• 08.07.2015, 12:17:23
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EU Parlament stimmt über die Entnahme von CO2-Zertifikaten ab

Aber der CO2-Handel braucht eine tiefgreifende Reform

Utl.: Aber der CO2-Handel braucht eine tiefgreifende Reform =

Brüssel (OTS) - Das EU Parlament wird heute eine substanzielle Menge
an CO2-Zertifikaten permanent aus dem Markt nehmen. "Dies kann aber
nur der erste Schritt sein", stellt Stefan Moidl, Geschäftsführer der
IG Windkraft fest. Kristian Ruby, Chief Policy Officer des
europäischen Windenergieverbandes EWEA, ergänzt: "Zusätzlich müssen
Instrumente geschaffen werden, durch die die schmutzigsten Kraftwerke
in Europa vom Netz gehen."

Heute stimmt das EU Parlament über die Überführung von 900 Millionen
zurückgehaltenen CO2-Zertifikaten ab. Diese sollten ursprünglich 2019
wieder in das CO2-Handelssystem (ETS) eingespeist werden. Mit dem
kommenden Beschluss des EU Parlamentes werden sie Ende 2018 in eine
Marktstabilitätsreserve überführt und permanent aus dem Handelssystem
genommen. "Es ist gut, dass eine substantielle Menge an Zertifikaten
nicht mehr in das CO2-Handelssystem eingebracht wird, und direkt in
die strategische Reserve wandert", bemerkt Ivan Pineda, Director of
Public Affairs des europäischen Windenergieverbandes EWEA. Stefan
Moidl vom österreichischen Windenergieverband ergänzt: "Das kann aber
nur der erste Schritt sein, denn allein diese Maßnahme kann den
kaputten CO2-Handel in Europa nicht wieder reparieren."

Tiefgreifende Reform ist unabdingbar

Am 15 Juli wird die Kommission voraussichtlich das ETS Reform Paket
für die Handelsperiode nach 2020 veröffentlichen. "Der CO2-Handel
braucht eine tiefgreifende Reform", fordert Kristian Ruby, Chief
Policy Officer der EWEA und setzt fort: "In einem ersten Schritt
müssen alle überzähligen Zertifikate aus dem Markt genommen und die
Verteilung von Gratis-Zertifikaten beendet werden. Um den Preis für
die Zertifikate zusätzlich anzuheben, müssen Maßnahmen gesetzt
werden, dass sich auch jene Mitgliedsstaaten von fossiler Energie
abwenden, die sehr stark davon abhängig sind, und sich den
erneuerbaren Energien zuwenden können." Diese Instrumente sollen
bewirken, dass die schmutzigsten Kraftwerke vom Netz gehen. "Vor
allem in jenen Staaten, die sehr stark von Kohlekraftwerken anhängig
sind", merkt Ruby an.

Österreich muss Farbe bekennen

Nach der Veröffentlichung des ETS Reform Paketes wird das politische
Tauziehen beginnen. "Die österreichische Regierung ist aufgefordert
sich pro aktiv für einen strengen CO2-Handel stark zu machen",
fordert Moidl und ergänzt abschließend: "Gerade im Lichte der
Klimakonferenz in Paris ist es unabdingbar, dass die EU klare Signale
setzt um eine führende Rolle in den Verhandlungen einnehmen zu
können."

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