Bezirksquoten zum Thema Asyl ein guter Schritt

Samariterbund begrüßt die Pläne der Regierung, fordert aber mehr Geld für die Flüchtlingsbetreuung sowie eine EU-weite Lösung.

Wien (OTS) - "Menschen, die vor Krieg und Verfolgung zu uns geflüchtet sind, brauchen eine Zukunft, allem voran eine geeignete Unterkunft. Ich halte den Vorschlag von Bundeskanzler Werner Faymann für einen guten Schritt in die richtige Richtung und begrüße den Verlauf der heutigen Gespräche", sagt Reinhard Hundsmüller, Bundesgeschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs, der heute an beratenden Gesprächen im Bundeskanzleramt zum Thema Unterbringung von Flüchtlingen teilnahm. "Der neue Asylplan der Regierung muss aber auch mit entsprechendem Budget für die unterbringenden Organisationen in den Bezirken einhergehen. Unsere Erfahrung zeigt, dass etwa die Tagsätze für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge kaum ausreichend sind. Die heute von Sozialminister Rudolf Hundstorfer angekündigte Lehrlings-Initiative hilft diesen jungen Flüchtlingen bei einem Start ins Berufsleben."

Sprachkurse und Integrationsmaßnahmen für Asylwerber sind besonders wichtig. "Die Menschen in unseren Flüchtlingshäusern bestätigen uns das immer wieder. Nichtstun ist der größte Feind", so Reinhard Hundsmüller weiter: "Die heute von Bundesminister Sebastian Kurz und Rudolf Hundstorfer angekündigten zusätzlichen Deutschkurse für 17.000 Flüchtlinge sind daher ein positiver Schritt für eine raschere Integration." Man müsse sich auch überlegen, wie mit den Menschen ab ihrem positiven Asylbescheid umzugehen sei, so Hundsmüller: "Die Menschen brauchen auch nachdem sie aus der Grundversorgung entlassen wurden, weiterhin Unterstützung, um Arbeit und leistbaren Wohnraum zu finden. Ich setze hier auf rasche Entscheidungen, zunächst am kommenden Asylgipfel am Mittwoch, zu dem NGO-Vertreter beigezogen werden."

Für einen einheitlichen und fairen Umgang mit der Flüchtlingsthematik fordert Hundsmüller weiterhin Lösungen auf EU-Ebene: "Es kann nicht sein, dass sich einzelne Länder weigern, Flüchtlinge aufzunehmen, dass Zäune wie etwa an der Grenze von Ungarn zu Serbien errichtet werden, während Erstaufnahmeländer wie Italien unter der Last beinahe zusammenbrechen. Es wird Zeit, Nägel mit Köpfen zu machen. Lösungen können wir nur gemeinsam und solidarisch erarbeiten." Es braucht einen gerechten Verteilungsschlüssel und faire und schnellere Asylverfahren. Politisches Hickhack, Ängste zu schüren und das Thema Asyl im Wahlkampf zu missbrauchen, sei nicht akzeptabel.

"Der Samariterbund übernimmt in seinen Flüchtlingseinrichtungen Verantwortung. Bis zur Aufnahme der Flüchtlinge in unseren Einrichtungen haben die Menschen auf der Flucht bereits Unvorstellbares erlebt. Sie brauchen unsere Hilfe", so Reinhard Hundsmüller. "Flüchtlinge in Zeltstädte zu verfrachten ist menschenverachtend. Eine 'Das-Boot-ist-voll'- Rhetorik ist nicht der richtige Weg, dadurch kommen nicht weniger Menschen, die vor Krieg und Zerstörung aus ihrem Heimatland flüchten mussten, nach Österreich", so Reinhard Hundsmüller abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs
Mag.(FH) Corinna Dietrich, MAS
Öffentlichkeitsarbeit
01 89 145-309, 0664 963 75 99
corinna.dietrich@samariterbund.net
www.samariterbund.net

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | ARB0001