- 16.06.2015, 22:00:01
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Neues Volksblatt: "Ängste" von Markus EBERT
Ausgabe vom 17. Juni 2015
Utl.: Ausgabe vom 17. Juni 2015 =
Linz (OTS) - "Was die Menschen bewegt, muss auch die Politik bewegen.
Wir dürfen nicht wegschauen oder uns das schönreden - wir müssen die
Sorgen und Ängste der Menschen ernst nehmen und nach Lösungen
suchen". So steht es im offenen Brief, den LH Josef Pühringer an
Caritas-Direktor Franz Kehrer adressiert hat. Schon die Wahl dieses
Stilmittels für eine Antwort auf dessen Kritik - "Angstmache,
politisches Kleingeld" - zeigt die Anspannung in der Asyldebatte.
Wobei der Landeshauptmann für sich sehr wohl in Anspruch nehmen kann,
schon geraume Zeit in der Asylfrage nicht wegzuschauen und auch
nichts schönzureden. Vielmehr hat er die für diesen Bereich in der
Landesregierung zuständige SPÖ-Landesrätin Gertraud Jahn bei der
mühsamen Suche nach Quartieren für Flüchtlinge demonstrativ
unterstützt - was Jahn von ihrem Parteifreund, dem Linzer
Bürgermeister, nicht behaupten kann. Dessen hinhaltenden Widerstand
gegen eine temporäre Öffnung der Kaserne Ebelsberg könnte man
tatsächlich einen Versuch nennen, politisches Kleingeld zu wechseln.
Wobei es ohnehin ein ganz anderes Problem gibt: Nur wenn alle
besonnenen Kräfte in der Asylfrage an einem Strang ziehen, wird man
erstens den Betroffenen helfen und zweitens der Bevölkerung jene
Ängste nehmen können, die von den Populisten genüsslich geschürt
werden. Aber dazu ist es auch notwendig, die Dinge beim Namen zu
nennen.
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