Zudem geht durch die
EU-weite Neuausschreibung wertvolle Zeit verloren, im ungünstigsten
Fall kann sich eine Ausschreibung über mehrere Jahre erstrecken. "Der
Rechtsstreit zwischen der Donau Chemie AG und dem Wietersdorfer
Zementwerk darf nicht auf Kosten der Umwelt und der Menschen im
Görtschitztal ausgetragen werden", appelliert der Greenpeace-Sprecher
abschließend.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GRP

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel