• 18.06.2015, 14:04:33
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Haubner: Arbeitsmarktpolitik modernisieren, Betriebe entlasten

Arbeitszeitverkürzung erhöht Druck auf Arbeitgeber und Arbeitnehmerseite – Moderne Gesellschaft braucht moderne Konzepte – Betriebe nun rasch entlasten - LNK schnell senken

Utl.: Arbeitszeitverkürzung erhöht Druck auf Arbeitgeber und
Arbeitnehmerseite – Moderne Gesellschaft braucht moderne
Konzepte – Betriebe nun rasch entlasten - LNK schnell senken =

Wien (OTS) - "Die Ergebnisse der WKÖ-Umfrage zeigten klar: Wir
brauchen eine moderne Arbeitsmarktpolitik und nachhaltige Entlastung
für unsere Betriebe, um der steigenden Arbeitslosigkeit effektiv
entgegenwirken zu können. Wir müssen weg von überholten
Hirngespinsten wie Arbeitszeitverkürzung oder Überstunden-Euro und
hin zu mehr Flexibilität am Arbeitsmarkt", betont
Wirtschaftsbund-Generalsekretär Peter Haubner anlässlich der heutigen
Pressekonferenz von Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl zum
Thema Beschäftigung. Große Skepsis gibt es bei den Befragten in
puncto Arbeitszeitverkürzung und auch der direkte Ländervergleich
zeigt, dass eine Verkürzung der Arbeitszeit die Arbeitslosigkeit nur
weiter in die Höhe treiben würde. In Frankreich wurde 2000 die
Wochenarbeitszeit von 39 auf 35 Stunden gesenkt. Seitdem ist die
Arbeitslosenrate um knapp drei Prozent gestiegen, die Personalkosten
haben sich zudem enorm erhöht. "Das hat der Wettbewerbsfähigkeit der
Betriebe massiv geschadet. Vorher hat das Land mehr exportiert als
importiert, danach hat sich die Bilanz umgedreht. Das kann nicht
unsere Ziel sein", so Haubner. Vielmehr sollte man sich am Beispiel
unserer deutschen Nachbarn orientieren. "In Deutschland wurden im
gleichen Zeitraum die Arbeitszeiten stärker flexibilisiert und
teilweise sogar verlängert. Heute hat Deutschland die niedrigste
Arbeitslosenquote in der EU. Das muss für uns wegweisend sein",
betont Haubner.

Mehr Flexibilität statt erhöhten Drucks

Die Umfrage zeigt: Über zwei Drittel der befragten Arbeitnehmer
befürchten, dass es durch eine Arbeitszeitverkürzung zu mehr Stress
im Berufsalltag kommt. Die Rechnung ist einfach: Verkürzt sich die
Arbeitszeit, steigen die Personalkosten pro Arbeitnehmer. Dadurch
sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass es sich die Arbeitgeber leisten
können weitere Mitarbeiter einzustellen. Somit erhöht sich der Druck
auf Arbeitnehmerseite die gleiche Arbeit in einem kürzeren Zeitraum
zu absolvieren. "Eine Verkürzung der Arbeitszeit wirkt sich somit
negativ auf beiden Seiten aus", so Haubner. Statt alle in ein
einheitliches Arbeitszeitschema zu zwängen, brauche es mehr
Flexibilität und Selbstbestimmung. "Wenn wir in andere Länder schauen
zeigt sich eines ganz klar: je fortschrittlicher die Wirtschaft,
desto flexibler die Arbeitszeit. In guten aber auch in Krisenzeiten
kann durch flexiblere Arbeitszeiten das Arbeitszeitvolumen besser an
die Auftragslage angepasst werden", so Haubner. Eine Flexibilisierung
bedeutet aber nicht gleich eine Verlängerung der Arbeitszeit wie es
gerne von der Gewerkschaft suggeriert wird. "Die Arbeitszeit wird
nicht verlängert sondern je nach Auftragslage in der Woche anders
verteilt", betont Haubner. Der Wettbewerbsdruck steigt zunehmend.
Drei Viertel der Befragten gaben an, dass Wettbewerb und Kunden vom
eigenen Unternehmen heute mehr Flexibilität fordern als früher. "Um
diesen Entwicklungen besser gerecht zu werden braucht es flexible und
fortschrittliche Rahmenbedingungen", so Haubner.

Entlastung für die Wirtschaft

Anlässlich der heute vom WIFO veröffentlichten Wirtschaftsprognose
hält Haubner fest: "Die Investitionstätigkeit ist gering. Da müssen
wir ansetzen. Zurzeit herrscht große Verunsicherung bei den
heimischen Unternehmen, das spiegelt sich auch in den Zahlen wider.
Wir müssen jetzt Maßnahmen ergreifen, die unsere Betriebe nachhaltig
unterstützen". Abschließend fordert der
Wirtschaftsbund-Generalsekretär nochmals, die hohen Lohnnebenkosten
rasch zu senken. Zudem muss eine zügige Umsetzung der Punkte im
Regierungsprogramm, die unsere Unternehmer entlasten und wichtige
Wachstumsimpulse setzen erfolgen. "Es sind unsere Unternehmen die
Arbeitsplätze schaffen - unterstützen wir sie dabei".

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