- 02.07.2015, 08:28:52
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25 Jahre Pensionskassen in Österreich
Wirklich ein Grund zum Feiern?
Utl.: Wirklich ein Grund zum Feiern? =
Wien (OTS) - Die Pensionskassen (PK), ihre Aktionäre und ihre Lobby
haben sicher allen Grund zum Feiern: das für die PK-Berechtigten
schlechteste System in Europa (wahrscheinlich weltweit) hat 25 Jahre
nicht nur überlebt, sondern wurde - allen Misserfolgen zum Trotz -
permanent weiter ausgebaut, von einer Korrektur oder gar Sanierung
der Schwachstellen kann jedoch keine Rede sein. Eine wesentliche
Rolle spielten dabei die Politik und die Rechtsprechung, die alle
potentiellen Gefährdungen des Systems, nicht jedoch jene der
Anwartschafts- und Leistungsberechtigten(ALB) rechtzeitig abgewendet
haben - sei es durch Gesetzesänderungen (z.B. Abschaffung der
Mindestertragsgarantie) oder Entscheidungen der Höchstgerichte, die
Pensionskürzungen um 50% als zumutbar für die Berechtigten(!)
beurteilten, aber eine Schadensbegrenzung durch die PK in Sinne der
übergeordneten Interessen am Bestehen der PK ausgeschlossen haben.
Durchschnittliche Veranlagungserträge von etwa 10% p.a. in den
1990-iger Jahren (Allzeithoch bei Anleihen zu Beginn und eine
Aktienhausse gegen Ende) veranlassten vor der Jahrtausendwende
Großunternehmen sich auf Dauer billig ihrer
Betriebspensionsverpflichtungen zu entledigen. Mit Rechenzinsen(RZ)
von bis zu 6,5% wurden die Pensionsansprüche der Mitarbeiter in PK
"zielübertragen". RZ heißt, dass künftige jährliche Erträge in Höhe
des RZ bis zum Zeitpunkt der versicherungsmathematischen
Lebenserwartung für den Bezug der dem Berechtigten zustehenden
Pension vorausgesetzt werden. Damit wurde ein Großteil der
notwendigen Zielübertragung seitens der Dienstgeber "eingespart". Um
also die ursprüngliche, wertgesicherte Betriebspension mit der
PK-Pension zu erreichen, wären dauerhafte Veranlagungserträge von bis
zu 9,5% (RZ + 2% Inflationsabgeltung +1% Spesen und
Versicherungstechnik) p.a. erforderlich gewesen.
Der Absturz erfolgte prompt: Verluste von 10% in den Jahren
2000-2002, der Crash 2008 mit minus 15% und 2011 mit nochmals minus
5% - die Jahre mit positiven Veranlagungsergebnissen reichten bei
Weitem nicht aus, um die Verluste zu kompensieren - die
durchschnittliche Performance der letzten 15 Jahre liegt bei nur 3%
p.a. - die Konsequenz für die PK-Berechtigten: unaufholbare
Pensionskürzungen um bis zu 50% sowie das Risiko weiterer Einbußen in
der Zukunft.
Die PK versuchen immer wieder das Problem der "alten
Hochzins-Verträge" zu verniedlichen, indem sie behaupten, dass nur
eine kleine (aussterbende) Gruppe von Pensionisten von den hohen RZ
betroffen sei. Tatsache ist aber, dass ca. 300.000 PK-Berechtigte
(davon nur 10% Pensionisten) mit einer nicht planbaren Altersvorsorge
konfrontiert sind. Außerdem wurden bis 2013 (PKG-Novelle 2012) alle
neu hinzukommenden Anwartschaftsberechtigten ebenfalls in die
Hochzins-Verträge der jeweiligen Arbeitgeber aufgenommen.
25 Jahre Pensionskassen also ein Grund zum Feiern? Nur für die Kassen
selbst und für die Dienstgeber! Die Betroffenen - Pensionisten und
noch aktive Anwartschaftsberechtigte - haben jedoch jegliche
Planungssicherheit ihrer Altersversorgung verloren und sind um die
von ihnen teilweise selbst angesparte Zusatzpension betrogen worden.
PEKABE, der Schutzverband der Pensionskassenberechtigten, als
Interessenvertretung der rund 900.000 Pensionskassenberechtigten in
Österreich, hält daher fest, dass das Pensionskassengesetz einer
dringenden Reform bedarf. Der bisher eingetretene Schaden für
hunderttausende Betroffene kann leider nicht mehr gutgemacht werden,
sinnvolle Verbesserungen können jedoch für die Zukunft das Debakel
zumindest begrenzen. In diesem Sinne verweisen wir auf den
Forderungskatalog auf unserer Website www.pekabe.at.
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