• 22.06.2015, 16:26:51
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Bezirksquoten zum Thema Asyl ein guter Schritt

Samariterbund begrüßt die Pläne der Regierung, fordert aber mehr Geld für die Flüchtlingsbetreuung sowie eine EU-weite Lösung.

Utl.: Samariterbund begrüßt die Pläne der Regierung, fordert aber
mehr Geld für die Flüchtlingsbetreuung sowie eine EU-weite
Lösung. =

Wien (OTS) - "Menschen, die vor Krieg und Verfolgung zu uns
geflüchtet sind, brauchen eine Zukunft, allem voran eine geeignete
Unterkunft. Ich halte den Vorschlag von Bundeskanzler Werner Faymann
für einen guten Schritt in die richtige Richtung und begrüße den
Verlauf der heutigen Gespräche", sagt Reinhard Hundsmüller,
Bundesgeschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs, der
heute an beratenden Gesprächen im Bundeskanzleramt zum Thema
Unterbringung von Flüchtlingen teilnahm. "Der neue Asylplan der
Regierung muss aber auch mit entsprechendem Budget für die
unterbringenden Organisationen in den Bezirken einhergehen. Unsere
Erfahrung zeigt, dass etwa die Tagsätze für unbegleitete
minderjährige Flüchtlinge kaum ausreichend sind. Die heute von
Sozialminister Rudolf Hundstorfer angekündigte Lehrlings-Initiative
hilft diesen jungen Flüchtlingen bei einem Start ins Berufsleben."

Sprachkurse und Integrationsmaßnahmen für Asylwerber sind besonders
wichtig. "Die Menschen in unseren Flüchtlingshäusern bestätigen uns
das immer wieder. Nichtstun ist der größte Feind", so Reinhard
Hundsmüller weiter: "Die heute von Bundesminister Sebastian Kurz und
Rudolf Hundstorfer angekündigten zusätzlichen Deutschkurse für 17.000
Flüchtlinge sind daher ein positiver Schritt für eine raschere
Integration." Man müsse sich auch überlegen, wie mit den Menschen ab
ihrem positiven Asylbescheid umzugehen sei, so Hundsmüller: "Die
Menschen brauchen auch nachdem sie aus der Grundversorgung entlassen
wurden, weiterhin Unterstützung, um Arbeit und leistbaren Wohnraum zu
finden. Ich setze hier auf rasche Entscheidungen, zunächst am
kommenden Asylgipfel am Mittwoch, zu dem NGO-Vertreter beigezogen
werden."

Für einen einheitlichen und fairen Umgang mit der Flüchtlingsthematik
fordert Hundsmüller weiterhin Lösungen auf EU-Ebene: "Es kann nicht
sein, dass sich einzelne Länder weigern, Flüchtlinge aufzunehmen,
dass Zäune wie etwa an der Grenze von Ungarn zu Serbien errichtet
werden, während Erstaufnahmeländer wie Italien unter der Last beinahe
zusammenbrechen. Es wird Zeit, Nägel mit Köpfen zu machen. Lösungen
können wir nur gemeinsam und solidarisch erarbeiten." Es braucht
einen gerechten Verteilungsschlüssel und faire und schnellere
Asylverfahren. Politisches Hickhack, Ängste zu schüren und das Thema
Asyl im Wahlkampf zu missbrauchen, sei nicht akzeptabel.

"Der Samariterbund übernimmt in seinen Flüchtlingseinrichtungen
Verantwortung. Bis zur Aufnahme der Flüchtlinge in unseren
Einrichtungen haben die Menschen auf der Flucht bereits
Unvorstellbares erlebt. Sie brauchen unsere Hilfe", so Reinhard
Hundsmüller. "Flüchtlinge in Zeltstädte zu verfrachten ist
menschenverachtend. Eine 'Das-Boot-ist-voll'- Rhetorik ist nicht der
richtige Weg, dadurch kommen nicht weniger Menschen, die vor Krieg
und Zerstörung aus ihrem Heimatland flüchten mussten, nach
Österreich", so Reinhard Hundsmüller abschließend.

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