- 18.06.2015, 15:32:11
- /
- OTS0258 OTW0258
PRO-GE/GPA-djp zu FMMI: Vorhandene Arbeit auf mehr Menschen aufteilen
Rekordarbeitslosigkeit: Arbeitszeitverkürzung ist Gebot der Stunde
Utl.: Rekordarbeitslosigkeit: Arbeitszeitverkürzung ist Gebot der
Stunde =
Wien (OTS) - Die Situation auf dem österreichischen Arbeitsmarkt ist
angespannt wie selten zuvor. Höchste Zeit also, Maßnahmen gegen die
Arbeitslosigkeit in Angriff zu nehmen. Möglichkeiten, die Schaffung
und Sicherung von Arbeitsplätzen voranzutreiben, gibt es genug,
betonen die Gewerkschaften PRO-GE und GPA-djp: Die Umsetzung des
Bonus-Malus-Systems, die Fachkräftemilliarde für die Lehrausbildung,
die Verteuerung der angeordneten Überstunden, die Einführung der
Wertschöpfungsabgabe und nicht zuletzt die Verkürzung der
Arbeitszeit. "Die Beschäftigungskrise erfordert jetzt mutige
Schritte, um die vorhandene Arbeit auf mehr Menschen aufzuteilen und
die Arbeitslosigkeit zu senken. Auch der Fachverband Maschinen- und
Metallwarenindustrie sollte sich dem nicht verschließen", sagen
Rainer Wimmer (Bundesvorsitzender der PRO-GE) und Karl Proyer (stv.
Bundesgeschäftsführer der GPA-djp).+++
Die "Jahressollarbeitszeit" der ArbeitnehmerInnen
(Jahresbruttoarbeitszeit auf Basis einer 38,5 Stundenwoche minus
Urlaub und Feiertagen) beträgt laut Wirtschaftskammer in Österreich
1.738,2 Stunden. In der Eurozone sind es 1.680,4 Stunden. Die
Differenz beträgt 1,5 Wochen. Zudem arbeiten die
Vollzeitbeschäftigten in Österreich im Schnitt deutlich länger als
38,5 Stunden in der Woche. Laut der EU-Statistikbehörde Eurostat
haben Vollzeitbeschäftigte in Österreich mit 41,8 Stunden pro Woche
nach Großbritannien mit 42,2 Stunden die zweitlängste
Wochenarbeitszeit.
Auf der einen Seite gibt es also viele Menschen, die Arbeit suchen,
auf der anderen Seite beispielsweise rund 270 Millionen Überstunden.
Das heißt, der nachhaltige Kampf gegen Arbeitslosigkeit kann aus
Sicht der Gewerkschaften nur mit einem Bündel von Maßnahmen geführt
werden. Zu diesem Maßnahmenmix gehöre auch eine Verkürzung der
Arbeitszeit. "Immer weniger Menschen können immer mehr produzieren.
Es geht um die Absicherung unseres erfolgreichen Industriestandortes
und der damit verbundenen Arbeitsplätze. Wir brauchen moderne Formen
der Arbeitszeitverkürzung wie beispielsweise die Freizeitoption oder
einen leichteren Zugang zur sechsten Urlaubswoche", sagen Wimmer und
Proyer. Aber auch eine klassische Verkürzung der Normalarbeitszeit
würde aus Sicht der Gewerkschaften die vorhandene Arbeit gerechter
verteilen.
Für die Gewerkschaften ist es daher unverständlich, dass gerade die
Wirtschaft und hier vor allem der Fachverband Maschinen- und
Metallwarenindustrie (FMMI) nur alten Wein in neue Schläuche gießt
und ständig noch mehr Flexibilisierung oder längere Arbeitszeiten
einmahnt. "Dies ist auf Dauer unhaltbar. Während etwa wichtige andere
Industriebranchen und Metallverbände wie die Fahrzeugindustrie
innovative Modelle wie die Freizeitoption schon lange anwenden,
verbarrikadiert sich der FMMI hinter Schauerfloskeln", kritisieren
Wimmer und Proyer.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NGB






