- 18.06.2015, 10:30:01
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Moderne Bildgebung lässt Krankheiten noch früher erkennen
Christian Doppler Labor für Klinische Molekulare MR-Bildgebung an der MedUni Wien eröffnet - unterstützt vom Wissenschafts-, Forschungs- und Wirtschaftsministerium
Utl.: Christian Doppler Labor für Klinische Molekulare MR-Bildgebung
an der MedUni Wien eröffnet - unterstützt vom Wissenschafts-,
Forschungs- und Wirtschaftsministerium =
Wien (OTS) - An der Universitätsklinik für Radiologie und
Nuklearmedizin der MedUni Wien wurde heute das neue Christian Doppler
Labor für Klinische Molekulare MR-Bildgebung (MOLIMA) eröffnet. Ziel
ist es, die Prognose von Krankheitsverläufen wesentlich zu
verbessern. Die vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und
Wirtschaft geförderte Forschungseinrichtung entwickelt
hochauflösende, quantitative Bildgebungsverfahren, um Krankheiten
noch frühzeitiger zu erkennen.
Viele Krankheiten können erst diagnostiziert werden, wenn
morphologische Veränderungen auftreten. Diese werden typischerweise
mittels Ultraschall, Computertomographie oder Magnetresonanz
(MR)-Tomographie sichtbar gemacht. Um die Prognose der PatientInnen
im Krankheitsfall zu verbessern, braucht es jedoch eine Diagnostik,
die molekulare Veränderungen schon vor Auftreten einer
morphologischen Manifestation erkennen kann. Aber auch weil
Therapieformen immer diversifizierter und auf die PatientInnen
persönlich zugeschnitten werden, braucht es eine
Therapie-Verlaufskontrolle, die ein individuelles Ansprechen bzw.
Nicht-Ansprechen bereits im Ansatz anzeigen kann.
Das neue Christian Doppler Labor für klinisches molekulares MR
Imaging (MOLIMA) ist im Exzellenzzentrum Hochfeld-MR der
Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin der MedUni Wien
eingebettet. Hier werden neue Untersuchungsmethoden entwickelt, um
die enormen Möglichkeiten der MR-Bildgebung (MRI) und Spektroskopie
(MRS) im Hochfeld- und Ultrahochfeld-Bereich mit 3 bzw. 7 Tesla für
PatientInnen nutzbar zu machen. Derart leistungsstarke Magnete
liefern Einblicke und Messmöglichkeiten im molekularen Bereich, weil
sie ein besseres Verhältnis von Signal zu Hintergrundrauschen haben
mit einer höheren räumlichen Auflösung und einer höheren Sensitivität
sowie einer höheren spektralen Auflösung.
"Ziel des CD-Labors ist es, die technologischen Möglichkeiten der
modernen medizinischen Bildgebung für praxistaugliche
Untersuchungsmethoden umzusetzen und so für den klinischen Alltag
nutzbar zu machen", erklärt Siegfried Trattnig, Leiter des
Exzellenzzentrums Hochfeld-MR der Universitätsklinik für Radiologie
und Nuklearmedizin der MedUni Wien und des neuen CD-Labors.
"Christian Doppler Labors wie dieses fördern die Umsetzung von
wissenschaftlichem Know-how in praktische Anwendungen. Das nützt
nicht nur den Patientinnen und Patienten, sondern sichert auch
Wachstum und Arbeitsplätze am Standort Österreich", betont
Wissenschafts-, Forschungs- und Wirtschaftsminister Reinhold
Mitterlehner die Bedeutung des Förderprogramms. In CD-Labors wird
anwendungsorientierte Grundlagenforschung auf hohem Niveau betrieben.
Hervorragende WissenschafterInnen kooperieren dazu mit innovativen
Unternehmen. Für die Förderung dieser Zusammenarbeit gilt die
Christian Doppler Forschungsgesellschaft international als
Best-Practice-Beispiel.
Zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten
Mittels atomaren Markern können gezielt kleinste molekulare
Veränderungen des Körpers beobachtet werden. Durch Chemical Exchange
Saturation Transfer (CEST) Imaging sind Protonen, durch die MR
Spektroskopie aber auch andere im menschlichen Körper deutlich
seltenere Kerne wie 31-Phosphorund 23-NatriumKerne quantifizierbar.
Während Proton-basierte MRS eingesetzt wird, um Stoffwechselprozesse
im gesamten Gehirn zu analysieren, kann Phosphor-31-MRS simultan
Signale aus mehreren Muskelgruppen erfassen und deren
Leistungsfähigkeit individuell charakterisieren.
Natrium-23-MRI wiederum wird zur Bildgebung der Nieren, des
muskulo-skeletalen Bereichs (Knorpel, Bänder, Bandscheiben), sowie
bei Brustkrebs eingesetzt und misst neben der gesamten auch selektiv
die intrazelluläre Natriumkonzentration.
Ziel dieses CD-Labors ist es, die beschriebenen Methoden für die
klinischen Anwendung auf diverse Körperregionen und bei verschiedenen
Krankheiten praxistauglich zu machen und das CD-Labor als weltweites
Referenzzentrum für die klinische Anwendung der MRI und MRS auf 7
Tesla Geräten zu etablieren.
Über die Christian Doppler Labors
Christian Doppler Labors werden von der öffentlichen Hand und den
beteiligten Unternehmen gemeinsam finanziert. Wichtigster
öffentlicher Fördergeber ist das Bundesministerium für Wissenschaft,
Forschung und Wirtschaft (BMWFW).
Medizinische Universität Wien - Kurzprofil
Die Medizinische Universität Wien (kurz: MedUni Wien) ist eine der
traditionsreichsten medizinischen Ausbildungs- und Forschungsstätten
Europas. Mit fast 7.500 Studierenden ist sie heute die größte
medizinische Ausbildungsstätte im deutschsprachigen Raum. Mit ihren
27 Universitätskliniken und drei klinischen Instituten, 12
medizintheoretischen Zentren und zahlreichen hochspezialisierten
Laboratorien zählt sie auch zu den bedeutendsten
Spitzenforschungsinstitutionen Europas im biomedizinischen Bereich.
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