- 25.06.2015, 11:05:27
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Massive Kritik an “Wirtschaftsfaktor Kirche" – Auftragsstudie
Zahlen für Experten "nicht nachvollziehbar"
Utl.: Zahlen für Experten "nicht nachvollziehbar" =
Wien (OTS) - Die Initiative gegen Kirchenprivilegien bezeichnet die
heute Donnerstag von IHS und Joanneum Research präsentierten Studie
zur vorgeblichen Wertschöpfung als "nicht nachvollziehbar". "Zwar
kommt auch die Studie auf rund 3,5 Milliarden Steuergeld nur für die
katholische Kirche - eine Zahl, für die wir seinerzeit heftig
kritisiert wurden", sagt der Kirchenfinanzexperte und Autor Christoph
Baumgarten. Gemeinsam mit Carsten Frerk hat er in "Gottes Werk und
unser Beitrag" die Kirchenfinanzen kritisch aufgearbeitet. "aber wie
das mit ein paar Handgriffen auf einen Nettozuschuss von 130 Mio.
Euro kleingerechnet wird, ist schon abenteuerlich. Zumal hier nicht
mal miteingerechnet wird, dass zum Beispiel mit den Ordensspitälern
teure Krankenhausinfrastruktur mit öffentlichem Geld in einem Land
aufrechterhalten wird, in dem es nach allen seriösen Studien ohnehin
schon zu viele Spitäler gibt. Oder: Die Sozialabgaben und Steuern,
die der Steuerzahler mit den Lehrergehältern in katholischen
Privatschulen mitzahlt, werden auf einmal zur kirchlichen
Wertschöpfung", sagt Baumgarten. Und: "Es gibt außerhalb des
öffentlichen Sektors keinen einzigen, der so stark staatlich
subventioniert ist wie die anerkannten Religionsgemeinschaften,
speziell die katholische Kirche."
Kirche kostet Steuerzahler Milliarden
Allein Religionslehrer, konfessionelle Schulen und theologische
Fakultäten kosten jährlich 1 Mrd EUR. Auch mit dem sozialen
Engagement der katholischen und evangelischen Kirche ist es nicht
weit her. "Nur zwei Prozent des Caritas-Budgets kommt von der
katholischen Kirche", sagt Buch Co-Autor Carsten Frerk. Das soziale
Engagement, das selbst Kirchenkritiker an der Kirche immer noch
schätzen, wird also großteils von den Steuerzahlenden getragen und
nicht von der Kirche. "In der Studie wird alles zusammengerechnet,
was auch nur irgendwie mit Kirche zu tun hat. Kommerziell, nicht
kommerziell, alles eins. Quasi jeder Wanderer, der auch nur an
Mariazell vorbeigeht, gilt schon als kirchliche Wertschöpfung. Diese
Zahlen sind unseriös und nicht nachvollziehbar. Es ist eben eine
Auftragsstudie" so Baumgarten.
www.ots.at/presseaussendung/OTS_20121030_OTS0121/
Mensalien-Vermögen für Österreichs Bischöfe
Verheimlicht wurden außerdem der umfangreiche Besitz der
katholischen Bischöfe, die sog. Mensalien - das sind Vermögensgüter
zur freien Verwendung, für welche der Bischof niemandem
rechenschaftspflichtig ist. Die Initiative gegen Kirchenprivilegien
hat dazu ein umfangreiches Vermögensranking veröffentlicht. Angeführt
wird dieses vom Kärntner Bischof Alois Schwarz, der über private
Mensalien im Wert von 175 Mio EUR verfügt. Er befindet sich gemeinsam
mit Kardinal Schönborn unter den 100 reichsten ÖsterreicherInnen.
www.ots.at/presseaussendung/OTS_20140416_OTS0088/
"Verschwiegen wird auch der volkswirtschaftliche Schaden, der durch
den Missbrauch tausender Kinder durch Kirchenangehörige verursacht
wurde. Für Arbeitsunfähigkeit, Therapien, Frühpensionen etc. wurde
der Staat zur Kassa gebeten. Die Kirche ist jedenfalls kein
Gemeinwohlökonomieprojekt" sagt Christian Fiala, Sprecher der
Initative gegen Kirchenprivilegien.
www.kirchen-privilegien.at
www.kirchenfinanzierung.at
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