Neues Volksblatt: "Haider-Schmäh" von Herbert SCHICHO

Ausgabe vom 23. Juni 2015

Linz (OTS) - Wie sehr sich Rot-Blau annähern, konnte man gestern auf den Linzer Einfallstraßen sehen: Von Jörg Haider wurde das Taferl und die Ausländerhetze einst politikfähig gemacht, gestern standen nun die Linzer Genossen mit Taferln in der Hand und ließen die Autofahrer über ein Asylzentrum "abstimmen". Die inner- und außerparteiliche Kritik an Art und Inhalt der Kampagne war dermaßen stark, dass bereits zu Mittag der Linzer SPÖ-Stadtchef Luger zurückrudern musste. Aber auch hier scheinen die Genossen vom Klassenfeind Haider gelernt zu haben. Da bedauert man die eigene "unglückliche Wortwahl" und geht in den Gegenangriff über: Die ÖVP-Innenministerin plane ein großes Bundeszentrum und man wollte für "überschaubare Einheiten werben", erklärte Luger, und sein Landesparteigeschäftsführer Binder beendete "seine Entschuldigung" mit dem Appell "an die ÖVP in Bund und Land, alles dafür zu tun, dass der oberösterreichische Weg von Quartieren mit maximal 50 Personen fortgesetzt wird". Denn auch das scheint man von Jörg Haider gelernt zu haben - selbst dort, wo man Verantwortung hat, im Zweifelsfall diese dem anderen zuzuschieben. Zur Klarstellung: Für die Unterbringung zuständig ist auch weiterhin SPÖ-Soziallandesrätin Gertraud Jahn.
Übrigens ein bisschen Nervosität hat Luger bei den Blauen schon hervorgerufen, ansonsten würde FPÖ-Chef Haimbuchner nicht so betonen, dass die FPÖ für "ehrliche Asylpolitik" stehe.

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