Neues Volksblatt: "Streit ums Erbe" von Herbert SCHICHO

Ausgabe vom 10. Juli 2015

Linz (OTS) - Obwohl der starke Mann Häupl die internen Personaldebatten in der SPÖ für beendet erklärte, wollen sie nicht und nicht verstummen. Die internen Querelen führen einerseits immer öfter zu Zerreißproben und Parteiaustritten und andererseits zur Unberechenbarkeit - das hat gerade für den Koalitionspartner eher unangenehme Folgen. Doch nicht nur an der Bundesspitze gärt es. Der scheidende OÖ-SPÖ-Landtagsabgeordnete Eidenberger wirft etwa zum Abschluss seiner Polit-Karriere seinem Ex-Chef Ackerl vor, die Partei zur reinen Arbeiterpartei eingeengt zu haben, obwohl es die offene Geisteshaltung wie unter Kreisky brauche. Und im Burgenland kehrt der frühere rote Landtagspräsident Steier seiner Partei gar den Rücken, weil es der SPÖ nur mehr um die Erhaltung der Macht gehe.
Die Enkel Kreiskys und die Ururenkel Victor Adlers führen einen echten Richtungsstreit. Das Match Fundis gegen Realos ist voll ausgebrochen, Gemeinsamkeiten scheinen auf das Logo reduziert. Offensichtlich hofft man in der SPO-Zentrale trotzdem auf Sommerfrieden. Die Entscheidung über die männliche Nachbesetzung des Darabos-Mandats wurde wohl auch deswegen verschoben, weil die Spitzengenossen jetzt nicht schon wieder eine Quotendebatte führen wollen. Auf Dauer wird man diese Strategie aber nicht aufrechterhalten können: Schon für heute hat Rot-Blau-Pionier Niessl die Presse eingeladen, um über bundespolitische Themen zu reden.

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