• 22.06.2015, 22:00:01
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Neues Volksblatt: "Haider-Schmäh" von Herbert SCHICHO

Ausgabe vom 23. Juni 2015

Utl.: Ausgabe vom 23. Juni 2015 =

Linz (OTS) - Wie sehr sich Rot-Blau annähern, konnte man gestern auf
den Linzer Einfallstraßen sehen: Von Jörg Haider wurde das Taferl und
die Ausländerhetze einst politikfähig gemacht, gestern standen nun
die Linzer Genossen mit Taferln in der Hand und ließen die Autofahrer
über ein Asylzentrum "abstimmen". Die inner- und außerparteiliche
Kritik an Art und Inhalt der Kampagne war dermaßen stark, dass
bereits zu Mittag der Linzer SPÖ-Stadtchef Luger zurückrudern musste.
Aber auch hier scheinen die Genossen vom Klassenfeind Haider gelernt
zu haben. Da bedauert man die eigene "unglückliche Wortwahl" und geht
in den Gegenangriff über: Die ÖVP-Innenministerin plane ein großes
Bundeszentrum und man wollte für "überschaubare Einheiten werben",
erklärte Luger, und sein Landesparteigeschäftsführer Binder beendete
"seine Entschuldigung" mit dem Appell "an die ÖVP in Bund und Land,
alles dafür zu tun, dass der oberösterreichische Weg von Quartieren
mit maximal 50 Personen fortgesetzt wird". Denn auch das scheint man
von Jörg Haider gelernt zu haben - selbst dort, wo man Verantwortung
hat, im Zweifelsfall diese dem anderen zuzuschieben. Zur
Klarstellung: Für die Unterbringung zuständig ist auch weiterhin
SPÖ-Soziallandesrätin Gertraud Jahn.
Übrigens ein bisschen Nervosität hat Luger bei den Blauen schon
hervorgerufen, ansonsten würde FPÖ-Chef Haimbuchner nicht so betonen,
dass die FPÖ für "ehrliche Asylpolitik" stehe.

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