- 04.07.2015, 09:52:48
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Studien-Vorabpräsentation in Wien: Wahlbeteiligung, Wahlverhalten und Vertretung der Seniorinnen und Senioren in Europa
ESU: Sommer-Akademie für Senioren-Führungskräfte mit umfassender Politik-Analyse. Umfassende Aussprache zu wirtschaftlichen Sanktionen.
Utl.: ESU: Sommer-Akademie für Senioren-Führungskräfte mit
umfassender Politik-Analyse. Umfassende Aussprache zu
wirtschaftlichen Sanktionen. =
Wien (OTS) - Die gestern in der Politischen Akademie der ÖVP (PolAk)
in Wien gestartete 6. Sommer-Akademie für Senioren-Führungskräfte der
Europäischen Senioren Union (ESU) die 2015 unter dem Motto
"Sicherheit für die Bürger/innen der Europäischen Union" beschäftigte
sich am gestrigen Nachmittag mit dem Recht auf aktive Mitbestimmung
der älteren Generationen in Europa und deren Nutzung. Lawrence
Capelle, Gilles Pittoors und Steven Van Hecke hatten für eine
Kooperation des Wilfried Mertens Centre für European Studies (WMCES)
mit der ESU die Studie "Senioren bei den Wahlen zum Europäischen
Parlament (EP) 2014 - Wahlbeteiligung, Wahlabsichten und Vertretung"
das entsprechende Umfeld einer wissenschaftlichen Studie unterzogen.
Zur Vorab-Präsentation der Studienergebnisse in Wien waren
Univ.-Prof. Steven Van Hecke, Professor an der Katholischen
Universität Leuven (Belgien) und Roland Freudenstein, stv. Direktor
und Forschungsdirektor des WMCES gekommen.
Van Hecke und Freudenstein gaben in einer umfassenden Präsentation
die ersten Einblicke in die bisher unveröffentlichte Studie:
- 18 Prozent der europäischen Bevölkerung sind derzeit 65 Jahre oder
älter, dieser Anteil ist und bleiben steigend - in ganz Europa.
- In allen Ländern sank die Wahlbeteiligung der Gesamtbevölkerung zum
EP auf insgesamt 42,54 Prozent (außer in Belgien, wo die
Wahlbeteiligung obligatorisch ist) und liegt damit deutlich unter der
Beteiligung an den jeweiligen nationalen Wahlen - dies gilt jedoch
nicht für die Gruppe der Senioren, wo die Beteiligung stieg (s.u.)!
- Allgemein zur Wahlbeteiligung: Bildung und Alter werden als
entscheidende Faktoren für die Wahlbeteiligung bezeichnet.
Vergleichende Studien seit den 1930er Jahren zeigen: Wahlbeteiligung
ist im jungen Erwachsenenalter gering, steigt mit dem Alter laufend
und sinkt erst im hochbetagten Alter wieder - dann aber recht
deutlich. Dieses Bild zeigt sich auch in den EP-Wahlen 2014: Die
Beteiligung der 18- bis 24jährigen betrug lediglich 28 Prozent, stieg
im Alter 25 bis 39 auf 35 Prozent, bei den 44- bis 54 jährigen auf
immerhin schon 45 Prozent - und damit über den Durschnitt aller
Altersgruppen von 42,5 Prozent. Den höchsten Beteiligungswert
erreichten aber die über 55jährigen: von Ihnen nutzen in ganz Europa
51 Prozent ihr Wahlrecht!
- Während die Wahlbeteiligung insgesamt im Laufe der Zeit abgenommen
hat (minus 0,5 Prozent im Vergleich zur EP-Wahl 2009) stieg die
Senioren-Wahlbeteiligung für die EU 27 um etwa zwei Prozent auf die
oben genannten 51 Prozent.
