- 22.06.2015, 11:15:51
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Armutskonferenz: Kinderarmut nicht einfach in Kauf nehmen!
Je früher, je schutzloser und je länger Kinder der Armutssituation ausgesetzt sind, desto stärker die Auswirkungen.
Utl.: Je früher, je schutzloser und je länger Kinder der
Armutssituation ausgesetzt sind, desto stärker die
Auswirkungen. =
Wien (OTS) - "Niemand ist offiziell für Kinderarmut. Aber Armut wird
mittlerweile einfach in Kauf genommen", kommentiert die
Armutskonferenz die heute veröffentlichten Daten der Statistik
Austria zu Kinderarmut in Österreich. "Zum Beispiel mit Hetze gegen
Mindestsicherungsbeziehern (ein Drittel sind Minderjährige) oder die
im Budget veranschlagten Kürzungsvorschläge im Sozialen. Kürzungen
bei den sog. Ermessensausgaben treffen Beratungsstellen für Familien
und Kinder in Not, Bildungs- und Integrationsmaßnahmen", so das
Netzwerk von über 40 Initiativen aus sozialen Organisationen,
Selbsthilfeinitiativen, Wissenschaft, Bildungseinrichtungen und
Armutsbetroffenen. Die in der Armutskonferenz zusammengeschlossenen
sozialen Organisationen beraten, unterstützen und begleiten über
500.000 Menschen im Jahr
Je früher, je länger und je schutzloser
"Die Chance aus der Armut herauszukommen, steht in enger
Wechselbeziehung zu gesellschaftlicher Ungleichheit insgesamt",
analysiert Sozialexperte Martin Schenk. "Je sozial gespaltener eine
Gesellschaft ist, desto mehr Dauerarmut existiert. Je mehr Dauerarmut
existiert, desto stärker beeinträchtigt sind die Zukunftschancen
sozial benachteiligter Kinder. Schenk: Je früher, je schutzloser und
je länger Kinder der Armutssituation ausgesetzt sind, desto stärker
die Auswirkungen.
Gegen Kinderarmut: Existenzsicherung, Ressourcenstärkung,
Zukunftschancen
Kinder, die in Armutsverhältnissen leben, haben arme Eltern. Jede
Strategie gegen Kinderarmut muss deshalb auch eine Strategie für ein
existenzsicherndes Einkommen der Eltern sein. Kinder, die in
Armutsverhältnissen aufwachsen, sind geschwächt. Jede Strategie gegen
Kinderarmut muss deshalb auch Kinder stärken und in ihre Ressourcen
investieren. Kinder, die in Armutsverhältnissen aufwachsen, haben ein
hohes Risiko als Erwachsener wieder arm zu werden. Jede Strategie
gegen Kinderarmut muss deshalb diesen Kreislauf durchbrechen; z. B.
Bildungs- wie Lernbedingungen zur Verfügung stellen, die integrieren,
nicht aussondern. Damit es für sozial benachteiligte Kinder Zukunft
gibt - trotz Herkunft, fordert Schenk.
Grundsätzlich helfen Einkommensarmen Investitionen in
Dienstleistungen, die sie im Alltag unterstützen: von der
Kinderbetreuung, der Frühförderung, Beratungsangebote für Menschen in
sozialen Notlagen, leistbares Wohnen, Schuldenberatung bis hin zu
Pflegehilfen. Hier entstehen Win-win-Situationen zwischen Einkommen,
Arbeitsplätzen, Frühförderung von Kindern und Pflegeentlastung
Angehöriger. Auch ein Bildungssystem, das den sozialen Aufstieg
fördert und nicht sozial aussondert, wirkt. Auf die neuen sozialen
Risken wie prekäre Jobs oder psychischen Erkrankungen muss angemessen
sozialpolitisch reagiert werden. Und nicht zuletzt helfen Jobs, von
denen man leben kann", so die Armutskonferenz abschließend.
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