Brandstetter und Mikl-Leitner präsentieren Sicherheitsbericht 2014 im heutigen Ministerrat

Zahl inhaftierter Jugendlicher gesunken, Verfahrensdauer am Tiefststand, Gesamtkriminalität 2014 erneut gesunken und konstant hohe Aufklärungsquote

Wien (OTS) - Der aktuelle Sicherheitsbericht bestätigt, dass die Maßnahmen im Bereich des Jugendstrafvollzugs bereits erste Früchte tragen. So zeigt die Zahl der inhaftierten Jugendlichen seit Anfang 2012 - trotz Schwankungen - einen abnehmenden Trend. Diese verringerte sich mit Stichtag 1. September 2014 auf 99 Personen, womit der Anteil inhaftierter Jugendlicher im Vergleich zur Gesamtheit der Insassen nur noch 1,2 Prozent beträgt. "Die positiven Entwicklungen im Bereich Jugendstrafvollzug freuen mich besonders. Denn sie unterstreichen einmal mehr die gute Arbeit der Justiz im Allgemeinen und der Jugend Taskforce im Speziellen", sagte Justizminister Dr. Wolfgang Brandstetter im heutigen Ministerrat. Um der Inhaftierung von Jugendlichen entgegenzuwirken, wurden bereits zahlreiche Maßnahmen gesetzt: Seit November 2014 werden die Sozialnetzkonferenzen bundesweit angeboten, die dabei helfen sollen, die Untersuchungshaft zu verkürzen. Zusätzlich können Jugendliche seit Jahresbeginn alternativ zur U-Haft auch in betreuten Wohngemeinschaften untergebracht werden. Und in Graz wird derzeit die Jugendgerichtshilfe als Modellprojekt erprobt.

Ein weiterer erfreulicher Trend aus dem Sicherheitsbericht bezieht sich auf die Verfahrensdauer. Diese verkürzte sich in den vergangenen Jahren sowohl bei bezirksgerichtlicher als auch bei landesgerichtlicher Zuständigkeit kontinuierlich und beträgt 2014 bundesweit im Median 1,1 Monate. "Dies zeigt, dass wir laufend daran arbeiten, die österreichische Justiz effizienter zu machen", sagte Bundesminister Brandstetter.

"Der Bericht zeigt, dass die Gesamtkriminalität in Österreich 2014 erneut gesunken ist und einen neuen Tiefstand der letzten zehn Jahre erreicht hat. Das ist der Erfolg aller Polizistinnen und Polizisten die täglich für die Sicherheit der Menschen in unserem Land im Einsatz sind", sagte Innenministerin Mag.a Johanna Mikl-Leitner. Wurden im Jahr 2005 noch über 604.000 Fälle und 2013 noch über 546.000 Fälle zur Anzeige gebracht, waren es 2014 527.692 Anzeigen. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Rückgang um 18.704 Anzeigen (- 3,4 Prozent). Seit 2010 konnte die Aufklärungsquote von über vierzig Prozent gehalten werden.

Der Sicherheitsbericht 2014 dokumentiert auch einen Rückgang von Kfz-Diebstählen, weniger Anzeigen gegen Cyber-Kriminalität und eine konstant hohe Aufklärungsquote bei Gewaltdelikten. Die Zahl der Kfz-Diebstähle in Österreich ist seit fünf Jahren konstant niedrig und hat im Jahr 2014 mit 3.347 als gestohlen gemeldeten Kraftfahrzeugen (Lastkraftwägen, Personenkraftwägen und Krafträder) einen Tiefstand erreicht. Der Rückgang von 2013 auf 2014 beträgt 13,8 Prozent.

2014 ist auch die Zahl der Anzeigen wegen Cybercrime zurückgegangen:
Mit einem Rückgang von 10,8 Prozent sind sie deutlich unter die 10.000er-Marke gesunken. 2014 waren es 8.966 Anzeigen (2013: 10.051 Anzeigen).

Die Aufklärungsquoten bei Gewaltdelikten sind in Österreich konstant hoch. 2014 erreichte sie mit 82,8 Prozent einen Höchstwert des letzten Jahrzehnts. Bei über 61 Prozent der begangenen Taten gab es eine Beziehung zwischen Täter und Opfer.

Im Jahr 2014 sind Einbrüche in Wohnungen und Wohnhäuser um 3,4 Prozent auf 17.109 Anzeigen geringfügig angestiegen (2013: 16.548 Fälle). Im Jahr 2005 lag die Fallanzahl noch über 21.000.

Bei vorsätzlicher Tötung und Körperverletzung als auch bei Delikten gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung sind die Anzeigenzahlen gesunken: 107 Fälle vorsätzlicher Tötung (davon 38 vollendete Taten und 69 Versuche) wurden 2014 in Österreich angezeigt. Dies bedeutet einen Rückgang von 31,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auf die vorsätzliche Körperverletzung entfallen 37.659 Anzeigen, was einem Rückgang von 4,7 Prozent gegenüber 2013 entspricht (2013: 39.525 Anzeigen).

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