- 25.06.2015, 10:21:57
- /
- OTS0069 OTW0069
Erfolge, Baustellen und Alarmsignale: AK-Präsident Kalliauer präsentiert Frauenmonitor 2015
Linz (OTS) - Steigende Arbeitslosigkeit, niedrige Einkommen, immer
weniger Vollzeitjobs, Defizite bei der Kinderbetreuung, schwindende
gesellschaftliche Akzeptanz für berufstätige Mütter - in
wirtschaftlich schwierigen Zeiten wird auch der Kampf für die
Gleichstellung von Frauen schwieriger. Wo es dennoch Erfolge gibt, wo
die Dauer-Baustellen angesiedelt sind und wo wirklich die
Alarmglocken läuten, hat die Arbeiterkammer Oberösterreich für ihren
aktuellen Frauenmonitor 2015 erhoben und analysiert.
In Oberösterreich war der Anstieg der Frauen-Arbeitslosigkeit mit
12,4 Prozent besonders hoch. "Dazu kommt, dass der leichte
Beschäftigungszuwachs bei den Frauen vorwiegend auf Teilzeitjobs
beruht", stellt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fest. Nicht einmal
mehr die Hälfte der oberösterreichischen Frauen hat einen
Vollzeitarbeitsplatz. "Auch wenn es immer wieder behauptet wird:
Teilzeit ist nicht der Wunschtraum aller Frauen. Wir wissen, dass
viele Frauen gerne länger arbeiten würden", so Kalliauer. Laut dem
Österreichischen Arbeitsklima Index der Arbeiterkammer Oberösterreich
würden vor allem Frauen mit einem Teilzeit-Erwerbsausmaß von weniger
als 30 Stunden gerne Stunden aufstocken.
Mit 968 Euro pro Monat sind die Alterspensionen der Frauen in
Oberösterreich um fast die Hälfte niedriger als jene der Männer -
eine Folge von niedrigeren Einkommen, aber auch von
Versicherungslücken durch Kindererziehung und Pflege älterer
Angehöriger. Die Benachteiligungen, die zu diesen niedrigen Pensionen
führen, ziehen sich quer durch fast alle Kapitel des aktuellen
Frauenmonitors. Beim Thema Kinderbetreuung etwa zeigt sich, dass
Vollzeitbeschäftigung und Elternschaft in Oberösterreich nach wie vor
nur schwer zu vereinbaren sind. Und beim Einkommensnachteil der
Frauen ist Oberösterreich mit 39 Prozent das Schlusslicht unter allen
Bundesländern. Selbst bei ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung
verdienen Frauen hierzulande um fast 27 Prozent weniger als Männer.
Dazu kommt, dass Tätigkeiten wie Kinderbetreuung, Pflege oder
Hausarbeit immer noch vorwiegend an den Frauen hängen bleiben.
Österreichische Frauen leisten in der Woche unglaubliche 123
Millionen unbezahlte Arbeitsstunden.
"Angesichts dieser Fakten ist es geradezu zynisch, das derzeit
noch niedrigere Frauenpensionsalter dafür verantwortlich zu machen,
dass die Frauenpensionen so gering sind", sagt AK-Präsident
Kalliauer. Bis 2033 werden alle Frauen bis 65 arbeiten müssen. Eine
vorzeitige Anhebung des Frauenpensionsalters würde nur die ohnehin
angespannte Arbeitsmarktlage verschärfen, so Kalliauer.
Es gibt aber auch Erfolge zu verzeichnen: Bei der Bildung haben
die Frauen die Männer bereits überholt. Der Anteil der Frauen an den
Universitätsabsolventen/-innen etwa betrug im Studienjahr 2013/2014
bei den Erstabschlüssen fast 60 Prozent. Langsam aber sicher tut sich
auch beim Thema Einkommenstransparenz was: Die seit 2011 für Betriebe
mit mehr als 150 Beschäftigten vorgeschriebenen Einkommensberichte
sind ein Instrument zur strukturellen Bekämpfung von
Einkommensdiskriminierung.
Besonders erfreulich für Frauen ist die von AK und ÖGB erkämpfte
Steuerreform, die ab 2016 für viele Frauen eine echte Entlastung
bringen wird - durch die Senkung des Eingangssteuersatzes, durch die
Erhöhung der Steuergutschrift für Geringverdiener/-innen auf bis zu
400 Euro und durch die erstmalige Einführung einer Steuergutschrift
von bis zu 110 Euro auch für Pensionisten/-innen.
Mit dem Frauenmonitor, der bereits im achten Jahrgang erscheint,
haben die Expertinnen und Experten der Arbeiterkammer nicht nur eine
solide Bestandsaufnahme zur Lage der Frauen in Oberösterreich und
darüber hinaus geschaffen. Die Broschüre ist auch ein nützliches
Nachschlagwerk für alle, denen Frauenpolitik ein Anliegen ist. Den
AK-Frauenmonitor gibt’s auf ooe.arbeiterkammer.at zum kostenlosen
Herunterladen.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AKO