- Im Alter von 75plus sinkt die Wahlbeteiligung allerdings, was
nachweislich mit dem beginnenden sozialen Rückzug und beginnenden
gesundheitlichen Beeinträchtigungen dieser Altersgruppe
zusammenhängt. Kurz gesagt: gesunde und sozial integrierte Ältere
gehen auch mit 75plus mit überdurchschnittlicher Wahrscheinlichkeit
zur Wahl - jene, die beides nicht sind mit zunehmender
Wahrscheinlichkeit nicht.
- Groß ist auch der Informationsstand zu Europa-Themen zwischen den
Generationen. Während in Europa 60 Prozent der Senioren hinsichtlich
europäischer Themen als gut informiert betrachtet werden können, gilt
dies lediglich für 50 Prozent der Jungen. Senioren treffen daher ihre
Wahlentscheidungen auch sehr früh - Wochen vor den Wahlen - und
scheinen aufgrund der Studienergebnisse stärker gewohnheitsgemäß und
impulsiv als Jüngere.
Die gesamte Studie kann ab 1. Oktober 2015 auf der Homepage des
Wilfried Mertens Centre für European Studies (WMCES) abgerufen
werden.
Im Dezember 2014 gegründet: "Freunde der ESU" -
länderübergreifende Zusammenarbeit von Abgeordneten der EVP
Die Studie befasste sich in der Folge mit Wahlentscheidungen und
Wahlabsichten der Älteren in Europa und beleuchtete umfassend die
direkte Interessenvertretung der Seniorinnen und Senioren Europas im
Europäischen Parlament seit den Wahlen 2014: Neben der
interfraktionellen Arbeitsgruppe "Aktives Altern, Solidarität
zwischen den Generationen und Familienpolitik" wurde eine seither
gegründete Initiative besonders hervorgehoben:
Heinz K. Becker, Generalsekretär des Österreichischen Seniorenbundes,
Vizepräsident der Europäischen Senioren Union und 2014
wiedergewähltes österreichisches Mitglied zum Europäischen Parlaments
hatte Ende 2014 die Gruppe der "Freunde der ESU" innerhalb der
Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) initiiert. Seither
koordinieren sich EVP-Abgeordneter von immer mehr europäischen
Ländern zur Durchsetzung der Seniorenanliegen - insbesondere auch
jener Abseits von Pensions-, Pflegethemen - direkt im Europäischen
Parlament. Diese Arbeit zeige, so Becker aus den ersten Erfahrungen
dieser Zusammenarbeit, dass die älteren Wählerinnen und Wähler sich
weniger für das Geburtsalter eines Abgeordneten interessieren,
sondern vielmehr auf die Tatsache, ob ihre Einstellungen, Anliegen
und Wünsche von den betreffenden Abgeordneten verstanden und auch
durchgesetzt werden.
Mag. Prenner (IV) mit Vortrag zu wirtschaftlichen Sanktionen
der EU - umfassende Debatte
Großen Dank richten die Organisatorinnen und Organisatoren der
sechsten Sommer-Akademie für Senioren-Führungskräfte in Wien an Mag.
Andreas Prenner, Bereichsleiter für Finanzen, Personal und
Organisation in der Österreichischen Industriellenvereinigung. Mit
seinem Referat zu den "Auswirkungen der Sanktionen auf die
europäische Wirtschaft" lieferte er fundierte wissenschaftliche
Datengrundlagen für die abschließende Diskussion des ersten
Seminartages, in der sich die unterschiedlichen historischen und
wirtschaftlichen Ausgangsgrundlagen der 23 teilnehmenden europäischen
Länder klar wiederspiegelten.
Heute, Samstag, wird die Senioren-Akademie mit Diskussionsbeiträgen
von Innenministerin Mag. Johanna Mikl-Leitner und von Elmar Brok,
Europa-Abgeordneter und Vorsitzender des Außenpolitischen Ausschusses
im Europaparlament (am Vormittag), sowie von Univ.-Prof. Dr. Andreas
Khol, Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes, von Christian
Kremer, stv. Generalsekretär der EVP (am Nachmittag) fortgesetzt.
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