Neues Volksblatt: "Ängste" von Markus EBERT

Ausgabe vom 17. Juni 2015

Linz (OTS) - "Was die Menschen bewegt, muss auch die Politik bewegen. Wir dürfen nicht wegschauen oder uns das schönreden - wir müssen die Sorgen und Ängste der Menschen ernst nehmen und nach Lösungen suchen". So steht es im offenen Brief, den LH Josef Pühringer an Caritas-Direktor Franz Kehrer adressiert hat. Schon die Wahl dieses Stilmittels für eine Antwort auf dessen Kritik - "Angstmache, politisches Kleingeld" - zeigt die Anspannung in der Asyldebatte. Wobei der Landeshauptmann für sich sehr wohl in Anspruch nehmen kann, schon geraume Zeit in der Asylfrage nicht wegzuschauen und auch nichts schönzureden. Vielmehr hat er die für diesen Bereich in der Landesregierung zuständige SPÖ-Landesrätin Gertraud Jahn bei der mühsamen Suche nach Quartieren für Flüchtlinge demonstrativ unterstützt - was Jahn von ihrem Parteifreund, dem Linzer Bürgermeister, nicht behaupten kann. Dessen hinhaltenden Widerstand gegen eine temporäre Öffnung der Kaserne Ebelsberg könnte man tatsächlich einen Versuch nennen, politisches Kleingeld zu wechseln. Wobei es ohnehin ein ganz anderes Problem gibt: Nur wenn alle besonnenen Kräfte in der Asylfrage an einem Strang ziehen, wird man erstens den Betroffenen helfen und zweitens der Bevölkerung jene Ängste nehmen können, die von den Populisten genüsslich geschürt werden. Aber dazu ist es auch notwendig, die Dinge beim Namen zu nennen.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001