Erfolge, Baustellen und Alarmsignale: AK-Präsident Kalliauer präsentiert Frauenmonitor 2015

Linz (OTS) - Steigende Arbeitslosigkeit, niedrige Einkommen, immer weniger Vollzeitjobs, Defizite bei der Kinderbetreuung, schwindende gesellschaftliche Akzeptanz für berufstätige Mütter - in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wird auch der Kampf für die Gleichstellung von Frauen schwieriger. Wo es dennoch Erfolge gibt, wo die Dauer-Baustellen angesiedelt sind und wo wirklich die Alarmglocken läuten, hat die Arbeiterkammer Oberösterreich für ihren aktuellen Frauenmonitor 2015 erhoben und analysiert.

In Oberösterreich war der Anstieg der Frauen-Arbeitslosigkeit mit 12,4 Prozent besonders hoch. "Dazu kommt, dass der leichte Beschäftigungszuwachs bei den Frauen vorwiegend auf Teilzeitjobs beruht", stellt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fest. Nicht einmal mehr die Hälfte der oberösterreichischen Frauen hat einen Vollzeitarbeitsplatz. "Auch wenn es immer wieder behauptet wird:
Teilzeit ist nicht der Wunschtraum aller Frauen. Wir wissen, dass viele Frauen gerne länger arbeiten würden", so Kalliauer. Laut dem Österreichischen Arbeitsklima Index der Arbeiterkammer Oberösterreich würden vor allem Frauen mit einem Teilzeit-Erwerbsausmaß von weniger als 30 Stunden gerne Stunden aufstocken.

Mit 968 Euro pro Monat sind die Alterspensionen der Frauen in Oberösterreich um fast die Hälfte niedriger als jene der Männer -eine Folge von niedrigeren Einkommen, aber auch von Versicherungslücken durch Kindererziehung und Pflege älterer Angehöriger. Die Benachteiligungen, die zu diesen niedrigen Pensionen führen, ziehen sich quer durch fast alle Kapitel des aktuellen Frauenmonitors. Beim Thema Kinderbetreuung etwa zeigt sich, dass Vollzeitbeschäftigung und Elternschaft in Oberösterreich nach wie vor nur schwer zu vereinbaren sind. Und beim Einkommensnachteil der Frauen ist Oberösterreich mit 39 Prozent das Schlusslicht unter allen Bundesländern. Selbst bei ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung verdienen Frauen hierzulande um fast 27 Prozent weniger als Männer. Dazu kommt, dass Tätigkeiten wie Kinderbetreuung, Pflege oder Hausarbeit immer noch vorwiegend an den Frauen hängen bleiben. Österreichische Frauen leisten in der Woche unglaubliche 123 Millionen unbezahlte Arbeitsstunden.

"Angesichts dieser Fakten ist es geradezu zynisch, das derzeit noch niedrigere Frauenpensionsalter dafür verantwortlich zu machen, dass die Frauenpensionen so gering sind", sagt AK-Präsident Kalliauer. Bis 2033 werden alle Frauen bis 65 arbeiten müssen. Eine vorzeitige Anhebung des Frauenpensionsalters würde nur die ohnehin angespannte Arbeitsmarktlage verschärfen, so Kalliauer.

Es gibt aber auch Erfolge zu verzeichnen: Bei der Bildung haben die Frauen die Männer bereits überholt. Der Anteil der Frauen an den Universitätsabsolventen/-innen etwa betrug im Studienjahr 2013/2014 bei den Erstabschlüssen fast 60 Prozent. Langsam aber sicher tut sich auch beim Thema Einkommenstransparenz was: Die seit 2011 für Betriebe mit mehr als 150 Beschäftigten vorgeschriebenen Einkommensberichte sind ein Instrument zur strukturellen Bekämpfung von Einkommensdiskriminierung.

Besonders erfreulich für Frauen ist die von AK und ÖGB erkämpfte Steuerreform, die ab 2016 für viele Frauen eine echte Entlastung bringen wird - durch die Senkung des Eingangssteuersatzes, durch die Erhöhung der Steuergutschrift für Geringverdiener/-innen auf bis zu 400 Euro und durch die erstmalige Einführung einer Steuergutschrift von bis zu 110 Euro auch für Pensionisten/-innen.

Mit dem Frauenmonitor, der bereits im achten Jahrgang erscheint, haben die Expertinnen und Experten der Arbeiterkammer nicht nur eine solide Bestandsaufnahme zur Lage der Frauen in Oberösterreich und darüber hinaus geschaffen. Die Broschüre ist auch ein nützliches Nachschlagwerk für alle, denen Frauenpolitik ein Anliegen ist. Den AK-Frauenmonitor gibt’s auf ooe.arbeiterkammer.at zum kostenlosen Herunterladen.

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